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„Ich sende euch wie Schafe unter die Wölfe“ CHRISTENVERFOLGUNG HEUTE — Teil 2 (Bild: Zehntausende Christen sind auf der Flucht. Auch diese 72-Jährige Inderin sucht Zuflucht vor Verfolgung und Gewalt.) |

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WELT ONLINE Christenverfolgung Hinrichtung im Namen des Propheten Von Till-Reimer Stoldt 21. September 2007, 18:05 Uhr Gefangen, gefoltert, gesteinigt: Weltweit werden Christen wegen ihres Glaubens verfolgt. In Pakistan wartet Yonnis Masih auf seine Hinrichtung. Er soll den Islam beleidigt haben. Die Beweislage ist dünn – doch das Wort eines Christen zählt vor den Gerichten wenig. Nach deutschem Recht wäre Younis Masih ein freier Mann und könnte bei seiner Familie leben. Denn vor deutschen Gerichten gelten die Worte eines Christen und die eines Muslims gleich viel. Aber Younis Masih lebt in Pakistan. Und dort reichte die Behauptung eines Muslims, Masih habe den Propheten Muhammad beleidigt, um ihn in die Todeszelle zu bringen. Dort wartet der 35-Jährige nun auf seine Hinrichtung. Masih bestreitet zwar alle Vorwürfe. Doch vor pakistanischen Gerichten gilt das Wort eines Christen nur halb so viel wie das eines Muslims – weil dortiges Strafprozessrecht sich an der Scharia orientiert. In aller Welt erfahren Menschen Leid, weil sie Christen sind. Mancherorts droht ihnen Folter, weil sie ihren Glauben öffentlich bekennen, anderswo Gefängnis oder ein fast rechtloser Status. Ebenso unterschiedlich wie die Verfolgungsformen sind auch die Verfolger: In vielen Ländern setzt der Staat Gewalt gegen Christen ein, in anderen erwächst der Hass aus der Gesellschaft.
In der muslimischen Welt haben Christen oft weniger Rechte: Hier weist ein Schild in Nigeria den Weg zur Scharia-Kommission
Keine Religionsgemeinschaft wird mehr verfolgt als das Christentum Weiterführende Links "Ich denke, ich werde in die Hölle kommen" Christlicher Bischof will Gott "Allah" nennen „Der Islam ist vergleichbar mit dem Faschismus" Leichte Beute für muslimische Schläger Papst-Sekretär warnt vor Islamisierung Europas
Christendiskriminierung ist aber nicht nur reich an Schattierungen, sondern auch schwierig in Zahlen zu fassen. Die Experten von „Kirche in Not“, der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) oder vom Institut für Religionsfreiheit haben sich daher nur auf grobe Schätzwerte verständigt. Demnach sind weltweit etwa 75 Prozent der aus religiösen Gründen Verfolgten und 80 Prozent der aus religiösen Gründen Ermordeten Christen. Wenngleich über solche Zahlen immer wieder debattiert wird, bleibt doch ein Befund völlig unstrittig: Keine andere Religionsgemeinschaft auf der Welt wird stärker verfolgt. Ein Zentrum der Verfolgung ist die islamische Welt. In fast allen islamisch geprägten Ländern werden Christen daran gehindert, das Menschenrecht auf freie Religionswahl und Mission auszuüben. Im Iran, in Saudi-Arabien oder Sudan wartet auf christliche Missionare und Konvertiten das Beil oder die Steinigung. In vergleichsweise gemäßigten Ländern wie Ägypten oder Algerien wandern zum Christentum übergetretene Ex-Muslime und Missionare in die Psychiatrie oder ins Gefängnis. Und in für islamische Verhältnisse fast liberalen Ländern wie Malaysia muss der Abfall vom Islam vom Gericht genehmigt werden. Doch solch eine Genehmigung hat noch kein Gericht jemals erteilt.
