(Copyright "Schriftenmission Neue Erde")    




Titel











Lieber Freund, liebe Freundin.
Von Gott geliebter Mitmensch   Bevor Du die folgenden Worte in Dich aufnimmst, möchte ich eine Bitte aussprechen: “Lies diese Seiten aus meinem Herzen nicht an einem Stück durch, auch nicht die Hälfte.“ Lese nur einen Vers, nur einen Abschnitt in meditativer Haltung mit den Augen des Herzens,
bevor Du weiterwanderst in das Reich der inneren Sonne.
Wirst Du Dich an diesen Rat halten, so wird dieses Büchlein in Dir lebendig werden. Und wenn Du zur letzten Seite gelangst, dann schweige eine Weile mit geschlossenen Augen
bevor Du weiterwanderst auf Deinem eigenen Weg.
 

Du wirst mich suchen in den Gründen meiner Worte, doch du wirst mich nicht finden. 
Finden wirst du den, den du suchst.

                                                                                                                                        Jeremia









Das Erwachen der Seele und Aufbruch    

Lass mich den Worten Deines Schweigens lauschen um mein Gesicht zu erkennen.
Milde Sommernächte hauchen mich an und lassen mich von fernen Meeren träumen.
Betört vom Gesang einer weißen Insel, weint ein Regentropfen auf meinen Lippen.    



  Zukünftige Tage rufen mein Herz mit  Sehnsucht  Was erzählt ihr mir  Sterne Was erzählt ihr mir von fernen Welten‚ deren Sonne ich liebte
und deren scheidenden Gruß ich in zukünftiger Ahnung erwiderte
Ich spähe in die unendlichen Räume des Lebens,  aber ich kann mein Gesicht nicht erkennen Und doch ist mir alles wie eine Erinnerung aus schon gelebten Tagen meiner Seele
Tage deren Stunden ich kenne schau ich unter schwarzem Himmel 
Das Spiel des Windes, der durch meine Haare eilt, flüstert mir die Geschichte meines Lebens ins Ohr
Die Worte vertraut den Wunden meines Lebens, wende ich mich dem Morgen zu.

 
   
 

Stille heißt die Tür in die inneren Welten  durch die man einkehren muss, will man mehr erkennen als nur den  Schatten der Wirklichkeit

 



Verirrt in den Höhlen des Lebens sehe ich das  Licht des Tages
Meine Liebe öffnet ihre Augen und der Morgentau des Lichtes kühlt den flüchtenden Schatten
der sterbenden Nacht

Wie spielende Kinder tanzen die Elemente ihren Reigen in meiner Brust
Die Last der Gestirne liegt auf meinem Haupt
 und das Wort der Befreiung schwebt auf den Lippen meines Herzens,
wie das Blei in den Hälsen der Schwäne

Die Muscheln des Lebens wollte ich finden, ohne in die liefen meines Meeres zu tauchen
 Und nun? Verzichtet habe ich auf das schützende Floß,  das mich  über das Meer des Lebens trug,
weder Himmel noch Erde berührend
Ich habe mich fallen lassen in das  “Nichts“, das mir jetzt alles offenbart








Bruder aus dem Licht  

(Ein Gleichnis)


Es war einmal ein Landmann der beschloss eines Tages in die hohen Berge zu gehen, um sich einen jungen Adler zu fangen. Durch sein listiges Vorgehen, jedoch nicht ohne einige Anstrengungen, fing er auch bald einen jungen Adler, den er mit zu seinem Besitze nahm. Hier sperrte er ihn zu den gackernden Hühnern in ein enges Gehege.
Als aber sieben Jahre vergangen waren kam im Morgengrauen ein Mensch aus der aufgehenden Sonne. Er trat zu dem Landmann hin und sagte: “Mein Freund, das was du da bei den braven Hühnern im Käfig hast ist kein Huhn, sondern ein Adler, auch wenn er wie die Hühner auf dem Boden scharrt und das das Korn pickt“
Da antwortete der Landmann: “Du hast nicht ganz unrecht, dies war einmal ein Adler, aber ich habe ihn zu einem Huhn gemacht.“
“Du magst ihm beigebracht haben wie ein Huhn zu scharren und zu fressen was man ihm vorwirft, aber in seinem Innersten ist er ein Adler“,  gab ihm der Sonnenmensch zur Antwort.

Der Mann aus der Sonne und der Mann von der Erde kamen überein den Adler aus dem Käfig zu holen, um zu sehen, ob ihn der Ruf der Freiheit noch erreiche. Der Lichtmensch nahm den Adler nun auf seinen Arm und sagte  “Du bist ein Adler; schau in den Himmel, dafür bist du ins Dasein gerufen; steig auf und befreie dich von deinen Fesseln!“
Der Adler aber schaute zurück zu den scharrenden Hühnern, hüpfte ungeschickt vom Arm des Sonnenmenschen um  mit den Hühnern wieder  im Boden zu scharren.

Erneut nahm der Mensch aus dem Licht den Adler auf seinen Arm und stieg diesmal auf das Dach des Hauses und sagte dort mit  fester Stimme: “Adler, du bist ein Bruder meiner Seele, erkenne dich selbst und sei frei!“ Der Adler lugte in die Runde und sah die Weite des Landes. So etwas wie eine leise Erinnerung schien sich in seinem Bewusstsein zu formen. Da aber hörte er unter sich das aufgeregte Gegacker der Hühner, die ihn zu sich riefen. Der Hauch der Erinnerung viel im Nu ab; er glitt wieder unbeholfen zu Boden und befand sich erneut unter den trägen Hühnern, denen man täglich ihr Futter hinschmeißt.

Der Landmann lachte höhnisch und sich seiner Beute sicher, ließ er den Mann aus der Sonne gewähren. Dieser wandte seinen Blick  auf die hohen und weiten Berge. Er nahm den Adler ein drittes Mal und nahm ihn diesmal weit weg vom  vertrauten  Hof und den unruhigen Hühnern. Er ging mit ihm hinauf in die freien Höhen der Berge und erstieg - den Adler weinend an sein Herz gepresst - den höchsten Gipfel. Dort verharrte  er eine Weile und sammelte seine eigenen Kräfte im Gebet um seinen Bruder. Plötzlich richtete er sich auf und schaute  dem Adler tief und lange in die Augen. Und dann nach langem Schweigen sprach er mit einer ruhigen und  festen Stimme, in der alle Gewissheit des Sieges lag: “Du bist ein Adler. Gott schuf dich, auf dass du einst ein König des Himmels werdest. Werde dir deiner hohen Berufung bewusst. Löse dich von deiner Erdgebundenheit und sei ein freier Sohn Gottes! Glaube  dass du es kannst; du kannst fliegen, denn du bist frei!“

Der Adler saß still und unbewegt, nur seine Augen lugten über die Weite der Bergwelt. Die Flaumfedern seiner Brust wurden  vom kühlen Bergwind durchweht,
so wie auch das lange, goldene Haar des Sonnenmenschen. Als so die Kräfte des Lebens in aller Stille auf ihn eingewirkt hatten, ging plötzlich ein Zittern und Beben durch den Körper des Adlers. Er breitete wie zum ersten Mal seine mächtigen Schwingen aus, schlug ein paar Mal kräftig in die Luft, richtete seinen Blick nach vorne und hob im Augenblick des Erkennens, mit einem durchdringenden Ruf ab vom Arm des Sonnenbruders.  Ja ich kann fliegen, denn ich bin ein Adler.

“Nun gehe auf die Wanderschaft du Bruder meiner Seele und finde deinen Weg nach Hause.
Finde zurück in deine Ur—Heimat, ich werde unsichtbar an deiner Seite sein.“


Sich von der Welt zu lösen heißt:
Seine wahres Wesen und seine ursprüngliche Freiheit wieder zu erkennen!






  Gebettet in den Steinen der Sümpfe liegt mein Herz,
 aufzustehen wenn der Ruf des Lebens durch die Stille hallt
 



Alle Wahrheitssucher und Gottliebenden sprechen die gleiche Sprache,
denn sie sind wie aus einem Lande und sind wie ein Volk




Lebe einzig und allein vor dem Angesichte Gottes
Kümmere dich nicht um das Gezeter  der Welt,
noch gebe etwas auf das Ansehen bei den Menschen
Es ist vollkommen belanglos als was du stirbst, als König oder Bettelmann
Es zählt alleine wie du gelebt hast
 



Der Kampf zweier Welten lähmt meine Sinne
Heiß brennt die Sonne auf mein Haupt und Kälte umgibt meine Füße
 Das Warten Deiner Augen ruht auf meinem Herzen
Freude erklingt aus den Tönen der Musik, doch Furcht und Einsamkeit ist ihr Widerhall

Überschreitend eine Stufe deren Licht ich begierig in mich aufsauge
wende ich mich Deiner Stimme zu
Meine Gedanken weben zarte Lichtbrücken, auf denen das Gut des Geistes seinen Weg beschreiten kann

Der Weg der Einheit bietet sich meinen Füßen an
Empfänglich geworden für die Worte des Unglaublichen, sieht mir lachend die Zeit entgegen

 





Gottsucher

Der Samen des Waldes legte sich wie eine Decke auf unsere ruhenden Seelen
und der frühe Morgennebel suchte aufgeschreckt durch die Sonne, Zuflucht in unseren Herzen

Wir lebten auf dem Rücken des Windes und schmeckten das Gras, den Sand und das Meer
Wir waren heimatlos, denn wir waren Gottes-Sucher




Erinnerst du dich noch an den Felsen im Meer
und an die untergehende Sonne
die eine goldene Straße glitzernden Lichtes durch die Wellen brach
Sie wollte uns die Welt vergessen machen und öffnete uns das Tor in ein Reich,
dessen sichtbarer Bote sie war





Schweigend saßen wir beisammen,  einer wusste um des anderen Herz
Du warst mir Bruder und Weggefährte in jener Zeit des Suchen
Des immer in uns brennenden Verlangens etwas Neues, Unbekanntes zu finden
 Und hätte man uns gefragt, wir hätten es nicht benennen können was es war
 das uns trieb und uns nicht stillstehen ließ

