Das Gleichnis vom treuen und
vom untreuen Knecht Textwort: Matth. 24,45-51
Wer ist nun der treue und kluge Knecht, den der
Herr eingesetzt hat, damit er dem Gesinde zur rechten Zeit gibt, was
sie zu essen brauchen? Selig der Knecht, den der Herr damit
beschäftigt findet, wenn er kommt! Amen, das sage ich euch: Er
wird ihn zum Verwalter seines ganzen Vermögens machen.
Wenn aber der Knecht schlecht ist und denkt: Mein Herr kommt noch lange
nicht und anfängt seine Mitknechte zu schlagen, wenn er mit
Trinkern Gelage feiert, dann wird der Herr an einem Tag kommen, an dem
der Knecht es nicht erwartet und zu einer Stunde, die er nicht kennt,
und der Herr wird ihn entzweien und ihm seinen Platz unter den
Heuchlern zuweisen. Dort wird er weinen und mit den Zähnen
knirschen.
Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.
In
diesem ersten Gleichnis
werden uns die Christen aller Kirchen und Gemeinden in ihrer Gesamtheit
vor Augen gestellt. Die Gemeinden und Nachfolger Christi stehen in
diesem Gleichnis als Ganzes in einem Knechtschaftsverhältnis
zu
Jesus, da sie von Ihm einen klaren Auftrag bis zu Dessen Wiederkunft
bekommen haben, den es zu erfüllen gilt. Sie sollen dem
Gesinde
– den ungläubigen Weltmenschen – das
Lebensbrot des
Evangeliums von der Erlösung und der Erkenntnis des Reiches
Gottes
reichen; sie sollen die Menschen geistig ernähren. Dabei
sollen
sie das Brot des Herrn so reichen, wie Er es ihnen zu essen gibt.
Darum sollten auch wir uns davor hüten ein anderes, leicht zu
verdauendes Gericht zu reichen, welches den Weltmenschen besser munden
würde. Das Brot/Wort des Herrn ist mitunter hart und muss gut
durchgekaut werden um seine Nährstoffe frei zu setzen. Die
sündige Natur des Menschen verlangt aber meist nach den
leichten,
weichen und süßen Gerichten der Weltlichkeit; die
Menschen
essen um des Genusses und nicht um des Nährinhaltes willen.
Auch
im Glaubensleben ist oft die Fast-Food-Mentalität unserer Zeit
wieder zu erkennen. Selig, die dem Herrn treu sind und ihre Fahnen
nicht nach dem Wind des Zeitgeistes hängen, sondern die sich
bewahren im heiligen Lebensernst. Diese werden dereinst in die
Herrlichkeit des Sohnes eingehen und mit Jesus Seine
Schöpfungen
leiten und verwalten. Jene Christen aber, welche sich von der Welt und
ihren „ganz normalen Lebens- und Genussformen“
betören
und einfangen lassen, werden in Kürze überrascht
werden von
den Ereignissen, die unvorbereitet über sie hereinbrechen
werden.
Der Herr wird alle Heuchelei an ihnen offenbaren und ihnen ihr
Zwitterwesen offenbaren – sie werden entzweit
vor dem Herrn stehen. Das Gericht wird über sie ergehen, und
sie
werden unweigerlich dorthin gezogen, wo sich ihre Liebe wirklich
befindet. Wer der Welt dient, wird auch der Welt Lohn empfangen!
Für diese wird der Herr kommen wie ein Dieb in der Nacht, zu
einer
Stunde, wo sie es nicht glauben und sich sicher in der Welt und in
ihrer Scheinreligion (welcher Art auch immer) wähnen. 
Das Gleichnis von den zehn
Jungfrauen Textwort: Matth. 25,1-13
Dann wird es mit dem
Himmelreich
sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und dem
Bräutigam entgegengingen. Fünf von ihnen waren
töricht
und fünf waren klug. Die törichten nahmen ihre Lampen
mit,
aber zu wenig Öl. Die klugen nahmen außer den Lampen
aber
noch ausreichend Öl in Krügen mit.
Als nun der Bräutigam lange nicht kam, wurden sie alle
müde
und schliefen ein. In der Mitte der Nacht hörte man aber
plötzlich laute Rufe: Der Bräutigam kommt! Geht ihm
entgegen!
Da standen die Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen zurecht.
Die törichten aber sagten zu den klugen: Gebt uns von eurem
Öl, denn unsere Lampen gehen aus. Die klugen erwiderten ihnen:
Dann reicht es weder für uns noch für euch; geht doch
zu den
Händlern und kauft, was ihr braucht. Während sie noch
unterwegs waren, um das Öl zu kaufen, kam der
Bräutigam. Die
Jungfrauen die bereit waren, gingen mit Ihm in den Hochzeitssaal und
die Tür wurde zugeschlossen.
Später kamen auch die anderen Jungfrauen und riefen: Herr,
Herr,
mach uns auf! Er aber antwortete ihnen: Wahrlich, wahrlich, Ich sage
euch: Ich kenne euch nicht.
Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.
Dieses Gleichnis bezieht
sich ab dem
zweiten Teil schon auf die unmittelbare Wiederkunft Christi zum Ende
des Weltgerichtes, von welchem in Matth. 24 die Rede ist. Im ersten
Teil findet sich die Darstellung der geistigen Ermüdung der
Gemeinden aufgrund der langen Wartezeit bis zur Aufrichtung des Reiches
Gottes auf unserer Erde. Obwohl heute viel „Aktion“
geboten
wird in den verschiedenen Kirchen und Gemeinden, von Rockmusik bis
Theater, von dem Versuch einer christlichen Ökumene bis zu
interreligiösen Veranstaltungen, von Zeltmission bis zu
Mammutveranstaltungen via Satellit in viele Länder, spricht
der
Herr hier davon, dass alle schläfrig und müde wurden
in Bezug auf Seine Wiederkunft!
Wir leben in der Endzeit, in den letzten Jahren eines maroden und nicht
mehr lebensfähigen Konstruktes menschlicher
Überheblichkeit
und wissenschaftlichen Hochmutes – und das alles jenseits der
göttlichen Schöpfungsordnung. Womit füllen
wir aber in
der Regel unsere Predigten und Wochenendseminare? Womit unsere Jugend-
und Erwachsenenfreizeiten? Was vermitteln wir als zentrale Botschaft in
unseren Bibelstudienkreisen? Bereiten wir uns und unsere Kinder und
Glaubensgeschwister wirklich auf die Wiederkunft Christi vor, mit
allem. was diese Wiederkunft mit sich bringt? Ich glaube, hier
schlafen, verschlafen wir bis heute den eigentlichen
Auftrag in unserer Zeit.
Selbst die klugen Jungfrauen unter uns, die genug Öl
–
sprich lebendigen Glauben und Liebe – in ihren Herzen haben,
scheuen dieses Thema! Ich möchte besonders auf die
unterstrichene
Aussage aufmerksam machen, nämlich dass, wenn die
Glaubensfinsternis am größten ist, man ganz
unverhofft die
Weckstimmen von Menschen hört, welche die Ankunft des
Bräutigams (die Wiederkunft Christi) verkünden. Es
werden
wenige laute Rufer sein, welche die Gemeinde zu wecken haben! Diese
wird sich wahrscheinlich – anfangs noch ein wenig verschlafen
– über den plötzlichen Tumult in ihren
Hallen
beschweren.
