Klimaschutz

Stellungnahme zum "Climatesceptics Annual Report 2002"

 

Grundsätzliches zum Thema Wissenschaft und Skepsis

Skeptiker fragen, Wissenschaftler antworten

Antworten des UBA auf populäre skeptische Argumente


Stellungnahme zum "Climatesceptics Annual Report 2002"

Skeptiker: Links zu Quellen im Internet

Die Sonne und das Klima

 

Zusammenfassung der im "Climatesceptics Annual Report 2002" verbreiteten Behauptungen und Kurzstellungnahme von Christian-D. Schönwiese, Institut für Meteorologie und Geophysik, J.W. Goethe-Universität Frankfurt a.M.




 

Hintergrund

 

Der „Climatesceptics Annual Report 2002” ist im Januar 2003 (in englischer Sprache) offenbar breit gestreut über E-Mail verbreitet worden. Wie dort angegeben beruht er auf der Meinungsbildung einer internationalen „Sceptical Climate Science Discussion Group”, die am 22.11.2001 gegründet wurde (Mitgliederstand derzeit 264, Stand: 31.12.2004). Moderiert wird die Gruppe von dem Finnen Timo Hämeranta. Die Gruppe betreibt ein Diskussionsforum im Internet. Der Umfang beträgt 20 Seiten, davon 12 Seiten Text, der Rest umfasst Formales und Quellenangaben, die überwiegend graue Literatur bzw. auffällig oft lediglich Hinweise auf Homepages der betreffenden Autoren.

 

Die Argumente aus dem Annual Report.

1.    Klimatologie gibt es erst seit ca. 20 Jahren.

2.    Es gibt keine allgemein gültige Klimatheorie.

3.    Klimatologische Messungen gibt es erst seit ca. 100 Jahren, davon nur wenige aus dem ozeanischen Bereich. Sie sind daher zeitlich-räumlich stark begrenzt und zudem unzuverlässig.

4.    Trotzdem gibt es Klimamodelle, die jedoch wegen 2. und 3. bedeutungslos sind. Insbesondere werden sie nicht am realen Klima getestet, widersprechen oft der Klimawirklichkeit und sind prinzipiell nicht in der Lage, „thermodynamisches Chaos” zu berücksichtigen.

5.    Wasserdampf wird in den Klimamodellen nicht berücksichtigt und vom IPCC nicht einmal erwähnt.

6.    Da die IPCC-Berichte auf Klimamodellen beruhen, sind sie wertlos.

7.    Das Hauptinteresse der Klimatologie beschränkt sich auf anthropogene CO2-Emissionen.

8.    Das IPCC negiert die multiple Klimasteuerung.

9.    Paläostudien zeigen deutlich, dass atmosphärische CO2-Veränderungen die Folge und nicht die Ursache von Klimaänderungen sind. Schon deswegen können anthropogene CO2-Emissionen keine Wirkung haben.

10.  Außerdem ist ein atmosphärischer CO2-Anstieg für die Menschheit kein Problem, sondern im Gegenteil günstig.

11.  Die Sonnenaktivität kann durch Rückkopplungen enorm verstärkt werden und ist daher der eigentlich wesentliche Klimafaktor.

12.  „Chaos und Turbulenz” sind die wichtigsten Klimafaktoren (vgl. dazu 4.).

13.  Der anthropogene Treibhauseffekt (gemeint ist dabei die darauf zurück zuführende global gemittelte Erwärmung der unteren Atmosphäre) beträgt lediglich 1,0 - 1,6 °C für die nächsten 100 Jahre.

14.  „Global warming” ist nur auf die mittleren Breiten der Nordhemisphäre im Winter beschränkt; die Antarktis ist in den letzten 35 Jahren kälter, die Arktis nicht wärmer geworden.

15.  Satellitendaten bestätigen nicht „global warming”, sondern zeigen zumindest für die Südhemisphäre sogar überwiegend eine Abkühlung.

16.  Auch Ballonmessungen (Radiosonden) zeigen keine globale Erwärmung.

17.  Paläodaten zeigen seit 1980 keine Erwärmung.

18.  Es gibt, entgegen dem Eindruck, den das IPCC zu vermitteln sucht, keinen wissenschaftlichen Konsens und es wäre besser, wenn sich das IPCC in Zukunft auf wissenschaftliche Aspekte konzentrieren würde.