Dieser manchmal quälende, ein andermal erquickende Drang weiter zu gehen,
nicht zu verweilen im bisher Erreichten
Immer in dem Bewusstsein zu leben das Ziel noch nicht erreicht zu haben
Noch nicht eingebettet zu sein in jenem Punkt, der wie es mir schien,
von hunderten, verkrusteter Schichten umgeben war, die es zu durchbrechen galt

Ja, noch nicht fertig gebrannt zu sein im Ofen des Lebens,
das als einziger all unserer Lehrer hatte bestehen können vor unserem ungestümen Suchen
Das Leben,  war es letztlich nicht der einzige Lehrer, der einzige Guru,
dem wir all unser Vertrauen schenken konnten
Das Leben, es war der Atem Gottes, gebärend Sein ewiges Lied


Jeden hatte es belehrt, und jeden würde es noch belehren der sich auf die Suche nach dem ureigensten Selbst machte

Denn war das “Selbst“ in seinem tiefsten Grund nicht nur ein anderer Name für das “göttliche Leben“?
War es nicht der Moment wo man einwilligte und sich nicht mehr sträubte
sondern “Ja“ zu jenem Leben sagte, das uns aus dem Innersten rief


Und konnte dieses innere Leben nicht erst dann Wirklichkeit werden,
wenn man seine Ängste ums Dasein und seine Sorge
wie man sein äußeres Leben vor Veränderungen schützt,
hinüber gab und  in den großen Plan Gottes einwilligte
Wenn man sich nicht mehr festklammerte an den Schatten der Vergangenheit

Wie Sternenkinder durchwanderten wir damals die Welt,
sie nur mit unseren Füßen berührend
Kopf und Herz jedoch streckten wir weit in den Himmel
Wir hatten der irdischen Heimat entsagt und waren Gottessucher
auf ihrer Pilgerreise über den blauen Planeten bis zu dem Augenblick,
wo wir eine Stimme in unseren Herzen vernahmen die uns fragte:
“ Was sucht ihr so ruhelos außer euch, das ihr nur in euch finden könnt"
Was reist ihr tausende von Kilometern auf dieser Erde,
wo nur der eine Weg ins eigene Herz euch erfüllen und sättigen kann 


Keinen Stein, keine Blume und keinen Vogel könntet ihr erschauen,
nicht das Meer und nicht die Sonne, hättet ihr nicht all dies lebendigst in euch
Alles Äußere ist doch nur ein Abbild der inneren Wirklichkeit
Suchet Mich im Sein und nicht im Schein und ihr werdet Mich finden

Ich bin der Atem allen Atems
Ich führe euch durch alle Wandlungen

 



Klar ist der Fluss, der nur gebrochen wird durch den
Schaum seiner eigenen Wellen
Tage an denen selbst ein Stein fliegen könnte
 lassen den Adler zweifeln an der Kraft seiner Schwingen

Willst du den inneren Nebel durchdringen
so fülle ihn nicht mit Worten,
du festigst nur seinen Grund

 



Kleide dich nicht wie ein Bettler mit den Lappen vergangener Herrlichkeiten,
sondern lass dein Leben ein ständiges Weben am ewigen Gewande des Geistes sein





Einkehr in die inneren Hallen des Lebens

 Was nicht zunimmt - das nimmt ab 
Was nicht mehr wird - das wird weniger
Dazwischen gibt es nichts.
Der Christus  sagte: "Wer nicht für Mich ist, der ist gegen Mich"
 



Der geistige Mensch ist es um den sich alles dreht
Er ist es für den dies alles geschaffen wurde

Die gesamte Schöpfung hat die Aufgabe, diesen “Mensch im Menschen“
zu einem höheren, göttlichen Bewusstsein zu führen
 

 


Der äußere Mensch muss vom inneren Menschen total überwunden werden,
sonst stirbt der innere durch den äußeren

 



Gott einen Tempel bauen in meinem tiefsten Inneren,
das ist es was ich tun will,
 auf dass alles entzündet werde und verbrenne, was nicht zum Leben taugt



 
 

Abends im scheidenden Lichte des Tages,
wenn die Dämmerung ihren Abschiedsgruß zur Sonne hauchte
und die letzten Gaben des Lichtes sich wie Gold und Kupfer am Felsen brachen,
da war die Zeit, wo er sich still und verschwiegen  an einsamen Orten der Ruhe und Betrachtung hingab
 Hier nahm er Abschied vom Flitterwerk des Tages,
das ihn trotz aller Anstrengung immer wieder betörte und träge machte
Hier kehrte er seine Sinne ab vom Sirenengesang der Welt,
um seinen Blick in jene andere Welt zu richten,
die ihm erst seit kurzem durch die Augen des Herzens sichtbar geworden war
Geahnt, wie durch ein verborgenes Erinnern,  hatte  er sie jedoch schon lange  

Komme zur Ruhe heißt nichts anderes als
“Komm zu Mir“.




Wenn ich arbeite, dann arbeite ich
Wenn ich ruhe, dann ruhe ich
Wenn ich singe, dann singe ich Was ich auch tue, versuche ich ganz zu tun

Arbeite andächtig und wirke in deiner Ruhe an deinem
größten Werk
 




“Alles Geistige schützt sich vor der Welt mit einer äußeren Hülle Govinda,
so dass nur der Mensch der wirklich die Wahrheit und Befreiung sucht, beides auch finden wird

Alle die nur halbherzig Befreiung suchen, beschäftigen sich nur mit der Schale
Das Wesentliche aber, der innere  Kern bleibt ihnen ewig verborgen.“

“Aber Meister, so hat auch unser Yoga etwas Äußerliches, etwas das Schale,
 das Schutz vor der Welt  ist!"
"Ja Govinda."
"Meister, was ist dann aber das Äußere, die Hülle unseres Yogas?"
 “Es ist der Yoga selbst Govinda.“





Nur die Liebe kann ins Unermessliche wachsen
Dem Verstand sind Grenzen gesetzt die er nicht überschreiten kann

Das Boot, welches dich über das Wasser trug lasse am anderen Ufer zurück;
auf dem Weg übers Land wird es dir  zur unerträglichen Last





Der Platz auf dem man sich im Moment befindet ist für die geistige Entwicklung oft viel besser als derjenige,
den man sich selbst aussuchen würde

Darum habe volles Vertrauen in die weisen Wege Gottes, dem es nur um das Heil unserer Seelen geht
Das Fleisch, die Materie, ist nur Mittel zum Zweck
 

 


Willst du einen Menschen auf die Suche schicken,  so mache ihm erst einmal klar
dass er etwas verloren hat
 Sodann zeige ihm den großen Wert dessen, was allen vor langer Zeit einmal verloren ging
und auch die Richtung in der es zu finden ist


Zeige ihm dann den Kompass der Demut,
dessen Nadel immer auf “Liebe zu Gott und zum Nächsten“ steht,
ohne welchen man leicht in die Irre geht
 Und unterweise ihn darin, dass einen dieser Kompass stets nur verborgene, enge Pfade führt,
die jedoch mit dem Herz leicht zu erkennen und zu gehen  sind


Wird ein Mensch erst einmal erfassen wie groß und wertvoll jenes verlorene Leben ist,
so wird er alle Bedenken und Zweifel in den Wind schlagen
und sich aufmachen
das “wahrhaftige Leben“ zu finden
 





Wird einer Seele in ihrer Sehnsucht und erwachenden Gottesliebe ihr wahrer Zustand offenbart, in dem sie sich selbst als krank und voller Wunden erkennt, so weint sie in ihrem inneren Reich über ihr Elend und es macht sie traurig so verloren zu sein.
Doch ist dies der erste sehr wichtige Teil der zum wahren Leben führt.
Und ein jeder muss ihn durchmachen, ansonsten er keinen Zugang zur neuen, geistigen Schöpfung in sich findet.
Aus dieser ersten Selbsterkenntnis auf der materiellen Lebensebene kann erst der Wunsch erwachen und der Wille stark werden, frei zu sein von den weltlichen Gebundenheiten und den Fesseln der Sünde.
Die Seele weint sehr viel in dieser Zeit, es ist die Zeit der Tränen.
Diese Tränen aber bilden sich im inneren Leben zu einem Wasser, in welchem die Seele Heilung und Reinigung erfährt.
Dieser Balsam aus der Reue des Herzens verwandelt auch die wüste Einöde des inneren Lebens in eine grüne und blühende Landschaft, in welcher die Seele erquickt und gestärkt wird, um ihren Weg ins geistige Reich Gottes fortzusetzen.





Wie goldener Regen ertrinke ich im heiligen Rufe Mensch zu werden
Alles ist so fein geworden, so zart und demütig
 Nur für ein schmachtendes und doch unaufdringliches Herz zu erkennen
Nicht mehr wahrnehmbar für die hetzenden Jäger meines Suchens
Neues Leben bin ich, süßlich im Gaumen der Zeit





Heiliger Traum der Mitte, wo weder Zeit und Raum sich verzehrt,
noch die Sonne dunkle Schatten wirft
Leuchtende Jugend trinke ich hier im freien Flug des Wasserfalls,
wo der lauschende Wind auf der Libelle Rücken sitzt
Im zarten Grund der Kinderträume entfalten hier die sieben Sonnen ihr gewaltiges Lichtspiel
und in das Universum einer Blume, sendet der beginnende Tag einen Hauch
von Ewigkeit





Im Aufwind der Lichtgedanken opferte der Urgrund des Lebens einst Seine Freiheit
 der ewigen Frage des Meeres
Das Meer jedoch drängt  in ungestümer Suche unaufhörlich mit tausend neuen Fragen
in tausend neuen Wellen  seiner eigenen Begrenzung zu.
Zurückgeworfen ergießt es sich erneut in das haltlose  Nichts
des eigenen Grundes, um sich in ewig neuer Hoffnung, in den ewigen  Wellen
 seiner Sehnsucht wieder aufzureihen in ein neues Fragen, in ein neues Lauschen.
Wird IHM wohl jemals die  Antwort  aus dem Reich der Menschenkinder  werden?
Das eine erlösende Wort?