Die gängige Deutung, die zehn Jungfrauen als die
Christengemeinden
der Endzeit zu bezeichnen, ist zwar in gewisser Hinsicht zutreffend, es
birgt sich hinter diesem groben Verständnisraster jedoch noch
eine
tiefere Erkenntnis. Wenn man die Schriften genauer studiert, so erkennt
man mit der Zeit, dass sich der Leib Christi oder Seine Kirche in drei
Kategorien aufteilen lässt. -
Die
Knechte Dies sind die Aktivisten und Macher
in
den
Gemeinden, die fast ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn sie nicht
permanent Gas geben und neue Aktionen ausrufen. Hier werden die
anvertrauten Pfunde vermehrt, hier wird Leistung gebracht, wenn auch
nicht immer aus dem richtigen Motiv, aber man bewegt was. Man liest ja
schließlich in der Bibel, dass der Herr ein strenger Herr
ist,
der auch erntet, wo Er nicht gesät hat. Also heißt
es unter
diesem Verständnis „Punkte sammeln“. Es
sind jene
Christen, die ihre Unterwürfigkeit damit demonstrieren, dass
sie
mindestens zweimal „Herr“ in einem Satz sagen und
auch in
ihren Gebeten den Aspekt des Herrn in den Vordergrund stellen. Sie
können sich noch nicht von dem Leistungsdenken, der
Gottesfurcht
und dem Knechtschaftsverhältnis des Alten Bundes trennen und
in
die Freiheit der Kinder Gottes übergehen. Sie haben noch nicht
verstanden, dass man zwar als Knecht unter dem Gesetz den Weg beginnt,
dass aber das Ziel der Vater in Christus
ist, der allein uns in die Freiheit der Kindschaft Gottes erheben kann.
-
Die
Kinder Dies sind jene Christen, welche aus
ihrer
Gottessehnsucht in eine intimere Beziehung zu Gott getreten sind und
den Berg der Anfechtungen menschlich-religiöser Vorstellungen
und
Gebundenheiten überwunden haben. Deren Liebe und Sehnsucht
nach
Gott sie davor bewahrt hat, nur einen sicheren Glaubenshafen zu suchen
und sich in abgesegneter Frömmigkeit zu bewegen. (Dieses
Glaubensleben ist auch für viele, anfänglich
lebendige
Christen, nur noch Gewohnheit und traditionelle Verpflichtung geworden,
welche letztlich den geistigen Tod zur Folge hat.) Doch diese
Kinder–Seelen können nicht in sicherem Hafen ruhen,
sie
setzen sich den Stürmen des inneren und
äußeren Lebens
immer wieder aufs Neue aus, bis sie gefunden haben, was sie suchten:
„ Das Vaterherz Gottes
“. Dieses sind die wirklichen Gotteskinder, die das Wort Jesu
„Von nun an sollt ihr Abba
sagen“
verstanden haben. Wir dürfen Abba, lieber Vater, sagen. Abba
ist
das familiäre und intime Umgangswort für Vater und
heißt richtig übersetzt eigentlich Papa.
„Von nun an
sollt ihr in kindlicher Liebe und Vertrauen Papa zu Gott
sagen“.
Ich sehe hier schon wieder den Angstfinger so mancher Gemeindeleiter,
welche zur Vorsicht mahnen. Sie fürchten um die
Glaubenskontrolle
und sie fürchten die Verselbständigung der Schafe
unter dem
Wirken des Heiligen Geistes. Doch erst, wenn dieser Status ganz
natürlich in unseren Herzen verankert ist, können wir
weiterschreiten auf dem Wege unserer hohen Berufung, denn wir sollen
vollkommen sein, wie unser Vater im
Himmel vollkommen ist. Nicht der Knecht erbt das Reich, sondern der
Sohn. Röm. 8,15
Denn ihr habt nicht einen Geist
empfangen,
der euch zu Sklaven/Knechten macht, so dass ihr euch immer noch
fürchten müsstet, sondern ihr habt den Geist
empfangen, der
euch zu Söhnen macht, den Geist, in dem wir rufen: Abba, Vater!
Bei den klugen Jungfrauen
handelt es
sich um die Auserwählten, um die Söhne und
Töchter
Gottes und nicht um Knechte. Darüber gibt Jesus Seinen
Jüngern klaren Bescheid in Joh. 15 spricht Er zu
ihnen:„ Ich
sage euch nicht, dass ihr Knechte seid, sondern Ihr
seid meine Freunde, meine Brüder.“
Die klugen Jungfrauen sind ferner ein Bild für die aus den
Heiden
erwählten Erstlinge aller Zeiten. Diese Seelen fordern keinen
Lohn
für ihre Arbeit im Weinberg Gottes, da sie
nicht für Lohn, sondern allein aus und in der Liebe zum Vater
arbeiten.
Dies macht sie zur Brautschaft fähig und drückt ihnen
das
Siegel des Eigentums Jesu, vor allen Ansprüchen des
Widersachers,
auf die Stirn. Sie erfahren mehr und mehr die Verwandlung in das Bild
Christi. Sie sind mit Christus die Erben der ganzen Schöpfung
Gottes im Himmel und auf Erden. (Siehe Daniel 7,27 und Hebräer
2,5-8)
Das Wirken in diesem Stand geschieht aus der tieferen Weisheit der
Liebe. Diese unterscheidet sich von den Erkenntnissen eines forschenden
und studierenden Kopfes dadurch, dass sie sich schmiegsam und zart auch
in jenen Räumen zu bewegen weiß, in welchen sich der
bloße, durch die Vernunft geprägte Verstand nicht
mehr
zurecht findet. Die Stricke des Verstandes sind nur tauglich, grobe
Klumpen der Erkenntnis aneinander zu heften; aber die zarten
Fäden
der Liebe aus Gott umwinden das innerste Glaubensleben eines Menschen
und offenbaren ihm die Tiefen des Reiches Gottes und seine Geheimnisse.
Von diesem Geist, den wir aus Gott empfangen haben, heißt es
in
der Schrift, dass er selbst die Tiefen der Gottheit zu erforschen
vermag. Warum kann er das? Weil er aus dem gleichen Element und von
gleicher Natur wie das Wesen Gottes ist. Denn „Gott ist die
Liebe“ ! -
Die
Braut Hier heißt es dann in
Anlehnung an (Matth. 22,14): „ Viele
sind berufen und wenige sind auserwählt.“
Zur Braut gelangt man aus dem Kindesstand der
uneingeschränkten
Liebe zum Vater. Doch während in der Kindschaft der Aspekt der
Liebe im Vordergrund steht, tritt an die Brautschaftsanwärter
nun
auch der Aspekt des Leidens und Sterbens um Christi willen hinzu. Nur
wenn man alles Weltliche und Eigenliebige vollkommen abgelegt hat und
den Kuss des innersten Seelenschmerzes um Jesu willen empfangen hat,
tritt man in den Brautstand. Jesus ist hier ein eifersüchtiger
Bräutigam, der keinen Nebenbuhler an Seiner Seite duldet. Hier
muss sich die Brautseele mit Allem vollkommen „dem
Einen“
hingeben, sonst wird sie nicht für Wert befunden, in das
innerste
Gemach geführt zu werden. Alleine wenn man dem Heiland
auch auf dem schmalen und dornigen Weg bis nach
Getsemane, dem Ort der Aufgabe jeglichen Eigenwillens
und weiter bis zum eigenen, inneren Golgatha, dem
vollkommenen Sterben der alten
Adams-Eva-Natur
gefolgt ist, wird man mit dem Brautkleid geschmückt. Dies
vermag
nur eine Seele, ein Herz, das voll mit dem Öl der
glühendsten
Liebe zum Bräutigam ist. Eine Liebe, die nicht versiegt, auch
wenn
alles in der Welt dagegen spricht und handelt und sich in Finsternis
wandelt. Auch wenn einem alles genommen wird um Jesu willen und der
Glaube und die Liebe zum Verlust weltlichen Wohlstandes und weltlicher
Anerkennung führt, ja, selbst im Angesicht des drohenden Todes
verleugnet die Braut ihre Liebe und ihren Liebsten nicht. Und wenn der
lang ersehnte Bräutigam auf sich warten lässt und die
Macht
des Antichristen alle Lebensbereiche beherrscht, die Braut richtet ihre
Konzentration und ihr Herz allein auf Christus, alles weltliche ist ihr
Staub und Dreck. Dies sind die Auserwählten des Lammes, welche
in
den innersten Kreis der Glückseligkeit – ins
Brautgemach
– gelangen. Hier werden die fünf klugen Jungfrauen
in den
Hochzeitssaal geführt und nun selbst zur Braut. Sie werden neu
eingekleidet und auch leiblich umgestaltet.