19.  Alle Empfehlungen hinsichtlich des Klimaschutzes, in Zusammenhang mit dem anthropogenen Treibhauseffekt, sind unwissenschaftlich und ungerechtfertigt.

20.  Das Kyoto-Protokoll ist wissenschaftlich und politisch tot. Aus politischer Sicht würde seine Ratifizierung die Bemühungen der Weltwirtschaft, des Handels und der Entwicklung ruinieren.


Die Weltmeteorologie-Organisation (WMO) und das Umweltprogramm der UNO (UNEP) haben eine Institution ins Leben gerufen, die versucht, alle 5 bis 6 Jahre den aktuellen Stand des Wissens zum Thema Klimaänderung in einem Bericht zusammenzufassen: Das Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC. Hunderte von Wissenschaftern arbeiten freiwillig und in den meisten Fällen ohne Bezahlung an diesen Assessment-Berichten - sowie an dem sehr umfassenden Review-Prozess - mit.


 

Kurzstellungnahme

 

Zu den Behauptungen:

1    Klimatologie gibt es erst seit ca. 20 Jahren.

2.  Es gibt keine allgemein gültige Klimatheorie.

widerspricht die gesamte historische und aktuelle wissenschaftliche Fachliteratur, wie sie u.a. in entsprechenden Lehrbüchern dokumentiert ist (exemplarisch seien genannt: J. von Hann: „Handbuch der Klimatologie”, Engelhorn, Stuttgart, 1883; J.P. Peixoto und A.H. Oort: „Physics of Climate”, Am. Inst. of Physics, New York, 1992; A.S.Monin: „An Introduction to the Theory of Climate”, Reidel, Dordrecht, 1986; viele weitere inhaltliche und historische Hinweise siehe z.B. auch C.-D. Schönwiese: „Klimatologie”, Ulmer-UTB, Stuttgart, 2. Aufl. 2003).

 

Direkte klimatologische Messungen

3    Klimatologische Messungen gibt es erst seit ca. 100 Jahren, davon nur wenige aus dem ozeanischen Bereich. Sie sind daher zeitlich-räumlich stark begrenzt und zudem unzuverlässig.

gibt es, in kontinuierlicher Form und bezüglich der üblichen Klimaelemente, maximal seit 1659, mit hinreichend globaler Abdeckung seit etwa 1850/60, wobei die ozeanischen Gebiete zwar tatsächlich unterrepräsentiert, aber keinesfalls „datenfrei” sind. Die Zuverlässigkeit bzw. Genauigkeit und Repräsentanz dieser in ihrer Gesamtheit sehr umfangreichen Messdaten ist aber genau analysiert, ihre gute Qualität daher fachlich allgemein anerkannt. Zudem werden sie durch die ganze Vielfalt paläoklimatologischer Rekonstruktionen (mit maximaler Reichweite bis zu Jahrmilliarden) und historischer Informationen (mit maximaler Reichweite einiger Jahrtausende) ergänzt. Dies alles vermittelt ein sehr umfassendes Bild der Klimagegebenheiten und -variationen für fast die gesamte Erdgeschichte.

 

Klimamodelle 

4.   Trotzdem gibt es Klimamodelle, die jedoch wegen 2. und 3. bedeutungslos sind. Insbesondere werden sie nicht am realen Klima getestet, widersprechen oft der Klimawirklichkeit und sind prinzipiell nicht in der Lage, „thermodynamisches Chaos” zu berücksichtigen.

5.   Wasserdampf wird in den Klimamodellen nicht berücksichtigt und vom IPCC nicht einmal erwähnt.

die u.a. im Rahmen des Anwendungsgebietes Wettervorhersage auf eine lange Entwicklung zurückblicken können, sind physikalisch bzw. physikochemisch korrekt formuliert, werden selbstverständlich in sog. Kontrollexperimenten dahingehend getestet, ob sie das derzeitige Klima gut reproduzieren, erklären zumindest befriedigend die Klimavergangenheit (in unterschiedlichen zeitlichen Größenordnungen) und enthalten ebenso selbstverständlich auch den Wasserdampf. Dabei spielen chaotische gegenüber deterministischen Vorgängen beim Klima eher eine geringere Rolle als beim Wetter, wo sie bemerkenswerterweise die (begrenzte) Vorhersagbarkeit keineswegs verhindern.