Sein eigenes Antlitz zu sehen durchdringt der erste Strahl des Schöpfungslichtes den endlosen Raum,
ganze Welten erschaffend für dieses Sehnen.
 




Jede Liebe zu äußeren Dingen  verblasst und verbraucht sich meist schon in diesem kurzen Erdenleben
Gleich einem vom Feuer getrennten Funken, der nur noch kurze Zeit leuchtet und dann ganz verglimmt
Ebenso erlöscht auch die lebendige Liebe im Herzen des Menschen,
wenn er sein Leben nicht durch die Demut im Feuer der Gottesliebe bewahrt








 Zwei Welten  und  Sicherer Hafen 

Frei wollte mein Herz wieder sein, frei wie damals in jungen Jahren, als ich unbeschwert wie eine Feder, mit großen ungetrübten Augen durch das Leben ging. Niemals hatte ich mich verkrampft an eine Aufgabe gemacht und niemals hatte ich mich versteift und festgebissen. Alles war so leicht gewesen, war wie ein Spiel.  Ja, eins fühlte ich mich damals mit dem Leben, ich war das Leben, denn ich war ein Kind.
Doch ein Kind das den Schatten noch nicht kannte und darum sein Glück gar nicht wahrnahm. Aber immer mehr drängten sich fremde, verführerisch glänzende Gedanken, gleich treibenden Wolken, in das klare und blaue Firmament meiner Kinderseele. Eine sich mehr und mehr verdunkelnde Masse, die viele neue Eindrücke mit sich brachte und neue, bisher nicht gekannte Gefühle entstehen ließ die mir zuweilen große Angst machten.
Aber zu spät war es schon zurück zu gehen und zu neugierig war ich auf diese neue Welt. Eine Welt, die mit seltsamen Spielregeln durchzogen war, es war die Welt der Erwachsenen. Die Welt des Stolzes, der Habgier und des Neides, der Geschäftigkeit und des Kampfes um die besten Positionen. Es war eine Welt der Ruhelosigkeit und des Leides. Leid, das man anderen und  auch sich selbst zufügte. 
Ich staunte in diese seltsame Welt der traurigen und unruhigen Augen hinein und wusste, wenn mich diese unendlich traurigen Augen trafen, sie sehen mich nicht wirklich. Heute weiß ich etwas, das ich damals nicht begreifen konnte, was mich oft in tiefste Verzweiflung trieb. Ich weiß, dass auch diese Menschen in jeder Sekunde ihres Lebens von Gott gerufen werden und unbewusst den heiligen Ruf vernehmen, dass auch sie mit jedem Pulsschlag und mit jedem Atemzug ihres Lebens angerufen werden nach Hause zu kommen, an den Ort ihres Ursprungs. Und da sie nicht die Erkenntnis und das Wissen haben, von wo ihnen der Ruf zugeht, verlieren sie sich in ihrer Lebenssehnsucht in das Missverständnis eines Lebens, das ruhelos und unerbittlich Glück, Freude und Zufriedenheit am falschen Ort sucht. 

Alles Streben das nicht auf Gott, sondern auf materiellen Besitz und Sinnesbefriedigung gerichtet ist, bringt früher oder später nur Leid hervor und ein kaltes Echo in den Höhlen des Todes.
In diese Welt sollte ich nach Meinung "der Traurigen" also hineinwachsen, so wurde mir ständig von jenen vorgepredigt, die sich schon seit unendlich langer Zeit in ihr aufzuhalten schienen. An der Pforte zu ihrer Welt musste man ein Eintrittsgeld zahlen: Die  kindliche  Gutmütigkeit und Klarheit, das kindliche Vertrauen und den kindlichen Glauben an das Gute in den Menschen. Kurz gesagt, sie wollten den Glanz meiner Augen. Und was seltsam war, das Licht in meinen Augen war schon gebrochen, alleine vom hinschauen, vom Wahrnehmen dieser Welt. 
Und so musste ich in die Tiefen der Nacht gehen um den Wert des Tages zu erkennen.
Ich musste den Winter meines Herzens erleben, um mich nach dem  Frühling der Wahrheit und dem Sommer der Liebe Gottes zu sehnen. Ich musste erwachsen werden, um wieder Kind sein zu wollen.
Ja, man wurde zwar als Kind geboren, doch wusste man nicht um das göttliche Feuer das in einem brannte.
Und mit den Jahren nahm dieses Licht dann ab und wurde schwächer und schwächer im gleichen Maße, wie man erwachsen wurde und sich die alles logisch durchdenkende und berechnende Tätigkeit des Verstandes ausbreitete. Diese schien alle warmen Elemente aus Herz und Gemüt aufzusaugen und hinterließ nur eine kühle und trostlose Leere in mir.
Doch ganz leer wurde ich in all den Jahren doch nicht; ganz tief in meinem Innersten schrie es nach mehr.
Durch die von der Welt verkrusteten Schichten meiner Seele hörte ich leise den lieblichen und doch ernsten Gesang meines inneren Geistes.
Es war das Lied der Freiheit der Kinder Gottes. So fein und zart wie ein Nadelstich auf einer dunklen Leinwand und doch nicht zu überhören und zu übersehen für ein schmachtendes Herz, warf dieser Gesang einen Strahl des reinsten Lichtes in meine verworrenen Welt der “großen und schweren Gedanken".
An diesem Strahl des Lichtes hielt ich fest wie an einer Straße in ein anderes Land. Auf diesem  Lichtpfad  schritt ich beharrlich dem Zentrum meines Sehnens entgegen.
Tausend Wege gab es Erwachsen zu werden, doch es gab nur einen Weg zurück.
Aber es war ja gar kein Rückwärtsgehen, auch wenn es so aussah als wäre man ein wenig einfältig, oder nach Meinung der Glanzlosen gar spleenig geworden.
Auch wenn man wieder die gleichen klaren und ehrlichen Augen hatte, so war es doch mehr als nur die aufgewärmte Vergangenheit, es war die von Gott gewollte Zukunft, denn man war wieder ein Kind im Geiste der Liebe Gottes geworden. Geformt, geschliffen und gebrannt im Feuer dieser Erde.






Erst wenn die Kindheit verloren ist, erfassen wir ihren Wert.
Und erst wenn dann das Verlorene wiedergefunden ist,
tauchen wir wieder ein in das göttliche Meer des Friedens und Ruhe kehrt ein ins ängstliche Herz.
Anfang und Ende scheinen wie eins zu sein.
Doch lernen wir durch das, was dazwischen ist, das Hören, das Sehen und das Sprechen.
Wir schauen durch das Licht der Offenbarungen wie in einen Spiegel
und erfahren wie rein und gut das Erste war.

Erst durch die Kälte der Nacht wird uns der Wert des hellen Tages bewusst
und wir fangen uns nach Licht und Wärme zu sehnen an.
Fangen an zu schätzen und zu lieben, was wir nicht sehen konnten,
als wir mit noch geschlossenen Augen in “Ihm“ waren und folgen geweckt durch das Licht des Wortes,
 Seinen Spuren in die Morgenröte eines ewigen Tages.





Vieles war noch zu  reinigen und zu läutern in meinem Leben, um mich der Bestimmung des Menschen näher zu bringen.
Und viele traf ich auf meinem Weg die sagten:
“Komm zu uns und du wirst Befreiung erlangen  und Frieden finden!“
Doch diese Hafenmeister und Gastgeber hatten zwar Teile der Wahrheit erkannt, doch sie behandelten sie wie ein unmündiges Kind, hüteten sie, sicherten sie ab und belegten sie mit Regeln, Vorschriften und geisttötenden Dogmen. Sie hinderten die Wahrheit am Wachstum und versagten ihr sich in ihrer ganzen Fülle zu offenbaren. Und legte ich einmal Anker in ihrem Hafen, dann halfen sie mir nicht die  Sperren abzubauen, sondern sie errichteten neue, in denen sie glaubten das Himmelreich als ihr Eigentum sicher einzäunen zu können.
Und jedes Mal tat ich für sie einen unbegreiflichen, ja unerhörten Schritt aus dem Paradies und verscherzte mir nach ihrer Meinung die Seligkeit, wenn ich die weißen Segel wieder in die Sonne zog und weiterging; wenn ich nicht bei ihnen - auf sicherem Grund -verweilte.
Doch spürte ich jedes Mal, wenn der freie Wind Gottes mich wieder umwehte,  wie gut es war weiter zu gehen, mich nicht einzureihen in die  oft heuchelnde Masse erfolgreicher Nachahmer.
Hätte ich es mir lange genug eingeredet, hätte ich lange genug diesen Wunsch nach mehr Leben unterdrückt, vielleicht hätte ich mit der Zeit wirklich geglaubt gefunden zu haben.  Vielleicht  hätte auch bei mir diese Form der Selbsthypnose "Ich bin erlöst, ich brauche nichts mehr zu tun" funktioniert.
Doch genau so wenig wie der Lachs aufzuhalten ist auf seinem Weg zur Quelle, genau so wenig war ich aufzuhalten. Ja, auch ich wollte zur Quelle, wollte das heilige Lebenswasser pur und unverfälscht an seinem Ursprung trinken, bevor es auf seinem Weg ins Tal trübe wurde und fremden Beigeschmack bekam; war das vermessen?  War es vermessen die Segel wieder zu hissen, wenn das Leben nur noch aus Worten, Meinungen und einem erhobenen Zeigefinger bestand?