Die wenigsten haben sich
bei dem
Gleichnis von den zehn Jungfrauen überhaupt gefragt, wo hier
eigentlich die Braut geblieben ist. Denn nach altjüdischer
Tradition sind die Jungfrauen zu dem Zwecke gekommen, um den
Bräutigam zur Braut zu führen. Die Braut erscheint
jedoch gar
nicht in dem Gleichnis. Wie gesagt findet hier eine Transformation der
auserwählten Jungfrauen im Verborgenen (hinter verschlossenen
Türen) statt. Kommen wir nun zum nächsten
Gleichnis
oder Bild über die Endzeitereignisse in Bezug auf die Kirche
Christi.  Das
Gleichnis von den
anvertrauten Pfunden Textwort: Matth. 25,14-30
Denn es ist wie bei einem Menschen,
der
außer Landes reiste, seine eigenen Knechte rief und ihnen
seine
Habe übergab. Und einem gab er fünf Talente (griechische,
höchste Werteinheit.
1 Talent entsprach 6000 Drachmen/Silbergroschen), einem anderen zwei, einem anderen eins, einem
jeden nach seiner eigenen Fähigkeit. Dann reiste er
außer Landes . Sogleich
aber ging
der, welcher die
fünf Talente empfangen hatte, hin und handelte mit ihnen und
gewann andere fünf Talente hinzu. So auch, der die zwei
Talente
empfangen hatte, auch er gewann zwei andere hinzu. Der aber das eine
empfangen hatte, ging hin, grub ein Loch in die Erde und verbarg das
Geld seines Herrn. Nach
langer Zeit aber kommt der
Herr jener Knechte und rechnet mit ihnen ab. Und es trat herbei, der
die fünf Talente empfangen hatte, und brachte andere
fünf
Talente und sagte: Herr, fünf Talente hast du mir
übergeben,
siehe, andere fünf Talente habe ich dazu gewonnen. Sein Herr
sprach zu ihm: Recht so, du guter und treuer Knecht! Über
weniges
warst du treu, über vieles werde ich dich setzen; geh hinein
in
die Freude deines Herrn. Es
trat
aber auch herbei, der
die zwei Talente empfangen hatte, und sprach: Herr, zwei Talente hast
du mir übergeben; siehe, andere zwei Talente habe ich dazu
gewonnen. Sein Herr sprach zu ihm: Recht so, du guter und treuer
Knecht! Über weniges warst du treu, über vieles werde
ich
dich setzen; geh hinein in die Freude deines Herrn. Es
trat
aber auch herbei, der
das eine Talent empfangen hatte, und sprach: Herr, ich kannte dich,
dass du ein harter Mann bist: du erntest, wo du nicht gesät,
und
sammelst, wo du nicht ausgestreut hast; und ich fürchtete mich
und
ging hin und verbarg dein Talent in der Erde; siehe, da hast du das
Deine. Sein Herr aber antwortete und sprach zu ihm: Böser und
fauler Knecht! Du wusstest, dass ich ernte, wo ich nicht
gesät,
und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe. Du hättest mein
Geld
den Wechslern geben sollen, so hätte ich das Meine wenigstens
mit
Zinsen zurück erhalten. Nehmt
ihm
nun das Talent weg,
und gebt es dem, der die zehn Talente hat! Denn jedem, der hat, wird
gegeben und überreichlich gewährt werden; von dem
aber, der
nicht hat, von dem wird selbst was er hat, weggenommen werden. Und den
unnützen Knecht werft hinaus in die äußere
Finsternis:
da wird das Weinen und das Zähneknirschen sein.
Was will uns dieses
Gleichnis nun sagen,
geht es letztlich doch nur um Leistung und Reinklotzen, auch bei Gott?
Werden auch im Himmelreich nur die Karrieretypen und Macher
glänzen, während die Ängstlichen und
Zaghaften noch eins
aufs Dach kriegen und ins finstere Loch müssen, obwohl sie
nichts
verloren haben vom Vermögen? Wo ist hier der Vater, der Gott
der
Liebe, aus dem alle Schöpfungen ihren Anfang nahmen und Dem
man
doch genug Weisheit zumuten möchte, alles, was Er angefangen
hat,
auch zu einem guten Ende zu bringen? Oder wird es irgendwo in der
Schöpfung Gottes einen ewigen, schwer bewachten Schrottplatz
geben, auf dem die Fehlversuche Gottes in Form von ewig verdammten
Seelen ihr letztes Zuhause finden? Fernab von den grünen
Gestaden
der Glückseligen, welche sich innerlich der
bedrückenden
Situation zwischen seligem Engelsgesang und den Schmerzensschreien und
dem Heulen der Verdammten ausgesetzt sehen? Wer kann hier wirklich
glücklich sein und ein unbeschwertes Leben in den Himmeln
Gottes
führen, wenn vielleicht der Lebensgefährte, oder die
eigenen
Kinder, Eltern und Freunde einer ewigen Qual ausgesetzt sind??? Darf
man diese Frage überhaupt stellen, ohne gleich einen erhobenen
Zeigefinger mit der Standardsprechblase über die
Souveränität Gottes über sich ergehen lassen
zu
müssen? Dieser oder ähnlichen Fragestellungen weichen
wir
gerne aus, weil sie uns leicht verunsichern und mitunter unseren
Glauben ins Wanken bringen. Ich kann aber jedem nur raten, sich auch
mit solchen Fragen zu beschäftigen, denn sie werden uns in
Zukunft
unweigerlich gestellt werden, und das Letzte, was die Suchenden
brauchen sind lapidare Vertröstungen, Ausreden, Halbwahrheiten
oder einen missglückten Erklärungsversuch, geboren
aus der
eigenen, geistigen Not des Augenblicks. Hier helfen nur tiefere
Einblicke in den Erlösungsplan Gottes und Seine
Schöpfungshaushalte, um zu einer befreienden Erkenntnis, auch
in
schmerzlichen und unbequemen Fragen zu gelangen. Da dieses Thema jedoch
nicht in Kürze beantwortet werden kann, ohne zu
Missverständnissen oder neuen Fragen zu führen, werde
ich
mich auch davor hüten, dieses hier zu tun.
Schauen wir uns das Gleichnis von den anvertrauten Talenten
näher
an, so erkennen wir, dass es hier um Vermehrung, um Wachstum, letztlich
um das eigene, geistiges Wachstum
geht. Hierbei segnet Jesus einen jeden mit einem geistigen
Vermögen, welches genau zur Seelenstruktur des
Empfängers
passt („einem jeden nach seiner
eigenen Fähigkeit“)
. Das
heißt, es wird hier niemand überfordert mit dem, was
ihm von
Gott anvertraut wird. Wenn wir uns nur ein wenig bemühen,
entsprechend unseren Fähigkeiten zu wirken und zu leben, so
werden
wir in ein geistiges Wachstum übergehen und Frucht bringen.
Denn
wir sollen uns ja in erster Linie geistige Schätze im
Himmelreich
ansammeln und nicht nach materiellem Wohlstand trachten. Wenn wir aber
das geistige Gut, das uns von Gott gegeben wurde, nur in der Erde
verbergen (unsere Lebensenergie nur auf das Weltliche richten),
gehören wir wieder zu den törichten Jungfrauen und
werden
letztlich verlassen mit leeren Händen dastehen, wenn
über
diese Welt das Gericht ergehen wird. Denn jedem, der dann nicht seinen
geistigen Reichtum vermehrt hat, wird auch das, was er an Materiellem
zu haben glaubt, noch genommen werden. Wer seine Talente und sein Licht
nur im egoistischen Sinne gebrauchen wird, wird letztlich das ernten,
was er gesät hat, die Gottesferne. Auch dieses
Endzeitgleichnis
ist ein Bild für den Zustand der Kirche Christi bei Seiner
Wiederkunft und kann auch nur vor diesem Hintergrund
richtig eingeordnet werden.