 

Die IPCC-Berichte:

6.   Da die IPCC-Berichte auf Klimamodellen beruhen, sind sie wertlos.

8.   Das IPCC negiert die multiple Klimasteuerung.

beruhen nicht nur auf Klimamodellen, deren Evaluation und Aussagekraft genau und kritisch beleuchtet wird, sondern u.a. auch auf klimatologischen Grundlagen (z.B. der Strahlung) und den Befunden der Klimabeobachtung bzw. -rekonstruktion. Die Bedeutung aller wichtigen anthropogenen und natürlichen Einflussfaktoren wird eingehend diskutiert und bewertet, multiple Klimasteuerung daher keinesfalls negiert. Auch für die sonstige Klimatologie-Literatur gilt, dass neben dem sicherlich wichtigen CO2-Problem, d.h. insbesondere dem anthropogenen Treibhauseffekt, selbstverständlich alle relevanten Prozesse behandelt und in ihrem Einfluss auf das Klima diskutiert werden. Je nach Sichtweise und Intention des Autors wird in den Klima-Lehrbüchern das CO2-Problem oft sogar eher randständig behandelt.

 

Das Ei oder Huhn Problem:

9.   Paläostudien zeigen deutlich, dass atmosphärische CO2-Veränderungen die Folge und nicht die Ursache von Klimaänderungen sind. Schon deswegen können anthropogene CO2-Emissionen keine Wirkung haben.

In der geologischen Vergangenheit, beispielsweise im Zyklus der Kalt- („Eis”-) und Warmzeiten, hat sicherlich die atmosphärische CO2-Konzentration auf das Klima reagiert , insbesondere wegen der erhöhten Ausgasung relativ warmer Ozeane. Damit ist aber stets auch eine positive Rückkopplung verbunden, d.h. die veränderliche CO2-Konzentration verstärkt die Klimaeffekte. Doch ändert das nichts daran, dass im Industriezeitalter zweifellos der Mensch als zusätzliche CO2-Quelle (und Quelle weiterer Treibhausgase) agiert und somit zum zusätzlichen Klimafaktor geworden ist.

 

Mehr CO2 in der Atmosphäre

10. Außerdem ist ein atmosphärischer CO2-Anstieg für die Menschheit kein Problem, sondern im Gegenteil günstig.

führt u.U. zwar zu erhöhtem Pflanzenwachstum (wenn Wassergehalt und Nährstoffe des Bodens mitspielen) und ein wärmeres Klima verringert in relativ kalten Klimazonen den Heizbedarf. Bei den vielen weiteren Effekten auf das Klima und deren Folgen überwiegen aber sicherlich die Nachteile, z.B. durch Hitzewellen im Sommer, Meeresspiegelanstieg, häufigere Extremereignissen wie Stürme und Überschwemmungen und im einzelnen noch unabsehbaren ökologischen und medizinischen Folgen (z.B. Schädlingsproblemen und „Fehlreaktionen” durch Blühbeginn bei Pflanzen in sehr milden Wintern; stärkere Ausbreitung von Tropenkrankheiten bei wärmerem und ggf. auch feuchterem Klima).

 

Nicht nur die Sonnenaktivität

11.  Die Sonnenaktivität kann durch Rückkopplungen enorm verstärkt werden und ist daher der eigentlich wesentliche Klimafaktor.

auch andere Einflussfaktoren können durch Rückkopplungen verstärkt werden. Die vorliegenden Klimamodellrechnungen, die selbstverständlich nicht nur zum CO2-Problem durchgeführt worden sind, zeigen, dass dadurch die Wichtung der Einflussfaktoren nicht umgekehrt wird, die mit Hilfe der (direkten) Strahlungsantriebe beim anthropogenen Treibhauseffekt mit 2,4 (2,2 - 2,7) Wm-2, bei der Sonnenaktivität aber nur mit 0,3 (0,1 - 0,5) Wm-2 anzusetzen sind. Auch für andere externe Klimafaktoren (z.B. Vulkanismus) oder interne Wechselwirkungen im Klimasystem (z.B. El Niño) liegen Klimamodellrechnungen vor und werden (entgegen der unter 8. genannten Behauptung) in den IPCC-Berichten eingehend diskutiert.