Ich hatte Heimweh, jene Sehnsucht die jeden Menschen einmal befällt; den einen mehr, den anderen weniger, welche jedoch die meisten aus Angst vor Veränderungen und Unbequemlichkeiten verdrängten. Es war der Urtrieb wieder Eins zu werden mit Gott, Eins zu sein mit Seinem Willen, mit Seiner Liebe und mit seiner Kraft, in der Vollkommenheit Seines Lebens.
War nicht das der Grund der Schöpfung, dass Gott Sich erkennen und wiederfinden möchte in Seinen eigenen Kindern! Und waren wir als Menschen nicht gerade aus diesem Grunde geschaffen, um Seine Kinder zu werden. Hatten wir nicht den entscheidenden Platz in dieser Schöpfung und konnten wir nicht ganz bewusst mitarbeiten an diesem großen Plan. Waren wir nicht dazu berufen das göttliche Leben in uns erstehen und leuchten zu lassen!
Ja, waren wir nicht dazu aus Ihm geschöpft um "Vollkommen zu sein. Wie  das Leben aus Gott vollkommen ist in jeder Hinsicht“?  

Wenn wir irgendwann einmal aus einem Gedanken dieses allmächtigen Gottes entstanden sind, so waren wir ja nichts anderes als ein Teil dieses Gottes, denn woher sollte Er Sich einen anderen Baustoff nehmen für unsere Existenz, wenn nicht aus Ihm Selbst. Uns trotz all unser Mängel und Verlorenheit aufzugeben hieße ja ein Stück Seiner Selbst aufzugeben. Das konnte nicht sein, dass wusste ich zutiefst in meinem Inneren mit untrüglicher Sicherheit. Darum  würde er alles, absolut alles tun um auch nur eines Seiner Kinder wieder an Sein Herz zu drücken. Ich wusste Er gab keinen von uns auf, egal wie tief der Fall auch sein mag. Er Selbst würde Sein Leben geben - so dies möglich wäre - um Seine Kinder zu retten. All das Geschrei von Hölle und ewiger Verdammnis, von einem unerbittlichen Richter, der die einen in den Genuss himmlischer Glückseligkeit schickt, die anderen aber in den Feuerpfuhl  ewiger Verdammnis, war mir höchst zuwider und absolut lieb- und geistlos. Wie sollte ich glücklich sein können in einem Himmel, an dessen Grenzen die Feuer ewiger Verdammnis loderten und das Geschrei der verlorenen Kinder Gottes am Vaterherzen Gottes abprallten, der hier angeblich kein Ohr mehr für die Missratenen  hat. Welch eine allerblindeste und hirnrissige Vorstellung menschlichen Kleingeistes und frömmelnder Scheinheiligkeit. Ja, endlich würdet ihr belohnt werden für euren Verzicht an weltlicher Freude und für EURE Opfer an wen und was auch immer.

Welch eine versteckte Genugtuung und Schadenfreude durch das Leid der anderen.  "Ohne mich!", sollte es irgendwo solch einen Gott geben, den ihr euch aus eurem Unverständnis der Schriften kreiert habt, so muss er auf meine Anwesenheit in seinem Schlaraffenland "der Guten" verzichten. Irgendwie haben mich die Leidenden und Ausgestoßenen schon immer angezogen. Nein, ich wollte kein Glück dass sich dadurch definierte, dass andere leiden und als verloren abgestempelt wurden. Doch ich danke Dir Du allerliebster und gütigster Vater ALL DEINER KINDER, dass Du keinen verloren gibst und nicht eher ruhen wirst als bis auch DER LETZTE an Dein Vaterherz zurück gefunden hat. Ich weiß heute, dass der verlorene Sohn im Gleichnis Jesu eine viel größere Dimension in sich birgt, als nur das Leben eines einzelnen Menschen. Der verlorene Sohn, dass sind wir alle in unserer Gesamtheit und noch tiefer ist es DER EINE, durch den alles verloren ging. Ich weiß, dass Deine Vaterliebe auch ihn retten und erlösen wird und darum liebe ich Dich über alles! Du, ja nur Du bist mein Gott, denn außer Dir ist keiner!

Wie erfüllte mich dieses geistige Schauen mit inniger Freude und Licht. Was ich suchte war nicht das Leermachen von allen Dingen, sondern war Erfüllung mit Deiner Liebe und Deinem Leben hier und jetzt. Alles wollte ich nun  umarmen in dieser Liebe, alles sollte mir nun vertraut und nah werden.
Ich wollte kein Glück mehr, das nur bestehen konnte, indem es das Treiben der Welt und all die Menschen die ihr huldigten, dem Teufel in die Grube warf. Ein Glück also, das nur Glück sein konnte, indem es nicht die “ganze Wahrheit Deiner Größe und Liebe“ akzeptierte. Eins wollte ich sein mit allen Wesen; teilhaben an jedem Schmerz, an jeder Freude. Mit allen zu lachen und mit allen zu leiden, mit allen beschämt zu werden und mit allen getröstet zu sein, das war nun mein Sinn.

Und aus dieser Kraft entfaltete sich nun ein neues Leben in meinem Herzen, gleich dem Aufgehen einer hellen Lebenssonne.  Ein völlig neues Lebensgefühl breitete sich aus und wurde immer umfassender. Es deckte immer mehr Dinge auf, von denen ich einmal dachte, man müsse sie so schnell wie nur möglich vergessen, um die Glückseligkeit oder das kosmische Bewusstsein zu erlangen.
Aber um so offener ich nun diese Dinge des gewöhnlichen All-Tages mit dem neuen Liebegeist betrachtete, um so mehr verloren sie ihr undurchschaubares Gesicht. Sie erhellten sich von Mal zu Mal und was mir damals als eine türlose, undurchdringliche Wand erschien, ist mir jetzt Pforte zu neuen Erkenntnissen und neuen Aufgaben geworden.




Ich weiß, dass es nur noch einen Weg für mich geben kann, der alle anderen beinhaltet
“Ich will nur noch für Dich leben, der Du mein innerstes Leben, meine Liebe bist
Will selbst nichts mehr sein und wollen als nur das, was Du für mich bereitest
Nur die fügsame Einwilligung in Deinen vollkommenen Plan mit meinem Leben,
kann mich aufrecht gehen und gerade wachsen lassen

Erst seitdem ich erkannt habe, wie sehr Du mein Gott mich im täglichen Leben
für Dein göttliches Leben umwirbst, begreife ich, wie armselig ich bisher gelebt habe





Was Gott einmal aus Sich heraus ins Dasein gerufen hat, kann niemals vergehen.
Der Übergang, den die Menschen in ihrer Unwissenheit Tod nennen und so oft beweinen,
ist der Eintritt in eine jenseitige Lebensschule, in eine andere Schöpfungswelt, die noch wesentlich realer und umfassender ist als die unsrige materielle Schöpfung.





Bewusstes individuelles Leben ist nicht abhängig von der Einverleibung auf die materielle Daseinsebene,
die den weitaus geringeren Teil der Schöpfungen Gottes ausmacht.
In den jenseitigen Welten hat die Liebe und Erbarmung Gottes einen unendlichen Raum geschaffen für die Weiterentwicklung einer jeden Seele.










Der Ruf des Meisters

Übergabe und das neue Leben



Jesus Christus “der Erlöser“ wurde im Jahre 4151 nach der Erschaffung Adams,
am siebenten Tag des Monats Januar in der Mitte der Nacht, in einer Stallhöhle bei Bethlehem geboren
Der freie und ungebundene Geist Gottes gab sich selbst ins Fleisch der Erde gefangen,
um allen Menschen den Weg aus dem Materiekerker dieser Welt zu zeigen und zu bahnen
Um die Sklaven des Fleisches wieder zu freien Söhnen des Lichts zu machen



Demut - Geduld - Vergebung - Beharrlichkeit - Ernst  
Aufopferung und Barmherzigkeit.
Wirst du Mir in allem folgen,
so werden diese Eigenschaften deinen Körper bilden;
die Liebe aber, und somit Ich selbst,
Ich werde dein Herz sein




Meine wahren Jünger wirst du daran erkennen,
dass sie in dergleichen schlichten und unauffälligen Armut einhergehen werden,
in der auch Ich auf dieser Erde gewandelt bin
Armut ist das Kleid mit dem Ich jeden umhülle und versiegele, der Mir nachfolgt
Doch bedeutet Verzicht nicht Loslösung wenn die Begierde bleibt
Auch liegt die heilige Armut nicht in der selbstsüchtigen Schmähung der Dinge,
sondern in ihrem selbstlosen Gebrauch
Manch ein Bettelmönch hängt mehr an seiner Essensschale und seinen Sandalen,
 als ein Wohlhabender an seinen Schätzen




“Lege an das Gewand der Liebe,
gürte dich mit der Selbstverleugnung und binde dir die Sandalen der Demut an deine Füße
Und endlich folge Mir mutig und getrost  nach,
 auf dem schmalen Wege und durch die enge Pforte,
 aus dem Feld der Illusionen dieser Welt.“



“Dein Streben sei in Zukunft auf ein Ziel gerichtet,
auf die Vereinigung mit dem dir innewohnenden göttlichen Geist er Liebe
 Bändige die Begierde zur Außenwelt und bitte um  Erleuchtung und wahre Erkenntnis
Verbinde dich immer wieder mit Mir in dem Sinne: Dein Wille geschehe in meinem Leben.
Übe dich in der rechten erbarmenden Liebe und vollbringe freudigen Herzens Taten derselben
Dadurch überwindest du deinen alten Menschen und bringst seine Eigenwünsche zum Schweigen.
So du Mir auf diesem Weg alle Neigungen und Begierden des alten Adams-Menschen auf dem Altar der Hingabe und Liebe zu Füßen legst, werde Ich - der Christus - auch in dir geboren werden und zur Auferstehung gelangen
Sei in Trübsal geduldig und voller Vertrauen und bleibe gesammelt in dir
Das heißt: Zerstreue dich nicht nach Außen durch unruhige Gedanken und vielseitiges Wünschen
Und vor allen Dingen komme täglich zu Mir, ins Heiligtum deines Herzens


 

Wenn du dich ins Innere deines Tempelherzens kehrst,
 um vor den Vater-Geist Gottes, welcher die Liebe ist zu treten,
so gebrauche nicht deinen Mund und nicht deine Hände
Gehe die Straße deines Atems stetig und in aller Ruhe deines Gemütes voran,
durch die inneren Hallen des Lebens
Versenke mit jedem Schritt dein Wesen tiefer in die demütige Liebe zu Gott
und die Türe ins Allerheiligste wird sich öffnen
Hier alleine vollzieht sich das wahre Abendmahl
und hier alleine geht man ein in die wahre Kommunion,
in die Vereinigung mit dem Liebegeist Gottes in Jesus Christus
 



Der eitle Stolz heischt nach Beifall für seine Taten
Der wirklich Gottliebende aber dient unerkannt in unauf­dringlicher Demu.
Niemand befindet sich in größerer Finsternis als derjenige, der meint, er habe alles im Licht.