Mehrere tausend Kirchen terrorisiert Kirchen besitzen in der Türkei keinen Rechtsstatus, können also keine Rechtsgeschäfte tätigen, etwa Eigentum kaufen. Kirchen dürfen ihr Personal nicht selbst ausbilden, und immer wieder wird ihr Eigentum entschädigungslos enteignet, während in Deutschland die Moscheen wie Pilze aus der Erde wachsen. Die in den letzten Jahren zunehmenden Morde an christlichen Priestern und Missionaren wurden jedoch weder vom Recht gedeckt noch vom Staat begangen, sondern von fanatischen, islamischen Bürgern. Ähnlich steht es in Indonesien. Auch dort tritt weniger der Staat als Christenverfolger hervor, dafür aber ein Teil der islamischen Bevölkerungsmehrheit. In den vergangenen Jahren wurden mehrere tausend Kirchen von Islamisten abgefackelt, und immer wieder brandschatzen und terrorisieren Muslim-Milizen christliche Dörfer – um sich zu bereichern und das Land zu islamisieren. Christen werden auch von Buddhisten und Hindus verfolgt Und keineswegs ist Christenverfolgung eine islamische Spezialität. Die Länder mit den meisten Diskriminierungsfällen sind derzeit marxistische Diktaturen wie die Volksrepublik China, Nordkorea oder das ostafrikanische Eritrea. Diese Regime treibt der Wunsch nach totaler Kontrolle. Sofern sich Christengemeinden in China von den Behörden lenken und kontrollieren lassen, können sie ihren Glauben recht ungestört leben. Die vielen Millionen Christen in evangelischen Freikirchen („Hauskirchen“) wollen sich aber ebenso wenig vom Staat beherrschen lassen wie der romtreue Teil der katholischen Kirche Chinas – weswegen sie dem Regime als Sicherheitsrisiko gelten. Diese Christen leben meist im Untergrund, von Gefängnis, Folter und Todesstrafe bedroht. Für viele Europäer erstaunlich ist auch die derzeit zu beobachtende Christenverfolgung im Namen Buddhas oder Krishnas: In mehreren indischen Bundesstaaten hat die dort regierende Hindu-Partei BJP Gefängnisstrafen eingeführt für christliche Mission oder den Abfall vom hinduistischen Glauben. Zudem wurden 2007 in Indien mehrere evangelikale Prediger von Hindu-Fanatikern gelyncht. Auch aus dem buddhistischen Myanmar ist bekannt, dass christliche Kinder zwangsbekehrt, in die Armee gezwungen und als menschliche Minenräumer verwendet wurden. Und in Sri Lanka drangen wiederholt buddhistische Mönche, begleitet von einer aufgestachelten und gewaltbereiten Meute in Kirchen ein und verprügelten die Gottesdienstbesucher, weil diese zu missionieren wagten.
Christenverfolgung in Ostindien "Die Polizisten saßen da wie Steine" Von Uwe Lueb, ARD-Hörfunkstudio Neu-Delhi http://www.tagesschau.de/ausland/weltspiegel116.html
Die Gewalt gegen Christen im Osten Indiens eskaliert: Christen werden verfolgt, ihre Häuser zerstört, Dutzende wurden getötet. Zuletzt wurde eine Nonne offenbar von radikalen Hindus vergewaltigt - die Polizei blieb untätig. Indiens Regierung reagiert nur langsam. Montag, 25. August 2008: Eine junge Nonne arbeitet zusammen mit einem Geistlichen im Pfarrhaus im Bezirk Kandhamal im indischen Bundesstaat Orissa. Plötzlich stürmen bewaffnete Männer das Haus. Der Pfarrer und die Nonne fliehen durch den Garten und verstecken sich im Haus von Nachbarn. Einen Tag später finden die Männer sie dort. Was dann geschieht, erzählt die Nonne einem indischen Fernsehsender: "40 bis 50 Männer kamen ins Haus, mit Waffen in ihren Händen. Sie schoben mich durch die Hintertür nach draußen. Dann zogen sie mich aus und drückten mich auf den Boden. Zwei Männer haben sich auf meine Hände gestellt und einer hat mich vergewaltigt." Auch den Pfarrer fanden die Gewalttäter. Sie quälten ihn, drohten ihn zu verbrennen und jagten dann ihn und die Nonne auf den Marktplatz.