 

Turbulenz

12.  „Chaos und Turbulenz” sind die wichtigsten Klimafaktoren (vgl. dazu 4.).

wird z.B. in Zusammenhang mit der Konvektion bzw. turbulenten Wärmeleitung in Klimamodellrechnungen berücksichtigt; zu Chaos siehe oben. Turbulenz wie auch Chaos sind aber keine Klimaeinflussfaktoren im üblichen Sinn, sondern Begleiterscheinungen der jeweils ablaufenden Prozesse. Sie können daher von sich aus nicht zu Klimaänderungen führen.

Es überrascht schon sehr, wenn einerseits Klimamodellrechnungen generell in Frage gestellt werden, dann aber mit - soweit das überhaupt ersichtlich ist - völlig unzureichenden Mitteln trotzdem angeblich bessere Vorhersagen zum anthropogenen Treibhauseffekt gemacht werden (vgl. 13. Der anthropogene Treibhauseffekt - gemeint ist dabei die darauf zurück zuführende global gemittelte Erwärmung der unteren Atmosphäre - beträgt lediglich 1,0 - 1,6 °C für die nächsten 100 Jahre.). Aufgrund der derzeit gängigen Szenarien und Klimamodellrechnungen, wie sie auch im letzten IPCC-Bericht diskutiert werden, ist für die kommenden ca. 100 Jahre (genauer 1990-2100) ein anthropogener Treibhauseffekt in Form eines Anstiegs der global gemittelten bodennahen Lufttemperatur in Höhe von etwa 1,4 - 5,8 °C zu erwarten.

 

Global warming:

Es ist richtig, dass in den letzten rund 100 Jahren die Erwärmung der unteren Atmosphäre weder regional noch zeitlich einheitlich verlaufen ist (vgl. 14.).

14. „Global warming” ist nur auf die mittleren Breiten der Nordhemisphäre im Winter beschränkt; die Antarktis ist in den letzten 35 Jahren kälter, die Arktis nicht wärmer geworden.

Regional und zeitlich begrenzte Abkühlungen sind aber kein Gegenbeweis gegen die im globalen Mittel festzustellende Erwärmung, die 1901-2000 durch einen Trend von 0,7 °C mit einer Unschärfe von ein bis zwei Zehntel Grad angegeben werden kann. Überproportionale, d.h. bis zu einem Faktor von ca. 5 höhere Trends waren in einigen Landgebieten der Nordhemisphäre zu beobachten, Abkühlungen z.B. in einem Teilbereich des Nordatlantiks oder im zentralen Afrika. Im Bereich der Antarktis waren die Trends relativ schwach und uneinheitlich, in der Arktis stärker aber auch uneinheitlich. Und nicht nur im Winter, sondern in allen Jahreszeiten ist im globalen Mittel eine Erwärmung eingetreten.

 

Satellitenmessungen

15. Satellitendaten bestätigen nicht „global warming”, sondern zeigen zumindest für die Südhemisphäre sogar überwiegend eine Abkühlung.

sind indirekt, beziehen sich auf eine mehrere Kilometer mächtige Schicht der unteren Atmosphäre und liegen erst seit wenig mehr als 20 Jahren vor. Sie sind daher nicht direkt mit den genaueren, direkten, in 2 Meter Höhe über Grund durchgeführten und viel länger zurück reichenden Präzisionsmessungen vergleichbar. Nach Fehlerkorrektur lassen sich aber auch die Satellitenmessungen durchaus in den Befund der globalen Erwärmung einordnen.

Ballonmessungen (vgl. 16. Auch Ballonmessungen (Radiosonden) zeigen keine globale Erwärmung.) liegen zwar länger als Satellitenmessungen vor, aber decken mit bis zu etwa 50 Jahren ebenfalls doch nur eine relativ kurze Zeitspanne ab. Sie stützen sehr wohl den Befund der globalen Erwärmung der unteren Atmosphäre und zeigen zudem, dass sich die Stratosphäre - der Theorie des Treibhauseffektes entsprechend - systematisch abkühlt. Dieser stratosphärische Abkühlungstrend ist im Vergleichszeitraum quantitativ sogar noch bedeutend größer als die bodennahe Erwärmung.