Drei Erkenntnisstufen des Christus gibt es

Die erste ist die physische oder auch historische, in der man sich mit jenem großen Menschen aus Nazareth beschäftigt, der vor fast 2000 Jahren auf unserer Erde wandelte. Man betrachtet Ihn mit gebührender Achtung von außen her, mittels dem Instrument des Verstandes. Diese Sicht entspricht dem Vorhof des Tempels und ist die äußere Anschauung. Hier wird die Seele zum ersten Mal mit dem Erlöserimpuls des Christus in Berührung gebracht. Öffnet sie ihr Herz dieser Einstrahlung  und folgt dem ewigen Ruf Gottes in ihrem Herzen, so erwacht die Seele und beginnt hier bewusst den Weg in die zweite Stufe. Diese  Stufe entspricht  dem alttestamentarischen Paradies und dem neutestamentlichen ersten Himmel.
Man erkennt "Jesus den MENSCHENSOHN".

Die zweite Anschauung ist die seelische-geistige des Wahrheitssucher, in der man in eine innere Weisheitssphäre eingegangen ist und Jesus als den Christus, den allzeit Gegenwärtigen und immer Seienden erkennt. Hier hat man durch geistiges Streben den inneren Tempel  betreten; jedoch versucht man sich hier noch  auf dem Weg der Weisheit und Erkenntnis mit dem "kosmischen Christus oder dem Logos" - zu verbinden. Hier erkennt man den Meister und wird zum sich unterordnenden Jünger oder Schüler. Die alles Einleitende Willensübergabe findet auf dieser Ebene aus der neu erworbenen Erkenntnis der Zusammenhänge statt. Die Eingeburt oder Zeugung der Liebe Gottes hat sich in dieser notwendigen geistigen Taufe vollzogen.  Hier wird der eigene Menschensohn, die eigene Menschentochter  schwanger mit dem Gottessohn/der Gottestochter  in sich. Die  folgende Zeit der geistigen Schwangerschaft  ist der Anfang des Kreuzweges auf Erden, das  Ablegen des natürlichen, adamitischen Menschen und das Anziehen des neuen Christusmenschen. Der Prozess eines gleichzeitigen Sterbens und neu geboren werden  - "Altes vergeht und Neues wird" -, bestimmt den Alltag. Dieser  Entwicklungsweg und Wachstumsprozess - dieser  Weg  mit Jesus dem Christus -  führt uns letztlich in die Wehen  zu unserer  eigenen vollkommenen geistigen Wiedergeburt - zur neuen Kreatur  in Gott.   
Man erkennt "Christus den GOTTESSOHN".

Die dritte Anschauung  ist die rein geistige, in welcher man in der stets zu nährenden und wachsenden Gottessehnsucht,  Demut und vor allem Gottesliebe verharrend, vom innersten göttlichen Geist, durch den heiligen Strom der Vater-Liebe angerührt wird. Hier wird der Mensch bis in die letzte Zelle seines physischen und geistigen Wesens vom neuen Liebe-Geist  durchdrungen. Es gibt nun kein anderes Streben mehr, als ein wandelnder Tempel der Liebe Gottes zu werden. Jetzt erst tritt man ein ins Allerheiligste und das Allerheiligste tritt ein in dich.  Das vollkommene EINS-SEIN mit dem ICH BIN, ist die vollkommene Wiedergeburt unseres individuellen Seins im Vaterherzen Gottes.  Im Tempel-Herzen des Gottliebenden offenbart sich der "VATER IN JESUS; ALS DIE FLEISCH GEWORDENEN ODER INKARNIERTE LIEBE GOTTES".  

Hier erfüllt sich der Plan, der Sinn und die Ursache der gesamten Schöpfung! Gott erschaut sich in einem einstmals ausser sich gestellten,  freien Schöpfungsgedanken  in Seiner eigenen Vollendung. Das Geschöpf wurde zum Kind/Sohn/Tochter und der Schöpfer zum Vater.  Die Gottheit hat Ihr eigenes, notwendigerweise in die Schöpfungen gelegtes Muss-Gesetz überwunden  und erlebt und erschaut Sich in einem freien und individuellen Gegenüber. Die Schöpfung ist kein sinnloser Kreislauf von Geburt und Sterben. Kein kosmisches Spiel  eines unbegreiflichen, fernen Gottes, bei dem nur wir die Leid-Tragenden sind. Die Schöpfung Gottes ist eine Lebensspirale, in welcher sich  Seine Schöpfungen in immer  höhere Sphären der Vollkommenheit emporschwingt. Die höchste Seligkeit des Vaters und des Kindes besteht in der Anschauung und im Austausch des Gegenüber. Darum werden wir unsere Individualität - unseren ganz bestimmten Ton im großen Orchester - auch  nicht wieder aufgeben oder verlieren, bei unserer Vollendung, bei unserer Einswerdung mit Gott, sondern wir werden ihn so zum Klang bringen, dass erst hierdurch das große Schöpfungsziel Gottes erfüllt wird.


Es geht nicht darum sich ein schönes und angenehmes Leben auf dieser Erde zu schaffen und das Genießen als die Erfüllung des Lebenszieles zu betrachten.
Diese Erde ist die Hochschule Gottes, in welcher Er sich Seine Kinder erzieht und zur Reife führt.
Doch müssen wir auch am Unterricht teilnehmen, wenn wir geistigen Fortschritt machen wollen.
Wem jedoch der Unterricht zu schwierig und anstrengend ist und wer ihm deswegen aus dem Wege geht,
weil er mehr Gefallen am Müßiggang und Weltgenuss findet,
der darf sich dereinst auch nicht über ein entsprechendes Abschlusszeugnis beschweren;
denn es gibt eine Gerechtigkeit.

Der Unterricht aber findet nicht in einem eingefriedeten Garten statt,
sondern draußen, in der Härte des täglichen Lebens.
Dort Draußen, in der Übermacht der Finsternis und Lüge sollen wir dem Lichte der Wahrheit folgen
und es zu einem neuen Leben in uns sammeln,
auf dass wir Lebenshefe sind im trägen Erdenteig.
Und wenn wir auch das Licht und die  Liebe einmal verlieren,
so wird uns doch immer die Liebe Gottes suchen und uns nachgehen,
selbst in den tiefsten Abgrund unserer Verlorenheit.
Wer den Vater auch nur einmal in inniger Liebe umfasst hat,
den lässt Er für die Ewigkeit nicht mehr los.


Siehe ein neues Leben will Gott schaffen in dieser Totengruft Erde, in der es schon anfängt vor Verwesung zu stinken. Ein Leben wie es schon von Ewigkeit im Himmel ist. Dazu ist ja gerade Jesus auf diese Erde gekommen, um eine Brücke zu sein über den Abgrund des Todes in die lichten Höhen des Lebens.
Und weißt du wo dieser Abgrund des Todes, des geistigen Todes ist - er ist in dir selbst. Und weißt du auch wo die lichten Höhen des Lebens sind? Ja, auch in dir selbst. Siehst du nun wo du wandern, wo du forschen musst um zu verstehen? In deinem Inneren!
Du selbst bist dir das Tor zum Himmelreich und zum Leben. Aber auch selbst bist du dir der Abgrund in den dunklen Tod, wenn du die Zeit nicht nutzt die dir gegeben ist um das Leben zu finden.

Sei darum nicht träge und müßig und verliere nicht all deine Zeit mit dem Staube der Materie. Und sei nicht ängstlich mit deinen Fragen die  nach wirklichem Verstehen suchen, mit deinen  Gedanken die sich noch nicht zufrieden geben mit den bisherigen Antworten und wisse, dass du erst im Beginne des Verstehens bist.
Nichts ist tötender für eine Seele - solange sie das Lebensziel noch nicht erreicht hat - als die Scheinzufriedenheit.

Wenn du das Leben im  geistigen Licht betrachtest, bekommt alles einen anderen Wert. Höre nicht weiter auf den Lärm und das Gaukelspiel der Welt, sondern gehe mehr und mehr nach Innen und du wirst merken, dass du dir im Grunde selbst fremd bist.
Fürchte  dich nicht vor den neuen Ufern und Dimensionen des geistigen Lebens. Nur  so kannst du einen Freund bekommen, einen besten Freund und Führer durch die inneren Welten deines Lebens. Sei dir sicher, Er wird auch dich auf jenen höchsten Berg und Gipfel der Vollendung führen, den  Er als Wegbereiter  allen Kindern Gottes voran, als erster erklommen hat. Nur musst du dich Ihm ganz und gar anvertrauen.

Erwecke die Liebe zum Heiland Jesus, indem du dich immer mehr in Sein Wesen vertiefst und setze die anfänglich zaghafte und schüchterne Liebe auf deinen Herzensthron, wohin sie dich auch führen mag. Habe Mut zu diesem wichtigsten Schritt in deinem Leben und vertraue dich Christus in deinem Herzen ganz an, denn Er möchte dich auf deinem ganz persönlichen Weg zum seligsten Leben in Seinem Reich führen. Betrete heute die Bahn der geistigen Lebensschule oder erneure deinen Willen, Ihm in allem nachzufolgen.

Wie lange schon hat sich der Weltgeist in deinem Herzen breit gemacht und deine Sinne betäubt und von der eigentlichen Wirklichkeit abgezogen. So viel liegt verborgen in den tiefen deines Herzens, eine ganze Unendlichkeit des vitalsten Lebens wartet darauf von dir entdeckt zu werden.