Die Polizei bleibt tatenlos
Bezirksregierung wartet auf medizinischen Bericht Auf den Fall angesprochen wiegelt der Bezirksgouverneur ab: "Der Bezirksarzt ist noch zurückhaltend in Bezug auf diese Untersuchung. Das ist das, was mir erzählt wurde. Ich habe den Bericht nicht gesehen. Der Arzt hat ein Gutachten der Gerichtsmedizin angefordert und erst dann können wir zu einem Ergebnis kommen. Bis dahin können wir gar nichts sagen." Wie schwer sich das offizielle Indien seit Jahrzehnten damit tut, gegen die Verfolgung von Christen vorzugehen, wird durch diesen Fall deutlich. Asiatische Menschenrechtler glauben inzwischen, die Behörden seien im Stillen damit einverstanden. Mittlerweile hat sich die Gewalt gegen Christen auf fünf Bundesstaaten Indiens ausgeweitet. Der Druck auf die Zentralregierung, endlich einzuschreiten, wächst.
Späte Reaktion der indischen Regierung Die indische Regierung hat lange nur zögerlich reagiert. Inzwischen aber drängen auch Minister zum Handeln. Und Indiens Präsidentin Patil droht der Regierung von Orissa unverhohlen damit, sie abzusetzen und den Bundesstaat unter die Verwaltung der Zentralregierung zu stellen. Für viele kommt die Einsicht zu spät.
Christenverfolgung in Indien — Flächenbrand in Orissa
Zwei Tage nach dem Attentat auf Guru Swami Laxmananda traf der schlimmste Scharfmacher der indischen Hindunationalisten in Bhubaneshwar ein. Noch bevor Pravin Bhai Tagodia, der Chef des berüchtigten „Welthindurates“ (VHP), den Flughafen in der Hauptstadt Orissas verließ, diktierte er den Journalisten in den Block, was er rasch im Bundesstaat verbreitet wissen wollte: „Dies war ein Angriff der Kirchen auf die Religion der Hindus - die Aktivitäten der Kirchen in Orissa gehören verboten.“ Togadias Streichholz entzündete sogleich einen Flächenbrand. Zwar hatte die Landesregierung die Maoisten für den Mord verantwortlich erklärt - und ein Rebellensprecher sich der Tat bezichtigt -, aber büßen mussten die Christen. 558 Häuser und 17 Kirchen seien in den vergangenen zehn Tagen zerstört, 13.000 Christen in die Flucht getrieben worden, teilte die Regierung des Bundesstaates am Montag mit. Die katholische Kirche hält das noch für eine Untertreibung: „50.000 Menschen sind auf der Flucht und mehr 2000 Häuser zerstört“, rechnete Raphael Cheenath vor, Erzbischof von Bhubaneshwar.
„Totalzusammenbruch der Ordnung“ Seine Bilanz stammt vom vergangenen Freitag; seither sind das Zerstören und Morden weitergegangen. Die Angaben über die Todesopfer schwanken mittlerweile zwischen zwanzig und mehr als dreißig. Von einem „Totalzusammenbruch der Ordnung“ spricht H. Suresh, ein früherer Richter am High Court von Bombay, der am Montag gemeinsam mit anderen indischen Menschenrechtsaktivisten eine Pressekonferenz in Bhubaneshwar gab. Tatsächlich ist es den Sicherheitskräften bislang nicht gelungen, den Mob unter Kontrolle zu bekommen. Die Appelle zur Zurückhaltung von Ministerpräsident Manmohan Singh, der in der vergangenen Woche von einer „nationalen Schande“ sprach, verpufften. Am Montag sah er sich gezwungen, weitere tausend Soldaten nach Orissa zu entsenden. Nun versuchen insgesamt 5500 Sicherheitskräfte, unter ihnen paramilitärische Einheiten, die Christen zu schützen. Etwa 15.000 Christen haben inzwischen Zuflucht in Lagern gefunden, die von der Regierung errichtet wurden.