Neben diesem persönlichen Bezug hat es aber auch noch einen
allgemeinen Aufforderungscharakter an die Kirche Christi. Der Herr hat
Seine Kirche -
nicht verwaist
zurückgelassen, sondern sie unter die Leitung des Heiligen
Geistes gestellt;
- Er hat seine
Nachfolger mit
Geistesgaben versehen;
-
und Er hat ihnen einen
Missionsauftrag gegeben.
Auch unter diesen Aspekten
hat das
Gleichnis seine Bedeutung und steht in Verbindung mit dem Gleichnis vom
Weinstock (Christus) und seinen Reben (Kirche) Joh. 15,1-8. Hieraus
ergibt sich die Notwendigkeit, IN CHRISTUS zu bleiben, um die Frucht
des geistigen Lebens und Wachstums hervor zu bringen. Liebe Geschwister, bald
kommt der Herr!
Für uns geht es heute zentral nicht mehr um den unbeschwerten
Genuss des geistigen Lebens in Lobpreis und Selbstumkreisung der
Gemeinden Gottes. Die schönen Tage vor Palmsonntag sind
für
die Auserwählten vorbei. Die Gemeinde Gottes geht dem
Karfreitag
entgegen. So geht es auch in unserer Nachfolge auf das
Leiden- und Sterben Jesu zu, damit auch wir mit Ihm
auferstehen können in der neuen Schöpfung der
Erlösten.
Heute glaubt der Großteil der Christen scheinbar,
für den
Empfang des Bräutigams schon vorbereitet zu sein. Doch der
Herr
will seinen Kindern Licht schenken, damit sie keinem Welt- und
Eigenbetrug in die Hände fallen, sondern als kluge Jungfrauen
dem
Bräutigam zueilen können.
Wenn wir heute dem Herrn als seine Brautseelen
nachfolgen wollen, so kann dies nur auf Seinen
Leidenswegen
geschehen, denn das ist die Botschaft der Apostel. Die Lehre vom Kreuz
und Sterben in Christus, über welche Paulus in Phil. 3,10-11
spricht: Um Ihn und die Kraft Seiner
Auferstehung und die
Gemeinschaft seiner Leiden zu erkennen, indem ich seinem Tod
gleichgestaltet werde, damit Ich gelange zur Auferstehung aus denToten.
Der
Herr selbst, sowie auch
die Apostel,
haben uns vor Irrlehren gewarnt, welche die Wahrheit Gottes verdrehen
und den Eitelkeiten menschlich–philosophischer
Gedankenkonstrukten ihre Zunge zur Verfügung stellen. So
lasset
uns allein zu den Offenbarungen Gottes und zu den Mahnungen des Herrn
Zuflucht nehmen, in denen er uns über die letzte Zeit und
über Sein Kommen in Herrlichkeit Aufschluss gibt. Jesus
spricht zu
uns in Matth. 7,13-14: „Gehet ein
durch die enge
Pforte. Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der zur
Verdammnis abführet; und ihrer sind viele, die darauf wandeln.
Und
die Pforte und der Weg der zum Leben aufführt ist eng und
schmal,
und wenige sind ihrer die ihn finden.“

Wer sind die
törichten Jungfrauen? Es
gibt sehr viele
Christen, die an
Jesus glauben, von Ihm Seine guten Gaben beziehen, Ihn in ihrer Not
anrufen und von Ihm Hilfe empfangen. Aber dabei bleiben sie stehen. Sie
benutzen Jesus und Seine Erlösungstat als eine Art himmlischer
Supermarkt für alle guten Gaben und Wünsche
– oft auch
materieller Art – um schon auf Erden im Paradies zu leben.
Sie
gehen nicht auf Seinen Willen und Sein vorbildliches Leben und Sterben
in ihrem eigenen Leben ein. Sie liebäugeln noch mit der Welt
und
ihren Freuden und wollen ihre alte Adams-/Evanatur nicht kreuzigen. Sie
haben zu Jesus kein wirkliches Vertrauensverhältnis, dass Er
ihnen
vollkommene Hilfe und Erlösung sein könnte von ihrem
weltlichen „Ach und Weh“ und von ihrem an die
Sünde
gebundenen Leben. Deshalb zählt der Herr diese Gotteskinder zu
den
törichten Jungfrauen.
Wieder andere Gotteskinder stellen sich vollkommen auf das Verdienst
des Herrn ein, als Er am Kreuze ausrief: Es ist vollbracht! Damit
glauben sie, ohne weiteres Anteil an der Entrückung zu haben.
Sie
sagen: Christus hat die ganze Erlösung für uns
vollbracht.
Wir haben nichts mehr zu tun. Wir dürfen allein durch den
Glauben
dieses herrliche Erbe ohne weiteres antreten. Auch diese sind
törichte Jungfrauen. Denn wir lesen im Philipperbrief 3,10-14:
Christus will
ich erkennen und die
Macht seiner Auferstehung und die Gemeinschaft mit seinen Leiden; sein
Tod soll mich prägen.
So hoffe ich, auch zur Auferstehung aus den Toten zu gelangen. Nicht
dass ich es schon erreicht hätte oder dass ich schon vollendet
wäre. Aber ich strebe danach, es zu ergreifen, weil auch ich
von
Christus Jesus ergriffen worden bin.
Brüder, ich bilde mir nicht ein, dass ich es schon ergriffen
hätte. Eines aber tue ich: Ich vergesse, was hinter mir liegt,
und
strecke mich nach dem aus, was vor mir ist.
Das Ziel vor Augen, jage ich nach dem Siegespreis: der himmlischen
Berufung, die Gott uns IN CHRISTUS JESUS schenkt.
Hier ist von einem
Entwicklungsprozess die Rede, von einem Siegespreis der
uns IN JESUS geschenkt wird, wenn wir den Lauf vollenden!
Wer sagt, dass man die Erlösung und das Leben IN CHRISTUS ohne
Gegenleistung, ohne ein eigenes Bemühen geschenkt bekommt, der
täuscht seine Mitmenschen! Denn die Teilhaftigkeit an Seiner
Auferstehung und Seinem Leben verlangt einen Preis: und zwar nicht mehr
und nicht weniger als die Kreuzigung des alten Menschen. Wir haben so
viele laue Nachfolger Jesu, weil man ihnen im Missionseifer nichts von
den Konsequenzen für ihr ganzes bisheriges Leben
erzählt hat,
sondern ihnen nur das große Geschenkpaket der
Erlösung und
ewige Freude und Glückseligkeit vor Augen gestellt hat. Die
Freude
und die Freiheit welche die Welt nicht geben kann, erlangen wir IN
CHRISTUS nur, wenn wir MIT IHM STERBEN UND AUFERSTEHEN! Es ist ein
großes Missverständnis in der Auslegung der
Paulusworte,
dass wir allein durch den Glauben und ohne Werke vor Gott
gerechtfertigt werden, denn der Glaube ohne die Werke ist tot
(Jakobusbrief 2,20+2,26), und so auch ein jeder Christ, der sich in
dieser Vorstellung gefangen hält. Paulus sprach in
Römer
3,19-24 von den Gesetzeswerken
der Juden , während er in Galater 5,6 sehr
wohl zu verstehen gibt, dass sich der Glaube nicht ohne
die Werke der Gottes- und Nächstenliebe zu
offenbaren vermag. Das eine sind die
Pflichtgesetze, durch die man gerecht sein will, das andere sind die
freien Taten der Liebe, die zum ewigen Leben IN CHRISTUS
führen! Man
kann diese
Paulusstellen nur
bedingt aus dem Kontext der damaligen Zeit und
Religionsausübungen
herauslösen und 1:1 in unsere Zeit und Verhältnisse
übertragen. Neben der Thora (den Schriftrollen des heutigen
Alten
Bundes) hatten die Pharisäer und Schriftgelehrten eine Unmenge
an
selbst erdachten und aus ihrem Verständnis kreierten
zusätzlichen Gesetzen und Geboten erlassen. Nur der Jude, der
alle
diese oft unsinnigen Gesetze erfüllte, war ein guter Jude und
sowohl beim Tempel als auch beim Volk hochgeachtet. Es waren jene
Scheinheiligen, die im Tempel Gott dafür dankten, dass sie
nicht
so waren wie die Sünder. Jesus wurde nicht zuletzt vom Tempel
verfolgt, weil Er Sich nicht im geringsten um diese Menschensatzungen
kümmerte und auch das Volk über diesen Unsinn
aufklärte.