Du hast, wenn du diese  Seiten zu Ende gelesen hast, einen kleinen Einblick über das Wirken Gottes und die Wirklichkeit der geistigen Welten bekommen und kannst dich entscheiden zwischen Licht und Schatten, Sein und Schein, Geist oder Materie, Leben oder Tod.










Der wahre Tempel Gottes

Gott hat sich im Menschen Seinen Ihm einzig, wohlgefälligen Tempel erbaut;
darum soll der Mensch kein äußeres Abbild seines Inwendigen machen.
Denn veräußert er das, was alleine im Inneren lebendig und rein bleibt in eine materielle Form,
so geht das geistige Leben mit der Zeit ganz elend in diese erstarrte und “Leb-lose“ Form
und eine tote zeremonielle Verehrung über,
 in welcher die Seele dann auch ihren Tod findet.
Der aus Gott geschöpfte Geist im Menschen ist der eigentliche Tempel Gottes,
in welchem die heilige Flamme der Liebe brennt.
Hier alleine - in diesem wahren Jerusalem - sollst du anbeten.





Der äußeren Belehrung durch das geschriebene oder gesprochene Wort,
soll die innere Belehrung aus dem Grunde unseres Herzens durch das innere Wort Gottes folgen,
ansonsten einem der innere Kreis verschlossen bleibt.
Lebt man geistig nur aus dem äußeren Wort
hält man sich wiederum nur im Vorhof und den Eingangshallen des Tempels auf.
Darum mache das von außen empfangene Wort, durch die Verwirklichung der Lehre in dir lebendig,
erst dann wirst du  den Ton Seiner Stimme in dir hören.





Die freieste Seele ist die, die ganz schweigt und die sich allein und in allem,
dem Willen Gottes unterwirft.
Denn Gott allein ist der einzigst freie und ungebundene Geist,
der aus Sich heraus alles wirkt, schafft und erhält,
ohne irgend dazu von außen angeregt zu werden.
Wer mit diesem Geist eins wird, der ist vollkommen erlöst von den Fesseln der Materie und des Gerichtes.
Der Tod hat keinerlei Gewalt mehr über ihn.
Keine der ausgehenden Kräfte der gefallenen Schöpfung kann ihn mehr beschränken,
behindern, noch halten.
Aus diesem Grunde sollen wir unseren sich frei dünkenden Willen,
der in Wirklichkeit ein Sklave der Welt und des Todes ist,
unter die Lebens-Gebote und Lebens-Ratschläge des Herrn fügen.
Schmiede dir aus der Erkenntnis des Wahren und des Guten deine eigenen Fesseln,
um wirklich frei zu sein!

 



Um ein rechter Lehrer und Leiter in das Reich des Lebens zu werden,
muss man zuerst das Schweigen lernen; und aus dem Schweigen das Handeln.
Hat man in der stillen Beurteilung und Betrachtung der Dinge
die inneren Stürme und Wogen des Lebens geglättet,
so ist der Seelenspiegel fähig das wahre Liebesfeuer und Weisheitslicht
aus Gott unverfälscht wiederzugeben.
Das Licht der himmlischen Weisheit kann einem aber nur gegeben werden
durch tiefe Demut und inbrünstige Liebe zu Gott.









Der Ernst der Nachfolge

Wie oft habe ich mich schon aufgemacht, das finstere Tal zu verlassen um meine Heimat in lichteren Höhen zu suchen. Und wie oft habe ich mich dann doch wieder betören lassen vom Lärm der Welt; wollte nur noch einmal einen flüchtigen Blick zurückwerfen und war doch bald wieder gefangen und eingenommen vom Gaukelspiel der Welt,... und stürzte aufs Neue. Wie heißt es doch “Wer seine Hand an den Pflug legt und dabei nach hinten schaut, der taugt nicht zum Himmelreich.“
Man zieht  sich schmerzende Seelenwunden zu und muss das Stück Weg, das schon erklommen war, aufs Neue ersteigen, geschwächt durch eigene Schuld.

Oft lag ich wie zerschmettert am Boden nach solch einem Fall und dachte, nun stehst du nicht mehr auf. Denn aller meiner Kräfte bar und mit tief bedrücktem Herzen, traute ich mich nicht mehr meinen Blick nach oben zu richten. Ein tiefes Schuldgefühl drückte Augen und Herz zu Boden. Es drückte mich so lange zu Boden, bis ich jenes Licht sah, das mich immer wieder zum Leben erweckte und mir Mut machte.
Erst wie weit entfernt, aber aus der Tiefe meines Herzens immer näher kommend. Es war das Licht der Hoffnung und des Glaubens.
Des Glaubens an einen Gott, der mehr liebte, gnädig und barmherzig war, als unerbittlich, gerecht und streng.
Und es waren die Tränen der Reue welche die Wunden meines Herzens kühlten und den Samen der Liebe aufs neue erweckten. Schnell wuchs der Baum des Lebens auf diese Weise wieder aus dem Morast meines sündigen Lebens und mir ward durch Seine Gnade Heilung in einem Augenblick.
Doch wund war ich dann vor Liebe zu meinem Heiland und Erretter Jesus Christus, in welchem die Vaterliebe Gottes ganz Mensch wurde.
Aber dieses Weh war lieblich zu tragen. Mit diesem Himmelsmanna in meinem Herzen machte ich mich erneut auf den Weg, Ihm nachzufolgen auf dem schmalen und dornigen Pfad zum ewigen Leben meines Geistes.




Der wirkliche Jünger und Gottliebende muss zuerst die Prüfungen des Elends,
der Einsamkeit, des Zweifels und des Missverstandenwerdens durch seine Mitmenschen durchmachen,
bevor er in jener geistigen Sphäre, in jenem Bewusstsein Friede findet,
welches man das Himmelreich nennt.
Herzensschmerz ist die Gymnastik der Ewigkeit,
die einweihende Liebkosung Gottes.





Es gibt immer mehrere Wege die man gehen kann;
der Grad deiner Liebe zu Gott bestimmt die Länge und Beschaffenheit deines Weges.



 
Jede Seele, die in diesen Erdenplan geboren wird,
kommt in ihrer eigenen ihr angestammten Lichtsphäre oder Blindheit,
die sie in ihren vorirdischen Daseinsformen aufgebaut hat.
Keiner fängt bei Null an, jeder bringt “sein Buch des Lebens“ tief verborgen in sich mit.
Und den Weg deines Lebens wirst du auf dieser Erde weiter auf seine Seiten schreiben
 nach deiner freien Wahl.

Wer will da sagen, dass er den größeren Fortschritt macht, wer will sich erheben über seine Brüder?
Hat doch der geistig noch halbblinde,
der sich durch ehrliches Bemühen in das noch schwache Morgenlicht seines inneren Sonnenaufgangs versetzt hat, ein größeres Werk vollbracht,
als der Engelsgeist, der aufgrund seiner angestammten Lichtsphäre
leichtfüßig von einer geistigen Sonne in die andere springt.





 Geist kann die Materie durchdringen, Materie aber nicht den Geist.




Himmel und Hölle sind keine Örtlichkeiten, sondern Zustände in denen sich die Seele befinden kann.
Hat eine Seele zum Beispiel Herrschsucht, Stolz, Neid, Selbstsucht und Hochmut in sich,
so befindet sie sich auch schon in der barsten Hölle,
da diese Eigenschaften den himmlischen Prinzipien geradewegs entgegenstehen.
Die himmlischen Prinzipien aber heißen:
Selbstlosigkeit, Demut, Liebe und Barmherzigkeit.




Oft verwerfen wir das Gute und Wahre, das auf uns zukommt nur,
weil das Verkehrte in uns sich selbst als Maßstab nimmt.
Habe keine Angst, die aus deinem jetzigen Wissen bestehende Hülle zu sprengen,
um in einen größeren geistigen Raum hineingeboren zu werden.
Sieht man den Weg vor sich, so sollte man ihn gehen ohne zu fragen,
 was wohl hinter dem nächsten Hügel liegt.




Gott hat zur Erlangung des wahren Lebens die uneigennützige Tätigkeit zur Bedingung gestellt
 und nicht das selbstsüchtige Genießen.
Nur wer in sich wach und tätig bleibt, wird das hohe Ziel erreichen.
Das Licht ist uns nicht gegeben den Tag zu erhellen, sondern die Nacht.




Der Christus

Stolz —Herrschlust — vollste Freiheit — Sinn für Wohlleben, Weiberlust und dergleichen mehr, also auch Zorn waren die Hauptschwächen Seiner Seele.
Aber Er kämpfte aus dem (lichtvollen) Willen der Seele gegen alle diese gar mächtigsten, tödlichsten Triebfedern Seiner Seele.
Den Stolz demütigte Er durch die Armut.
die Herrschlust bändigte Er durch den willigsten Gehorsam zu denen, die wie alle Menschen gegen Ihn gar nichts waren.
Seine ewige allerhöchste Freiheit bestürmte Er damit, dass Er Sich wenn schon endlos schwer,
den Menschen wie ein sklavischer Knecht zu den niedrigsten Arbeiten gefangen gab. Den stärksten Hang zum Wohlleben bekämpfte Er durch oftmaliges Fasten aus Notund auch aus dem freien Willen der Seele. Und die Weiberlust durch nicht selten schwere Arbeit,
durch magere Kost, durch Gebet und durch den Umgang mit weisen Männern.

