Christen sollen Hindus mit Geld zum Konvertieren gelockt haben Im Mittelpunkt steht der Distrikt Kandhamal, der schon im vergangenen Dezember Schauplatz gewalttätiger religiöser Auseinandersetzungen gewesen war. Damals brannten dort mehr als 50 Kirchen und Dorfkapellen, Hunderte Häuser von Christen wurden zerstört, aber auch einige Dutzende Häuser von Hindus. Auch andere Gebiete des östlichen Bundesstaates waren schon in den Schlagzeilen. Nationales Entsetzen rief vor knapp zehn Jahren der Mord an dem australischen Missionar Graham Staines hervor, der seit den sechziger Jahren mit Leprakranken in Orissa gearbeitet hatte. Sein Haus im Keonjhar-Distrikt wurde im Januar 1999 von Hindu-Fanatikern in Brand gesteckt - Staines und seine beiden jungen Söhne verbrannten bei lebendigem Leib. Die Spannungen zwischen den Hindus und der christlichen Minderheit - im ganzen Land liegt ihr Anteil bei zwei Prozent, in Orissa leicht darüber - wurzeln in zunehmenden Konvertierungen. In Kandhamal sollen nach Einschätzungen Ortskundiger in den vergangenen Jahren zwanzig Prozent der mehr als 600.000 Hindus zum Christentum übergetreten sein. Seit Jahren werfen Hindu-Organisationen den Kirchen vor, gezielt Niedrigkastige und Dalits („Unberührbare“) zu missionieren und dabei auch Geld einzusetzen. Die Kirche dementiert dies und spricht von freiwilligen Übertritten mit dem Ziel, dem Kastensystem zu entkommen. Die Vorwürfe der Massenmissionierung hatten schon den Indien-Besuch von Papst Johannes Paul II. im Jahr 1999 überschattet.
Erinnerungen an das Pogrom von Gujarat werden wach Dessen Nachfolger, Papst Benedikt XVI., gehörte in der vergangenen Woche zu den Ersten, die die Ausschreitungen in Orissa verurteilten. Das italienische Außenministerium bestellte am Montag den indischen Botschafter ein und übermittelte ihm die „tiefe Besorgnis“ der Regierung in Rom. Inzwischen wechselte auch der indische Ministerpräsident Singh die Tonlage und forderte die Regierung in Bhubaneshwar auf, den Amoklauf gegen die Christen zu stoppen. Ort der Zerstörung: Eine christliche Kirche im indischen Bezirk Kandhamal Die Vorwürfe gegen den dortigen Ministerpräsidenten Naveen Patnaik werden immer lauter. „Die Polizisten waren reine Zuschauer, als die Gewalttäter Dorf für Dorf niedermachten“, klagt Erzbischof Cheenath. Swami Agnivesh, ein bekannter indischer Menschenrechtsaktivist, warf den Behörden in Orissa sogar vor, sich mit den Angreifern „gemein gemacht“ zu haben. Text: F.A.Z. Bildmaterial: AFP, F.A.Z., REUTERS
Weitere wichtige Links zum Thema Christenverfolgung http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,478091,00.html Innenminister beraten über Irakische Christen Bischof Huber über irakische Flüchtlinge: „Die Wahl zwischen Tod und Flucht"
Hier noch eine wichtige Seite zum Thema der schleichenden Entchristianisierung in unserer Politik und unserem Bildungswesen! http://www.persecutio.de/aktuelles.html
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Auch den Pfarrer fanden die Gewalttäter. Sie quälten ihn, drohten ihn zu verbrennen und jagten dann ihn und die Nonne auf den Marktplatz. "Da war Polizei und ich dachte sie würden uns nun beschützen", beschreibt der Geistliche das Erlebte. "Aber die Polizisten saßen nur da, wie Steine, sie haben sich nicht bewegt oder gesprochen - sie waren völlig regungslos." Später untersuchen zwei Ärztinnen des Bezirkskrankenhauses die Frau und bestätigen die Vergewaltigung. Wie üblich informieren sie darüber die Polizei. Doch fünf Wochen lang tut sich nichts: Dann kündigt der neue Polizei-Direktor an, die Wache zu besuchen. Auf einmal ist der Fall der Nonne aktenkundig. |
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"Religionsfreiheit ist ein grundlegendes Recht" Bei einer Demonstration tausender Menschen für Religionsfreiheit in Neu Delhi erinnerte Erzbischof Reverend Vincent Concessao an die Verfassung: "Wir wollen bekräftigen, dass jeder Bürger dieses Landes Religionsfreiheit genießt. Auch der Übertritt zu einer anderen Religion ist ein grundlegendes Recht. Erzwungene Übertritte müssen dagegen untersucht werden - aber lasst sie ebenso gewaltsame Rückübertritte zum Hinduismus untersuchen." Nur so können Christen in Orissa und anderswo ihrer Verfolgung entkommen: Sie bekennen sich zum Hinduismus. Dabei sind viele Christen geworden, um sich aus der teils demütigenden hinduistischen Kastengesellschaft zu befreien. Genau dahin, in die untersten Kasten nämlich, wollen radikale Hindus sie zurückhaben. |