Paläodaten (vgl. 17. Paläodaten zeigen seit 1980 keine Erwärmung.), die ähnlich den Satellitendaten indirekte Informationen liefern, sind ungeeignet, die Klimaänderungen der letzten Jahrzehnte zu beschreiben. Vielmehr ist es üblich, sie an die viel genaueren und sowohl räumlich wie zeitlich viel umfassenderen direkten Messdaten anzupassen, um über solche Korrelationen Klimarekonstruktionen für die Zeit zugänglich zu machen, aus der keine direkten Messungen vorliegen. Dies ist der eigentliche Sinn der Paläodaten.

 

Konsenz der Wissenschaft:

Bei Klimatologen, sofern sie (durch entsprechende Forschung und Publikationen in gereviewten Fachzeitschriften) ausgewiesene Experten sind, gibt es sehr wohl einen Konsens in den wissenschaftlichen Grundlagen, allerdings auch viel Diskussion im Detail. (vgl. 18. und 19.)

18. Es gibt, entgegen dem Eindruck, den das IPCC zu vermitteln sucht, keinen wissenschaftlichen Konsens und es wäre besser, wenn sich das IPCC in Zukunft auf wissenschaftliche Aspekte konzentrieren würde.

19. Alle Empfehlungen hinsichtlich des Klimaschutzes, in Zusammenhang mit dem anthropogenen Treibhauseffekt, sind unwissenschaftlich und ungerechtfertigt.

Den IPCC-Berichten liegt eine ausführliche und umfassende Diskussion auch unterschiedlicher Ansichten zugrunde und die daraus resultierenden Texte sind das Ergebnis einer Konsensfindung in ausgewogener und vorsichtiger Formulierung, bei der die Unsicherheiten nicht unter den Tisch gekehrt, sondern beim Namen genannt werden (insbesondere in den ausführlichen Berichten). Dies ist u.a. durch diverse wissenschaftliche Gesellschaften (in Deutschland z.B. die Deutsche Meteorologische Gesellschaft) und Akademien (auch seitens der USA) festgestellt und gewürdigt worden, so dass die IPCC-Berichte als die beste und verlässlichste wissenschaftliche Bestandsaufnahme gelten, die es zu diesem Problemkreis gibt. Somit sind auch die IPCC-Empfehlungen wissenschaftlich begründet und gerechtfertigt.

 

Das Kyoto-Protokoll

20. Das Kyoto-Protokoll ist wissenschaftlich und politisch tot. Aus politischer Sicht würde seine Ratifizierung die Bemühungen der Weltwirtschaft, des Handels und der Entwicklung ruinieren.

wie auch weitergehende Empfehlungen und Planungen zum Klimaschutz stehen somit auf solider wissenschaftlicher Grundlage. In dieser Bewertung ist sich die Politik in Deutschland und vielen anderen Ländern über die Parteigrenzen hinweg weitgehend einig. Auch der politische Kyoto-Prozess ist daher keineswegs tot. Zudem bietet eine sinnvolle und ausgewogene Verwirklichung auch ökonomisch gesehen nicht Belastungen, sondern Chancen für die Zukunft.

 

 


 

 

Abschließende Bemerkung

Der „Climatesceptics Report” entbehrt m.E. jeglicher wissenschaftlichen Grundlage und ist stattdessen eine Zusammenstellung zumeist nachweislich falscher Behauptungen und Interpretationen. Internationale Gremien wie das IPCC werden ungerechtfertigterweise diffamiert. Die Autoren leiden zudem an Realitätsferne und Selbstüberschätzung, wenn sie meinen, das Jahr 2002 sei das Ende eines Zeitalters gewesen, in dem die These der globalen Erwärmung ernst genommen worden ist und dass Klimaschutzmaßnahmen, derzeit insbesondere das Kyoto-Protokoll, nun „wissenschaftlich wie politisch tot” seien. Vielleicht handelt es sich insgesamt nur um ein letztes Aufbäumen von Interessengemeinschaften, denen - aus welchen Gründen auch immer - Klimaschutzmaßnahmen nicht ins Konzept passen.