Da Er die Bosheit der Menschen mit einem Blick durchschaute und sah ihre Hinterlist und Heuchelei, Verschmitztheit und ihre Selbstsucht, so ist es auch begreiflich, dass Er sehr erregbar war und konnte leicht beleidigt und erzürnt werden.
Aber da mäßigte Er Sein göttliches Gemüt durch Seine Liebe und darauffolgende Erbarmung. Und so übte Er Sein Leben durch lauter schwerste Selbstverleugnung um dadurch die zerrüttete Ordnung wieder herzustellen.
Dieses war das Leben des Christus von Seinem zwölften bis dreißigsten Lebensjahr, dass Er unter schwerster Versuchung und ihrer Bekämpfung zubrachte.
(Aus dem Jakobus-Evangelium Kap. 299; durch Jakob Lorber)









Weggefährte


Fremd geworden sind mir deine Wege, obwohl ich sie selbst einmal gegangen bin. Damals, als auch ich mich betören ließ von dem Irrlicht des Welttreibens, das immer wieder neue, fesselndere Spiele in die Arena des Lebens wirft, so dass man nicht mehr zur Ruhe findet. Man muss sich selbst Gewalt antun und diesen Kreis verlassen, in dem man nur der Verlierer sein kann.
Schau dich nicht mehr um, auch kein letztes Mal. Ich bitte dich, der du mein Weggefährte warst - Bruder meiner Seele -‚ richte deinen Blick wieder nach Innen und gehe in die Stille, sie wird dir helfen das Licht zu finden, das du aus Leichtsinn verloren hast. Sie wird dich auch wieder die Ruhe und Geduld lehren und das Wahrnehmen der göttliches Liebe, die dich stets umgibt und auf dein erkennen wartet. Doch musst du in deinem Herzen wieder die Sehnsucht nach Gott erwecken.
Du kennst jene Flammenblume im Zentrum des Garten Gottes. Ihre Blüte ist die Demut, Stiel und Blätter heißen
Beharrlichkeit und Geduld, und ihre Wurzeln sind die Barmherzigkeit.
Diese Wurzeln dringen tief in den Beton des erhärteten Herzens und werden ihn sprengen, um den Weg für ein neues Leben aus Gott zu bereiten.

Gehe deinen Weg mein Bruder, doch gehe ihn wieder zum Licht und zum Leben; nimm das Gute für dich  an und verwerfe  für dich Schlechte.
Es ist wahr, er ist nicht leicht dieser schmale Weg der Liebe und der Dornen, und doch ist er für all jene die ihn gehen schöner und beseligender, als alle Wege der Ehre und Anerkennung der Welt; ja selbst als die Lichtwege der erhabenen und kristallklaren Weisheit. Als die Wege der Gerechten, die ihre Augen nie beschämt zu Boden schlagen mussten, die nie ihre Tränen verbargen im Sand ihrer inneren Einsamkeit.
Ja, er ist unscheinbar und oft belächelt von den Augen derer, die sich zu Großem berufen fühlen. Doch du weisst noch aus unseren ersten Tagen mit Ihm, dass Er diesen Weg  gegangen ist und ihn durch Seinen Tod fortan als den Weg zum Vaterherzen Gottes besiegelt hat.
Alle die diesen unscheinbaren Weg gehen sind sich Brüder; und auch wenn sie sich äußerlich nicht kennen, so sind sie innerlich doch verbunden und eins, da sie den demütigsten und unscheinbarsten aller Heilswege gewählt haben, den Weg des Christus.
Du sagst, man kann so wenig sehen von der eigentlichen Größe und Erhabenheit des Christusweges. Und es ist wahr, es ist kein äußerliches zur Schau stellen mehr wie damals, als man “Licht-voll" und erhaben scheinen wollte.  Aber wenig sehen nur jene, die noch nach Ruhm, Beifall und Anerkennung heischen, seien sie nun weltlich oder geistig gesinnt. Denn auch unter den geistig Strebenden ist der überwiegende Teil noch karrieresüchtig, nur eben auf der anderen Seite des Lebens.

Nur wenn das, was im Kopf begonnen hat auch bis ins Herz sinkt und von dort aus lebt, kann der Baum des Lebens zur Blüte gelangen und Frucht bringen. Ja, das demütige und liebende Herz ist das kleine und unscheinbare Tor zum Himmelreich und doch sind wir tausende von Meilen gereist, um einen prächtigen Palast mit einem goldenen Portal zu finden.
Gehe deinen Weg weiter durch diese Traum-Welt, dessen Länge du  durch dein Handeln selbst bestimmst.
Doch verwirf das dir bekannte Böse und erwähle  das dir bekannte Gute. Sei barm­herzig und vergib deinen Mitmenschen so du glaubst, dass sie dir Unrecht taten, auch sie sind unterwegs. Verbanne den Groll und Ärger aus deinem Herzen, er vergiftet dein Leben. Vergebe den Menschen, von denen du glaubst, dass sie dir Unrecht taten. Und vergib auch mir so ich dich erneut rufe, aber die Liebe lässt mich nicht ruhen. Auch ich bemühe mich  täglich auf meinem Weg,aus der Triebfeder der Liebe aufs Neue, denn das Leben ist ein heiliger Ernst.

Einst haben wir einst den ersten Schritt gemeinsam gemacht und den Weg begonnen, doch dann haben sich unsere Wege und Ziele getrennt. Hast du noch ein Ziel, Bruder meiner Seele? Vielleicht werden wir uns einmal wiedertreffen auf unserer Pilgerreise zum Vaterherzen Gottes, um wieder ein Stück gemeinsam zu gehen, Gott hat Zeit und die Ewigkeit hat noch viele Räume der Weisheit und Liebe Gottes, für Seine verlorenen Kinder. Eines Tages werden wir uns sehen und erkennen wie wir wirklich sind, und wir werden uns mit den Tränen des Wissens und  Verstehens eines langen und leidvollen Weges  wieder in den Armen liegen. Das Leben hat dann zugenommen, der Tod aber ist besiegt.




Wo du auch bist, und was dir auch geschieht, rufe unseren Vater an.
Er allein ist gnädig und barmherzig über unser
Verständnis und alles muss sich beugen vor Seinem Wort.
Glaube mir, Er allein kann dir helfen in deiner Not und
dich heilen von aller Krankheit der Seele und des Leibes.
Wo du auch bist und wie du auch bist, rufe Ihn an,
Er wird dir helfen, denn Er ist der Allgegenwärtige.
Und wo du auch bist und wie du auch bist, ich werde kommen,
so du meine Stütze brauchst.
Ich habe dich nie vergessen oder aufgegeben - ich bete für dich.
Hast du vergessen mein Bruder
 “ Gott ist die Liebe



Man kann nur solange versucht werden, solange man noch eine falsch gegründete Liebe in sich hat, nämlich eine Zuneigung und Liebe zum Gegenstand der Versuchung. Man möchte zwar überwinden um den Qualen der Versuchung zu entgehen, schielt aber, weil das Band der falschen Liebe noch nicht zerrissen ist, dennoch immer wieder zum Gegenstand der Versuchung und fällt in einen seelischen Abgrund.
Auch der Wunsch zu überwinden, nur um den Bedrängnissen der Versuchung zu entgehen, ist noch ein falsch begründeter Wunsch und bringt keine Befreiung.
Lange dauert  dieser Kampf, lange dieses Hin und Her. Mal frisst man gleich den Schweinen am Misthaufen der Welt, und mal genießt man wie ein Schmetterling den Honig der Liebe Gottes.
Aber erst wenn einem der Misthaufen, welcher so ganz eigentlich die  Eigenliebe ist, zuwider wird und anekelt, und man diese Liebe - die zerstreut war - dann sammelt um sie in der uneigennützigen Liebe zu Gott und  zum Nächsten zu versenken, dann erst wird sie umgewandelt und mit ihr der ganze Mensch, in “ das Kleinod der Liebe Im Herzen Gottes“.  Kein Gott, kein Christus wird uns etwas schenken, wonach unser Herz nicht wirklich und ausschließlich verlangt.











Heimkehr

Der innere Kreis der Liebe

"Wer bist du - woher kommst du und wohin gehst du?“
“Ich bin ein lieblicher Gedanke Gottes, geschöpft aus der Mitte Seines Herzens.
Ein Pilger bin ich, gekommen den großen Lauf zu vollenden.“
  Vom unbegreiflich großen Geist komme ich und ich gehe ...
 zum Vater!




 
Das erste Drittel des Weges tastest du dich mit deinem Verstand voran.
Das zweite Drittel gehst du unter dem Hauch deines erwachten Geistes.
Um aber den letzten Teil des Weges, der dich zum Ganzen führt, zu beschreiten,
musst du dich bedingungslos und voller Gottvertrauen der göttlichen Liebe,
als dem Herz des Geistes hingeben.
Schaue nicht mehr nach hinten
  entkleide dich der Sorgen und Ängste um dein tägliches Dasein und wisse
dass Gott nun für dich sorgt.
Schaue auch nicht auf den erhobenen Zeigefinger der Weltmenschen,
die dich in ihren Kreisen halten wollen.
 Gehe stetig voran und der anfangs noch schmale Weg
wird an Klarheit und Weite ständig zunehmen.
Er wird in ein Glänzen übergehen, das dich schützend umhüllt, er­nährt und wärmt.
Und während du gehst, wirst du merken,
dass du eine Welt betrittst
deren Bewohner du mit einem Teil deiner
Selbst von jeher gewesen bist.
Ja, deren Erschaffer und Baumeister du durch die
Gedanken, Worte und Taten
eines jeden Tages in deinem Inneren selbst warst.




 
Wie sollte ein Mensch die unendliche, transzendente Wesenhaftigkeit Gottes je erfassen, und wie sollte er dieses nicht erfassbare Sein, als die alles ins Dasein rufende und alles durchdringende Kraft je von ganzem Herzen lieben können?
In ein erhebendes Schwindel- und Glücksgefühl, das einem durch die geistigen Erkenntnisse und die Schauung des Lichtes wird kann man wohl eingehen; aber vermag dieses Herz Gott auch ganz und gar innbrünstig zu lieben, wie eine Braut ihren Bräutigam?
Gott aber will von Seinen Kindern innig geliebt werden wie ein Bräutigam von seiner Braut. Und der Gott-liebende will den Gegenstand seiner Liebe wonniglich umfassen und in seine Arme schließen um selig zu sein und nicht nur von Ferne den Saum der Gottheit berühren, oder in anderen Gemächern leben als der Bräutigam.
Auch darum nahm die Gottheit in und als Jesu Christus Menschengestalt an, auf dass Seine Ihn liebenden Kinder Zuflucht und höchste Wonne in Seinen Armen finden können.
Und bis wir zu dem glückseligen Augenblick des Sehens von Angesicht zu Angesicht gelangen, dürfen wir uns hier auf Erden der Liebe mit Haut und Haaren in die Arme werfen.
Denn die Liebe ist der Körper Gottes mit dem Er Sich uns geistig offenbart und All-gegenwärtig ist.