Das geistige Wohl der Menschen wurde durch diese Menschengesetze
stranguliert, man achtete nur noch auf die peinlich genaue Befolgung
dieser vielen hundert Gesetze und Richtlinien in der Meinung, durch
ihre strenge Befolgung vor Gott gerecht
zu sein. Man
versuchte, den Willen Gottes durch äußere Rituale,
Zeremonien und eine verkrampfte Buchstabengläubigkeit zu
erfüllen. Man ehrte – wie Jesus sagte –
Gott nur noch
mit den Lippen, ohne dass das Herz dabei teilnahm. Vor diesem
Hintergrund sind die Worte des Paulus über die Rechtfertigung
durch Glaube und Gesetzeswerke zu lesen und zu verstehen. Auf keinen
Fall aber sagt er, dass ein alleiniges Lippen- oder Glaubensbekenntnis
zur Rechtfertigung vor Gott ausreicht, auch nicht eine einmalige
Willensbezeugung, der keine Taten der Lebenserneuerung folgen!
Wieder andere Christen wird
gelehrt:
Wenn ihr den Zehnten eures Einkommens für das Reich Gottes
gebt
und auch sonst unter dem Dach der Gemeinde oder Kirche euren Glauben
lebt, so seid ihr bereit für das Kommen des Herrn; dieser
Gehorsam
macht euch zu Auserwählten. Auch diese Glaubenseinstellung ist
mehr als töricht, weil man sich hier auf dem gleichen Irrweg
befindet wie schon das Judentum zu Jesu Zeiten. Man versucht, sich
durch gute Werke, Opfergaben und Glaubensgehorsam gegenüber
der
Gemeinde/dem Tempel in das Reich Gottes einzukaufen. Besonders diese
Praxis wurde vom Tempel dem Volk angeraten, da die Priester als die
Stellvertreter Gottes hierdurch ihre Macht sicherten und auch die Opfer
allzeit bereitwillig annahmen. Auch diesen Christen sei gleich den
Juden zu Jesu Zeiten gesagt: „Sagt nicht, wir
haben
Abraham zum Vater (Jesus zu unserem Herrn), denn Gott kann sich aus den
toten Steinen Kinder erwecken, wenn es sein muss.“
(Matth. 3,9) Noch eine
andere Gruppe
Christen muss
ich erwähnen: Es sind dies Seelen, die wohl alles Gute vom
Herrn
erwünschen und annehmen, hingegen alles Unangenehme, das ihnen
begegnet, ablehnen. So werden sie schnell ungehalten und distanzieren
sich von jenen Menschen, die ihnen nicht nach ihrem Sinn sind und noch
weltlich denken und handeln. Solche Christen lehnen aber damit Jesus
und das Evangelium ab, denn Jesus kam für die Kranken und
Schwachen in die Welt und nicht, um die Gerechten zu hofieren. Gott
sucht das Verlorene in der Welt und so sollten es auch die Nachfolger
Jesu tun. Solche Christen lehnen mit ihrer Haltung das Kreuz ab, das
der Herr Selbst auf Erden trug und zur Bedingung für die
geistige
Auferstehung gemacht hat. Nicht das angenehme Wohlleben und geistigen
Genuss hat der Heiland gesucht und Seinen Nachfolgern vorgelebt,
sondern ein Leben, das zur Reinigung und zur Zerbrechung der alten,
genusssüchtigen Adam-Evanatur dienen soll. Denn nur so
können
wir zu einer neuen Kreatur in Jesus umgewandelt werden. Diese Christen
bleiben Feinde des Kreuzes, weil sie sich nicht demütigen und
erniedrigen können, wie es der Herr tat, der doch Seine
große Herrlichkeit im Himmel verließ, um uns
Menschen
gleich zu sein. Auch solche Nachfolger gehören zu den
törichten Jungfrauen.
Der Großteil der Christen steht in unserer
genusssüchtigen
und verweltlichten Kirche in der Gruppe der törichten
Jungfrauen
vor Gott, da sie die wahre Nachfolge auf dem schmalen und dornigen Wege
Gottes ablehnen. Doch der Weg eines jeden Nachfolgers Jesu
führt
unweigerlich über Getsemane nach Golgatha. Allein dieser Weg
führt auch zur Auferstehung in Christus.
Das Evangelium offenbart uns seine Tiefen in letzter Konsequenz erst
durch das Kreuz, welches auch wir zu tragen haben! Und
dieses Kreuz wird erst dann sanft und leicht, wenn wir nicht mehr
unseren eigenen Willen leben und unsere eigenen Wege mit Jesus gehen
wollen, sondern dem Christus auf Seinen Wegen folgen. Ansonsten wird es
auch dem Christen zur unerträglichen Last, dessen er sich mehr
und
mehr zu entledigen sucht. Wenn Jesus in Joh. 14,6 sagt: „ Ich
bin
der Weg die Wahrheit und das Leben, keiner kommt zum VATER denn nur
durch Mich.“ So bezeichnet „der
Weg“
hier eine Strecke, die zu einem Ziel führt. Wer diesen Weg
nicht
gehen will, wird wohl kaum zum Lebensziel gelangen. Wir sind bei
unserer Bekehrung oder Lebensübergabe an den Erlöser
Jesus
Christus noch nicht am Ziel angelangt, sondern wir haben erst unsere
Bereitschaft erklärt, diesen Weg zum Ziel unter Seiner
Führung zu gehen. Viele
Christen sagen: Wir
sind durch das
Blut des Herrn erlöst worden und brauchen nichts weiter mehr
hinzu
zu fügen durch eigenes Tun oder eigene Werke. Dies ist einer
der
größten Irrtümer in der Nachfolge Christi
und der Grund
für das Desaster vieler gläubiger Christen und
Gemeinden. Wir
sind erlöst, doch man sieht es nicht. Wir sind erlöst
und
keiner merkt etwas davon. Wir sind erlöst und unterscheiden
uns
nur wenig oder überhaupt nicht von den Weltmenschen. Wir sind
oft
kraftlos, hilflos, einsam, traurig, haltlos und unglücklich.
Was
stimmt hier nicht? Auf einem großen christlichen Kongress in
Basel sagte ein Prediger: „Wenn du erlöst bist, dann
gib
diese Information an dein Gesicht weiter!“ Das Problem ist
also
allgemein erkannt. Im Umkehrschluss heißt dies jedoch, dass
wir
vielleicht gar nicht in der Weise erlöst sind, wie wir das
gerne
hätten und auch anderen verkaufen wollen. Man sagt, das
Gesicht
ist der Spiegel der Seele und die Augen lügen nicht. Wenn dem
so
ist, sollten wir einmal den Mut entwickeln, seit Generationen allgemein
anerkannte christliche Glaubensdogmen in Frage zu stellen. Bin ich
wirklich wiedergeboren und erlöst, vollkommen erlöst
und
wovon eigentlich, wenn sich keine wirklich dauerhafte
Veränderung,
keine wirkliche Erlösung von Sünde und Welt an meinem
Leben
offenbart? Ist das Ganze eine Sache, die sich nur im Kopf, aber nicht
im praktischen Leben eines Christen abspielt? Jesus Christus hat uns
vor 2000 Jahren objektiv erlöst, dies ist für uns
Gläubige ein Faktum; diese Erlösung muss jedoch noch
subjektiv in jedem einzelnen Menschen vollzogen werden. Hierbei ist die
Vergebung der Sünden nach vollzogener Selbsterkenntnis, Reue
und
Buße nicht mit der Erlösung zu verwechseln, welche
ein
dynamischer Prozess ist, der uns bis zum Eintritt in das Reich der
Himmel begleitet. Denn die Erlösung besteht nur solange, oder
ist
nur so lange in uns aktiv, so lange wir uns IN CHRISTUS befinden. Doch
sie endet an der Stelle, wo wir wieder unser eigenes Leben zelebrieren
und nach unseren Wünschen und Begierden leben. An der Stelle
fallen wir wieder aus der Gnade und aus der Erlösung heraus
und
sind nicht mehr Bürger einer neuen Schöpfung in
Christus. Es
ist allein unser freier Wille, welcher hier die Richtung bestimmt. Wir
kennen alle das Gleichnis in Joh.15 vom Weinstock (Jesus) und seinen
Reben (uns Christen); von diesen Reben heißt es, dass, wenn
sie
keine (geistige) Frucht bringen abgerissen und ins Feuer geworfen
werden. Bleibt in mir, dann
bleibe
ich in euch.
Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie
am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen,
wenn
ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer
IN MIR bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn
getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen. Wer
nicht IN MIR bleibt, wird wie
die Rebe
weggeworfen, und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins
Feuer, und sie verbrennen ...... Die oft gehörte
Vorstellung: Einmal
erlöst, immer erlöst, ohne jegliche weitere
Eigenleistung als
nur eine Willensbekundung, ist eine der größten
Irrtümer in der Nachfolge Jesu. Wir können nur eng an
Ihn
gebunden die geistigen Früchte des Lebens bringen. Die
persönlichen Scheinfreiheiten bringen uns den geistigen Tod!
Warum
sieht man nun also so wenig Erlösung und Auferstehung, so
wenig
neue Menschen IN CHRISTUS? Weil wir ständig unsere alte Natur
füttern und in der Meinung hätscheln, uns kann nichts
mehr
passieren! Wir interpretieren unseren Glauben hier zu einer
Scheinsicherheit, die aus der Bibel nicht abzuleiten ist. Dabei suchen
wir nicht die Ehre vor Gott, sondern gieren nach der Anerkennung von
den Weltmenschen, sei es im Beruf oder privat. Nur nicht anders sein
und auffallen, nur nicht ausgeschlossen werden aus der Clique um Jesu
willen und nur nicht anders sprechen als die Schulfreunde oder
Arbeitskollegen, man könnte ja zum Außenseiter
werden. Nur
keine geschäftlichen Einbußen um des Evangeliums
willen, das
ich doch eigentlich immer und überall leben sollte, um IN
CHRISTUS
zu bleiben. Genau hier beginnt das Sterben in Christus und indem wir
unser Leben nicht lassen wollen, verhindern wir das Wirken Christi an
und in uns. Wir versuchen das Beste für uns daraus zu machen,
aus
diesem Leben in der Welt, und sitzen mal auf dem Honigtopf und mal auf
dem Misthaufen, je nach Großwetterlage. Wir haben die
Nachfolge
Christi den Gegebenheiten und Spielregeln der Welt angepasst und
wundern uns, dass man uns nicht bemerkt. Das Salz der Erde hat seine
Kraft verloren und ist fade geworden. Nicht das „so gut und
fortschrittlich“ zu sein, wie die Welt, sondern „
anders zu sein“
als die Welt, das wäre das eigentliche Zeugnis eines geistigen
Lebens. Beim sogenannten „Fort-Schritt“ sollte man
sich
immer fragen: Von wo schreiten wir als Nachfolger Jesu fort oder weg,
und wo führt uns dieser Fortschritt hin? Wenn christliche
Gemeinden z. B. versuchen, sich mit den werbepsychologischen Tricks der
Welt als „moderne Gemeinde“ darzustellen und mit
einem
ständigen Lächeln oder Grinsen in der
Außendarstellung
den Eindruck vermitteln „hier wird alles nur besser, euer
Leben
wird zu einem unermesslichen, geistigen Genuss“ , dann hat
das
oft fatale Folgen und wirkt zuweilen sogar peinlich. Mit solchen
werbespotträchtigen Vorgehensweisen werden vielleicht die
Verkaufszahlen eines Konsumproduktes verbessert, der
Leib Christi braucht in unserer Zeit jedoch vor allem geistige Substanz
und nicht nur blinde Masse.
Wir können hier nicht wirklich mit der Welt konkurrieren. Sie
ist
uns immer einen Schritt voraus, da die Illusion und Verzauberung ihr
Terrain ist. Da wird mit allem, was gerade angesagt ist in der Welt,
von Rockmusik bis zur Computeranimation versucht, einen Proselyten zu
machen, dem man dann nur eins nicht näher bringen darf in
seiner
Spaßkirche – das Kreuz und die ganze Wahrheit
über die
Nachfolge Christi –! Ich
will hier nicht
missverstanden
werden und alles, was neu oder fremd ist aus einer konservativen
Haltung ablehnen und verwerfen. Gerade in der modernen christlichen
Musik – und hier besonders durch die Liebesballaden an Jesus
– kann der Geist Gottes auf besonders eindringende Weise eine
Seele berühren und in der Liebe und Sehnsucht zu Jesus
bestärken. Doch das Kriterium sollte hier immer auf
seelisch-geistig liegen und nicht auf
emotional-rhythmisch.
Eine seelisch-geistige Musik geht direkt in das Seelenherz
über,
ohne die niederen Sphären des Menschen zu aktivieren. Sie ist
geistige Stärkung und Nahrung für den Glauben. Eine
stark
elektronisch geprägte, rockig-rhythmische Musik spricht
hingegen
archaische, niedere Ebenen im Menschen an, die ihn für eine
Zeit
„außer sich“ sein lassen und eine
emotionale
Scheinfreiheit suggerieren. Bei öffentlichen Konzerten und
Menschenansammlungen tritt hier das sogenannte Phänomen der
Gruppenseele auf. Dieses Phänomen kann auf jedem Rockkonzert
oder
auch in einem Fußballstadion beobachtet werden, wo sich
Menschen
über eine gemeinsame Orientierung oder emotionale Hingabe zu
einer
Einheit verbinden und über „das Mitgehen“
in
ekstatische Zustände versetzen. So ist auch nicht alles
Heiliger
Geist, was sich da musikalisch auf so manchen christlichen Klein- und
Großveranstaltungen oder Konzerten offenbart.
Kommen wir nun aber wieder zurück zu unserem Bild mit den zehn
Jungfrauen. Die klugen Jungfrauen sind also Seelen, welche im
Glaubensgehorsam wandeln. Sie beachten das Wort Gottes im Herzen und
daraus in ihrem Leben in der Welt. Hier verstehen sie sich nur als
Gäste oder Fremdlinge, fern der himmlischen Heimat. Doch sie
sind
nicht verlassen, denn durch die Liebe wohnt Gott Selbst in ihren
Herzen. Joh. 14,21+23 Wer meine Gebote hat und
sie
hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird
von
meinem Vater geliebt werden, und auch ich werde ihn lieben und mich ihm
offenbaren. ...... Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort
festhalten; mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen
und bei ihm wohnen. Sie
geben sich dem Herrn zu
einem
vollkommenen Ganzopfer hin, und darum kann Er sie durch die Reinigung
und Zerbrechung zu klugen Jungfrauen zubereiten. Diese Seelen
dürfen erfahren, dass sie der Bräutigam durch seine
Verwandlungsmacht in der Endzeittrübsal als reine, heilige und
auch als gekrönte Brautseelen am Tage Seiner Wiederkunft in
Herrlichkeit hinstellt.
Liebe Geschwister, lasst euch doch nicht betrügen von der
Sinnestäuschung der Welt und den falschen Lehren, die uns nur
den
Genuss der Nachfolge Jesu vor Augen stellen, sonst stehen wir am Tage
Seiner Wiederkunft als törichte Jungfrauen vor Ihm. Bei den
törichten Jungfrauen spielt der Mensch und das weltliche Leben
die
Hauptrolle. Bei den klugen Jungfrauen steht jedoch Jesus und das eigene
Sterben im Vordergrund, da ist der Herr die Hauptperson. Alle
Herrschaft liegt für diese Kinder auf den Schultern des Herrn,
da
ist Jesus der Wirkende und der Mensch nur der Dienende. So steht das
Gotteskind – erfüllt mit dem Leben des Christus in
seinem
Herzen – vor Gott als eine neue Kreatur und sein
adamitisch-menschliches Wesen befindet sich im Tode. Darüber es
heißt in 2.Kor.5,17: Darum ist
jemand IN CHRISTO, so ist er eine neue Kreatur, das Alte ist vergangen,
siehe, es ist alles neu geworden.