 
In einem Atom der Liebe ist mehr Sättigung zu erlangen, als in einem ganzen Universum der Weisheit.
(Jesus der Christus)





Wo bin ich gewandert mein Herz, welche dunklen Täler habe ich durchschritten,
dass ich Deine Lieder nicht mehr singen konnte?
Weit offen standen die Tore der kalten Vernunft und eisiger Frost lähmte die Zunge meines Herzens.
“Oh lieber Vater, wo habe ich das liebende Herz des kleinen Dichters verloren,
der einst mit den Vögeln sang, mit den Kindern lachte und mit dem Wind flüsterte,
der Schmetterlinge lachen hörte und wusste wie Wolken schmecken.“
“Oh Vater, ich möchte diese berechnende, eisig-kluge Kälte verlassen,
in der das Glück keine Zuhause findet.

Was hält mich auf den Paradiesvögeln gleich mitzufliegen, in die Mitte des Unbekümmertseins?“

“Es sind die Tränen deiner Brüder mein Kind;
all jener die im Sterben noch nach dem Leben hungert,
reiche ihnen Mein lebendiges Brot!“





Was wisst ihr Klugen und Starken,
und was wisst ihr Gerechten schon vom Herzen,
 das sich verzehrt in Sehnsucht nach dem Vater;
das Licht sieht und sich doch vom Schatten betören lässt.
Das dann weinen möchte weil der Liebste nicht mehr da ist,
und das jetzt weint während es schreibt, weil es sich wieder nicht getraut zu bitten.

“Aber jetzt bist Du endlich wieder hier mein Liebster, denn meine Tränen zeugen von Deiner  Gegenwart.“





Einst, als ich mich unter Tränen vollends Gott anvertraute,
als ich einmal alle Regeln und Bedenken beiseite ließ und Seiner Größe und Heiligkeit nicht achtete,
als ich wie ein wimmerndes Kind am Boden lag und unbeholfene Worte meiner Liebe zu ihm stammelte,
da erst brach das wahre Leben sich Bahn in mir.
Da erst verstand ich Seine Worte und Seinen Weg.
Da erst verstand ich Deine Liebe.
In jenen Tagen ist der mir immer so ferne und unbegreiflich seiende Gott,
 zum nahen Vater, ja, zum Geliebten geworden.
Und wonach sehne ich mich mehr, als nach Seinem Anblick, als nach Seiner Umarmung.




Ich durchschritt Lebenskreis um Lebenskreis, immer um die Reife für den nächst höheren zu erlangen.
In einigen Tagen bin ich nun ein halbes Jahrhundert  in meinem jetzigen Kleid auf diesem Planeten, und mir ist als wäre ich dort wieder angelangt, wo ich mein geistiges Suchen bewusst begann. Nur ist die Strecke die zwischen damals und jetzt liegt bekleidet mit Erfahrungen und Erkenntnissen, die mir helfen meine wahre Identität zu finden.
Wie damals, als ich noch nichts wusste von der hohen Berufung der Erdenkinder, als mein Kopf noch nicht gefüllt war mit den geistigen Entsprechungsbildern meiner Wanderschaft und ich nur der reinen Sehnsucht meines Herzens folgte, genauso ist es jetzt.

Zitternd steht mein Herz vor einer neuen Zeit deren Wurzeln schon zart in mir gegründet sind.
Wirst Du mich nun bald durch das  Tor führen, das Du mir vor vielen Jahren einmal gezeigt hast unter südlichem Himmel,  als ich zurück schreckte vor der Absolutheit dieses Augenblicks.
Langsam  fühle ich an mir was Du meinst mit Deinem Leben, mit Deinem Tod und mit Deiner Auferstehung und ich verharre lauschend in Erwartung dessen was da kommen wird.
Wie lebendig sind mir nun diese Verse des mir unbekannten Dichters, dessen Zeilen nun mein Leben sind.





“Älter geworden am Blühen der Erde komme ich zu Dir an einem Tag im Herbst.
Hoch wandern die Gestirne - traumlos in einer Nacht.
Steinern brennt mir die Flöte am Mund.
Ich habe die Sprache vergessen - die Worte verloren die Rede verlernt.
Älter geworden am Blühen der Erde liebe ich Dich.“





Als ich feige war, musste ich lernen mich durchzusetzen und zu behaupten.
Jetzt, wo ich Mut und Stärke erlangt habe,
 jetzt muss ich die Kraft aufbringen mich schlagen zu lassen.






Gestern, als ich vor der Herberge meines Herzens saß, sah ich in weiter Ferne einen Wanderer auf mein Haus zuschreiten.
Ihm voraus bewegte sich eine bunte Gruppe von Gauklern und Spielleuten, die auch zuerst meine Herberge erreichten.
Bei mir angekommen fingen sie sogleich an sich zu produzieren, wodurch sie meine Sinne wie gebannt an sich fesselten.
Nach einer geraumen Weile kam auch der Wanderer ganz ruhig und unauffällig an meine Herberge und bat demütig um Einlass und Unterkunft. Meine Sinne noch immer auf das Possenspiel der Gaukler gerichtet, streifte ich ihn nur flüchtig mit einem Blick und sagte ihm, er solle sich noch einen Augenblick gedulden.
Schon kurz darauf hatten die Gaukler ihr Spiel beendet und zogen johlend und lachend weiter.
Ich stand nun auf um mit dem Fremden in mein Haus zu gehen, doch der Wanderer war nicht mehr zu sehen.
Da lief ich auf eine kleine Anhöhe, von der aus man ein gutes Stück des Weges überblicken konnte und ich sah jenen Wanderer in seinem langen Gewand, in einer Aura des zartesten Lichtes gehüllt den Bergen zuwandern.
Da schrie mein Herz im Schmerz, denn ich erkannte, dass es mein Geliebter  gewesen war, der in mein Herz begehrt hatte. Ich fiel wie betäubt zu Boden und weinte bitterlich.

Zwei sanfte und liebevolle Hände richteten mich in diesem Augenblick wieder auf.





Wie sehr muss man sich doch ausgießen für die Liebe.
Selbst nichts mehr sein, alles dahingeben aus Liebe und
viel mehr noch.
Lieben ist geben, geben, geben ohne ein fragen oder
fordern, was es auch sei.
Zur Erlangung des göttlichen Lebens gibt es nur eine
Regel: 
 Man muss alles verlieren um der Gewinner zu sein.

Man muss voller Vertrauen geben und geben ohne sich über die Folgen
weitere Gedanken zu machen.




 
“Wer sein Leben sucht, der wird es verlieren. Wer sein Leben aber verliert um Meinetwillen,
der wird es finden.“
(Jesus der Christus)




Ist es nun so weit, dass ich Dir alles gebe,

auch mein letztes Kleid, meinen Leib, den ich am längsten zurück behielt.
Er war stets der Anreiz für meine Eigenwilligkeit und meine falsche Liebe.
Lange habe ich mit seinen Begierden und Leidenschaften gekämpft, ohne jedoch sein Meister zu werden.
Konnte ich auf “meinem Weg“ diesen Kampf überhaupt gewinnen,
wo doch der Sieg “in Dir“ schon vollendet ist.

Nun werde ich Friede machen mit dem Knecht der Sünde
mit dem Sklaven der Welt,
indem ich ihn Dir zu Füßen lege.
Jetzt endlich opfere ich auch diesen Leib in
Dein Leben, so wie Du damals auch Deinen Leib gabst für
mein Leben.
Nimm ihn mit in Deinen Tod, nimm ihn mit in Deine Auferstehung.
 Dein Geist alleine soll leben in mir.
Bitte hilf mir mich ganz von dem zu trennen,
was mich von Dir trennt.
Und verzeih wenn ich Dich bestehle, indem ich selbstsüchtig für mich benutze, was Dir gehört.
Entreiße es mir wieder, wenn es auch weh tut.
Aber wie dumm bin ich wieder, Du nimmst ja nicht,
 Du wartest geduldig das wir von uns aus kommen um  unser Leben darzu­legen,
 Stück für Stück auf den Altar der Liebe, aus Liebe.
Wo ich auch gehe bist Du; und wenn ich wehe wie ich bin höre ich Dir zu.





“Alter Adam stirbt du nun?“
 
 Ich entgleite mir und sterbe.
Wie ängstlich ist mein kleines Herz und wie verloren wäre ich in diesem Zustand,
würdest Du mich nicht halten und meine Tränen trinken und mir sagen,
dass Du es bist der mich durch den Tod in die Auferstehung Deines Lebens in mir führt.
Jesus, mein lebendiges Herz bist Du.
Lass mich sterben in der Liebe zu Dir
auf das ich lebe.








Irgendwann kommt die Entscheidungsstunde auf jeden Menschen einmal zu;
man kann sie zwar immer wieder vor sich herschieben, aber man kann ihr nicht mehr aus dem Wege gehen.
Ich lasse dich nun allein mit dir selbst und dem Licht der Erkenntnis,
denn du sollst dich ohne irgendeinen äußeren Zwang entscheiden.
Allein dein freier Wille, der auch von Gott respektiert wird, hat die Kraft und das Vermögen die Tore ins Reich des inneren Lebens  zu öffnen.
Bedenke: Wissen für sich alleine hat keinen Wert.
Erst durch die Tat nach der erkannten Wahrheit bricht sich das ewige Leben Bahn in deiner Seele.
Das Wissen ist der Herold der Tat!
 Bleibt aber der König aus, nachdem der Herold ihn angekündigt hat,
so lebt man in einer sich nie erfüllenden Erwartung, und das ist ein ganz schrecklicher Zustand.
Es liegt  an dir den König erscheinen zu lassen.













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