Auf diesem Weg und Prozess zur endgültigen Verankerung IN
CHRISTUS
heißt es aber: Altes vergeht und Neues wird, oder: der alte
Adamsmensch in uns stirbt und der neue Christusmensch wächst
in
uns auf. Bei den klugen Jungfrauen kann Christus selbst über
ihr
Leben verfügen. Er will die Herrschaft über den
Menschen
ausüben. Er selbst will das Gesetz Gottes im Menschen
erfüllen, so dass er wiedergeboren in Gerechtigkeit und
Heiligkeit
vor Gott leben kann, denn es heißt: Christus ist nicht
gekommen,
das Gesetz und die Propheten aufzulösen, sondern zu
erfüllen.
Und dies tut Er bei einem jeden Seiner wahren Nachfolger. Ja, Christus
will der Anfänger und Vollender unseres Glaubens sein. So
vermag
ein Gotteskind allein durch das Wirken und Wachsen des Christus in ihm,
selbst zu seiner eigenen göttlichen Größe
und Berufung
heranzuwachsen. Denn der Vater wird nur solche Gotteskinder als seine
Söhne und Töchter einsetzen, die durch ihre Hingabe
auch dem
Ebenbilde Seines Sohnes –Jesus Christus–
gleichgeworden
sind.
Im Gleichnis spricht Jesus vom Öl, das den törichten
Jungfrauen zur Mitternachtszeit ausging. Dieses Öl ist der
Glaubensgehorsam und die Gottesliebe, von der Paulus in 1.Kor.13
schreibt: Und
wenn ich weissagen
könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle
Erkenntnis und
hätte allen Glauben, also dass ich Berge versetzen
könnte und
hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn
ich alle
meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib
brennen (in der Askese oder Verleugnung seiner Begierden) und
hätte die Liebe nicht, so wäre es mir zu nichts
nütze.
Die Liebe, von der Paulus
hier spricht,
ist das eigentliche Wesen und Leben Gottes in der sichtbaren
Schöpfung. So ist die Liebe auch der Ausdruck und Wille Gottes
in
jedem Menschen, der von Seinem Geist erfüllt ist. Da Gott in
Seinem Wesen die Liebe ist, so kann Er uns auch keinen anderen Geist
geben, durch welchen Er Sich in Seinem Grundwesen offenbart. Der
Heilige Geist, den wir empfangen haben, ist die göttliche
Liebe in
ihrem Sohn–Aspekt, voller Weisheit, Barmherzigkeit und
Wohlwollen. Christus befähigt das Gotteskind zu einem Wandel
in
Seiner Liebe, nachdem es das Eigenleben in den Tod Jesu versenkt hat.
Denn dann kann es der Herr mit seiner Auferstehungskraft
erfüllen
und mit Seiner heiligen Gegenwart Wohnung im Menschen nehmen.
Von den törichten
Jungfrauen aber
heißt es: Ihr Licht erlosch. Wohl hatten diese Gotteskinder
ein
wenig Öl in ihren Lampen, sie empfingen es durch das Wort
Gottes,
das sie gläubig annahmen. Aber alle diese Seelen gingen nicht
tiefer auf das Wort Gottes ein und verwirklichten die Nachfolge nicht
in ihrem Alltag. Sie hatten zwar das äußere
Gefäß, die Form des Glaubens und befolgten die
Rituale und
traditionellen Gebräuche ihrer jeweiligen Kirche und Gemeinde,
aber sie nahmen Christus nicht tief genug in ihre Herzen und ihr Leben
auf, um das Eingehen in das geistige Leben und den Glaubensgehorsam an
sich zu erleben. Sie führten nur ein
äußerlich frommes
Leben, weshalb sie nicht in eine intime Herzensverbindung mit Christus
und zur Brautschaft gelangten. Jesus konnte sie nicht mit mehr
Öl
(Liebe) und Licht (Weisheit) erfüllen, da ihre
Herzensgefäße sich nicht vollkommen dem
Bräutigam
geöffnet haben. Der Herr ist aber ein eifersüchtiger
Bräutigam und teilt Sich Seine Braut nicht mit der Welt. So
wie
man nicht zwei Herren dienen kann, so lässt sich der Heiland
auch
nicht mit der Welt und einer nur äußeren Form der
Religion
betrügen. Wenn dann für solche Christen die
Nöte und
Trübsale anfangen, erlischt ihr Licht. Die wenige Liebe und
das
wenige Gottvertrauen in ihnen erstirbt, weil sie diese Nöte
und
Ärgernisse nicht von Gott annehmen und sie nicht mit dem Kreuz
überwinden wollen. Ein Gotteskind aber, das Christus zu einer
neuen Kreatur umwandelt und von dem Er Besitz nehmen konnte, dessen
Licht wird auch in Trübsalen nicht erlöschen, weil es
das
Öl des Überwinders und Erlösers in sich
birgt.
Darüber lesen wir in Römer 8, 35-37:
Was kann uns scheiden von
der Liebe
Christi? Bedrängnis oder Not oder Verfolgung, Hunger oder
Kälte, Gefahr oder Schwert? In der Schrift steht: Um
deinetwillen
sind wir den ganzen Tag dem Tod ausgesetzt; wir werden behandelt wie
Schafe, die man zum Schlachten bestimmt hat. (Ps 44,23) Doch all das
überwinden wir durch den, der uns geliebt hat. Zu
den törichten Jungfrauen sagt Jesus:
Ich kenne
euch nicht, als sie verspätet um Einlass bitten! Ist dies
nicht
ein hartes Wort von dem, der den glimmenden Docht nicht
löschen
und den geknickten Halm nicht brechen will? Wie kann die
menschgewordene Liebe Gottes so sprechen? Hier sind verschiedene Dinge
zum Verständnis zu beachten: -
Es ist das Gleichnis
von den Jungfrauen Bestandteil der Endzeitreden
Jesu. Es geht also um die Wiederkunft Christi und die Wiederherstellung
der göttlichen Ordnung durch das Endgericht. Bei der
Hochzeitsfeier der Braut, welche durch die Trübsal der
Endzeitverfolgung ihre Treue und Liebe zum Heiland und Erlöser
bewiesen hat, handelt es sich um die Entrückung der kleinen,
lebendigen Endzeitgemeinde. Alle Heuchler, Weltbuhler und Feiglinge
haben hier keinen Zutritt, sondern nur jene, die Leid und Verfolgung um
des Namens Christi – ihrer Herzensliebe – auf sich
genommen
haben. Alle anderen werden vom Herrn nicht erkannt, d.h. anerkannt
werden. -
Die
Gnadenzeit dauert
nicht ewig,
sondern sie wird zu einem von Gott bestimmten Augenblick durch das
Gericht abgelöst. Hier wird dann die Spreu vom Weizen
getrennt,
und die Böcke von den Schafen. Ein jeder wird genau das
ernten,
was er in seinem Leben gesät hat. Das abschließende
Gericht
über die Welt wird sich zugleich mit der Entrückung
der Braut
auf der Erde ereignen. -
Wir sollten uns auch
fragen: Wo
haben sich die törichten Jungfrauen ihr fehlendes Öl
wohl
gekauft? Und warum haben die klugen Jungfrauen so
selbstsüchtig
gehandelt und nichts von ihrem Öl abgegeben? Die
törichten
Jungfrauen gingen in der Glaubens- und Lebensnot der Endzeit zum
falschen Händler, sie gingen wieder zur Welt, auf welche sie
heimlich schon immer ihr Vertrauen setzten. Sie vertrauten nicht auf
das Wort des Herrn, dass der himmlische Vater für sie sorgen
wird
in der Zeit der Not, wenn sie Ihn im Vertrauen bitten würden.
So
konnten die klugen Jungfrauen auch nichts von ihrem Öl geben,
weil
dies ihre eigene, vertrauensvolle Liebe zu Jesus war, die man nicht
weitergeben kann. Diese muss ein jeder Mensch in einer
ständigen
Willens- und Lebensentscheidung selbst entwickeln und pflegen.
Jesus spricht
also zu den
törichten
Nachfolgern so, weil sie keinen inneren Herzensumgang geführt
und
keine Geistesgemeinschaft mit Ihm gepflegt hatten. Der Herr hat diese
Seelen nicht kennen gelernt, weil sie mit Ihm nicht in
den Tod der eigenen Egonatur gingen, sondern ihre
eigenen Wege (auch Glaubenswege) suchten. Deshalb lehnte Er diese
Nachfolger als Braut
ab. Wie kann es uns wohl gegeben werden, beim Kommen des
Bräutigams als kluge Jungfrauen mit einem Vorrat an lebendigem
Öl ausgerüstet zu sein? Viele Christen glauben, dass
sie
durch Segnungen und Gaben diesen Vorrat bei ihrer ersten
Glaubenshingabe schon empfangen hätten. Christus
aber spricht in Joh.12,23-24: „Die
Zeit ist gekommen, dass des Menschen Sohn verklärt werde.
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die
Erde fällt und erstirbt, so bleibt es allein; wo es aber
erstirbt,
da bringt es viele Früchte hervor.“
Dies ist im
übertragenen Sinne auch
für jeden Nachfolger Jesu der Weg zu seinem
persönlichen
Golgatha. Denn Paulus sagt uns im 1.Kor.15,36 dazu: Was du
säst, wird nicht lebendig, es sterbe denn zuvor.
Was wir durch unser Glaubensleben säen, wird so lange nicht
aufgehen, wie wir nicht bereit sind, unsere alte Natur zu kreuzigen und
in Christus zu sterben. Jesus selbst hat uns den Weg dazu
beispielhaft vorgelebt und freigemacht.
Nur die inneren geistigen Kämpfe und
äußeren Leiden um
Christi willen machen uns vollkommen, und nur die Trübsale in
der
Welt bewirken in uns eine Abkehr und die Verwandlung in das Bild des
Herrn. Lesen wir darüber in Römer 8,17:
Sind wir aber Kinder, dann auch Erben; wir sind Erben Gottes und sind
Miterben Christi, wenn wir mit ihm leiden, um mit ihm auch verherrlicht
zu werden . Und 2.Kor.4,17: Denn die kleine Last unserer
gegenwärtigen Not schafft uns im Übermaß
ein ewiges Gewicht an Herrlichkeit.
Durch das Annehmen des
Leidens um
Christi willen wird es uns gegeben, in diese wunderbare
Geistesverbindung der Auferstehung des Christus in uns zu gelangen,
wodurch wir auf Seine Wiederkunft vorbereitet werden. Keiner gebe sich
dem Irrtum hin, er wäre allein schon durch den ersten Schritt
der
Lebensübergabe neu- oder wiedergeboren. Nein, hier findet erst
die
Eingeburt oder Zeugung des neuen Lebens im Herzen des Menschen statt.
Bis zur Wiedergeburt im Geiste geht es aber noch durch die Zeit der
Schwangerschaft in Schmerzen und Wehen bis auf die (Wieder)Geburt hin.
Die vollkommene Wiedergeburt, der Tod der alten Adamsnatur und zugleich
die vollkommene Auferstehung des Christus in uns ist ein Prozess und
nicht die Sache eines Augenblicks. Auch die Schauung des Reiches Gottes
geschieht erst, wenn der Geist der göttlichen Liebe unsere
Seele
ganz und dauerhaft durchdrungen hat. Denn dies ist das Zeichen der
Wiedergeburt, da es doch heißt, dass niemand das Reich Gottes
sehen kann, wenn er nicht wiedergeboren ist. So glauben sich viele
Christen zu unrecht wiedergeboren durch ein Lippen- oder
Glaubensbekenntnis, mit dem sie nur einwilligen, Christus auf Seinem
Weg zu folgen. Es ist der erste, sehr wichtige Schritt, aber noch nicht
das Ziel. Daher noch einmal: Wenn Jesus sagt: „
Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben
,“ so bezeichnet der Weg hier diesen Prozess der Bewegung und
des
Wachstums, an dessen Ende die Siegeskrone überreicht wird und
nicht schon am Anfang. Dieses Missverständnis hat so viele
laue
Nachfolger des Herrn hervorgebracht, da sie glauben, durch ein
Glaubensbekenntnis schon alles zu besitzen, was sie zu Söhnen
und
Töchtern des Allerhöchsten macht.
Liebe Geschwister im
Herrn, machen wir
doch dem Bräutigam keine Trübsal mehr durch unseren
Falschglauben und durch unsere Leidensfurcht, sondern legen wir uns als
ein freiwilliges Opfer auf Seinen Altar und lassen wir den alten
Menschen von uns fallen, damit der Herr uns bekleiden kann mit dem
geistigen Brautkleid Seiner Vereinigung mit unseren Seelen.
Nur dem Menschen
erschließen sich
neue und tiefe Forschungsgebiete, der mit seinem ganzen Interesse und
vollem Einsatz auf die Erreichung des vorgesteckten Zieles hinarbeitet.
So ist es auch mit dem Reiche Gottes und seinen Geheimnissen. Diese
wunderbaren Geheimnisse werden nur jenen Menschen erschlossen, die um
jeden Preis das hohe, geistige Lebensziel verfolgen. Was ein Mensch in
seinem Leben zur Hauptsache macht, wonach er mit allen seinen
Kräften trachtet, das wird er auch erreichen. Ob er Ehre,
Reichtum, Berufskarriere oder vergängliche Güter
sucht, wenn
sein Herz nach dieser Vergänglichkeit trachtet, so
lässt der
Herr auch diese Menschen gewähren und die leidige Erfahrung
machen, dass alle Wege, die nicht auf Gott gerichtet sind, in die Irre
führen und letztlich Leid verursachen. Der Herr kann und will
auch
niemanden zu seinem Glück zwingen, da die Kindschaft Gottes
nur in
absoluter Willensfreiheit vollbracht werden kann. Und unseren Willen
können nur wir selbst knechten, das kann selbst Jesus nicht
für uns tun. Ein Gotteskind,
das sich
trotz seiner
Gebundenheiten aller Art nach Jesus sehnt, das sich die Mühe
macht, seine Fehler und Schwachheiten nicht nur anzuschauen, sondern
auch den aufrichtigen Wunsch hat, Hilfe, Rettung und Erlösung
zu
erfahren, dessen Herz wird der Herr nach der Bewährung
völlig
in Besitz nehmen. Dieser Seele wendet der Herr alle Seine Liebe zu. Auf
allen Wegen ist Er ihr Schirm und Schild. In allen Nöten und
Gefahren ist Er ihre Kraft und Bewahrung. Ein solches Gotteskind wird
auf keinem Weg und Steg allein gehen und von daher immer unter dem
Schutz seines Vaters stehen. Der Heiland und gute Hirte hilft ihm aus
allen Nöten und Gefahren. Diese Seelen
überschüttet
Jesus mit Seinen geistigen
Gütern und Freuden, sie erfahren das Wort „
unser Wandel ist im Himmel“
schon hier auf Erden. Wir können im Geiste jetzt die Erde mit
ihren vielen Verlockungen verlassen und in unsere eigentliche Heimat,
in das Reich Gottes, eintreten, das zu allen Zeiten seine Tore weit
für uns geöffnet hält! Ein Reich, das wir
aber so lange
nicht sehen können, wie unsere Liebe und unser Interesse an
die
Welt gebunden ist. Wenn dann unser Leib auch noch auf dieser Erde lebt,
so sind wir nach unserem Herz und unserem Geist schon Bürger
des
Reiches Gottes. Als Nachfolger Christi sind wir in diesem Sinne
Bürger und Bewohner zweier Welten.

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