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nach
einer Darlegung der Priesterbruderschaft St. Pius X.
33 n.Chr.
Josef von Arimathäa nahm den Leichnam, wickelte ihn in reine Leinwand
und legte ihn in sein neues Grab“ (Mt. 27, 59). „Der Josef von
Arimathäa] kaufte Leinwand, nahm ihn ab und wickelte ihn in die
Leinwand. Dann legte er ihn in ein Grab...“ (Mk. 15, 46). „Petrus aber
machte sich auf und eilte zum Grab. Als er sich vorneigte, sah er nur
die Linnentücher daliegen“ (Lk. 24, 12) 133 –135
Zweiter Jüdischer Krieg, Aufstand des Bar Kochba. Kaiser Hadrian lässt
Jerusalem vernichten und die dortige jüdische Bevölkerung ausrotten
oder zerstreuen. Juden und Christen fliehen u.a. nach Edessa, das sich
seit 127 v.Chr. zu einem unabhängigen Königreich, das „Reich von
Osroene ‚ erklärt hatte und es immer noch war.
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(Einschub vom Verfasser)
In der Microsoft-Enzyklopädie findet sich folgender Hinweis: Edessa
(aramäisch Urhai, türkisch Urfa), antike syrische Stadt, die mit dem
biblischen Stammvater Abraham in Verbindung gebracht wird, nach der
Eroberung Persiens durch Alexander den Großen so benannt nach der
makedonischen Hauptstadt. Nach der Einführung des Christentums wurden
im 3. Jahrhundert zahlreiche Klöster erbaut. Edessa entwickelte sich
früh zu einem Zentrum theologischer Gelehrsamkeit. Im 7. Jahrhundert
fiel die Stadt in die Hände der Muslime. Von 1097 bis 1144 unter
fränkischer Herrschaft, wurde Edessa 1147 von den Osmanen geplündert.
In den folgenden Jahrhunderten wechselte die Herrschaft häufig. 1637
wurde Edessa in das Osmanische Reich eingegliedert und in Urfa
umbenannt. (Heute türkische Stadt im Grenzgebiet. Man fragt sich hier,
warum flohen die Christen gerade in dieses ferne Königreich? Bestanden
hier irgendwelche Verbindungen des Herrscherhauses zu den Christen?
Aufschluss kann uns hier eine Schrift mit dem Titel „Briefwechsel
zwischen Abgarus Ukkama Fürst von Edessa und Jesus von Nazareth“ geben.
Aus dem Nachwort dieses kleinen Buches, folgende aufschlussreichen
Informationen. Es
steht geschichtlich fest, daß ein König namens Abgar von Ukkama als 15.
König das Königreich Osrhoene regiert hat. Und zwar leitete er nach der
Chronik von Edessa zweimal die Geschicke seines Landes als Landesfürst:
zunächst vom Jahre 4 v.Chr. bis zum Jahre 7 n.Chr., und zum zweiten
Male vom Jahre 13 n.Chr. bis 50 n.Chr. (3) Abgar, syrisch abgär, awgär,
griechisch Abgaros oder Augaros, ist ein Eigenname semitischen
Ursprungs (4). Syrische Sprachkenner sehen in Abgär ein Synonym von
hagirä „hinkend“. Vielleicht war es wegen dieses körperlichen
Zustandes, daß er den Wunsch hegte, der große Wundertäter aus Palästina
möge ihn von diesem seinem langjährigen Leiden befreien. Des Königs
Beiname war Ukkama, oder besser ükhäma, d. h. der „Schwarze“. Im
Griechischen wurde daraus Ouchama oder Ouchaniäs (5). In der syrischen
Kirche galt die Tradition vom Briefwechsel Jesu mit König Abgar als
eine unbestreitbare Tatsache. Syrische Dokumente aus frühchristlicher
Zeit berichten davon. Die syrische Liturgie erwähnt den Briefwechsel
als eine geschichtliche Gegebenheit. Die „Doctrjna Addai“,
wahrscheinlich aus dem 4. Jahrhundert, übernimmt die alte Tradition und
weitet sie aus. Bemerkenswert ist auch, daß es in Edessa bereits vor
dem Jahre 170 eine bedeutende Christengemeinde gab. Es müssen also
dorthin bereits sehr früh christliche Glaubensboten gekommen sein, die
dort offene Herzen für die Lehre Jesu Christi fanden. (6) Rubens Duval weist
auch in seiner „Histoire politique, religieuse et litteraire d‘Edesse“
darauf hin, daß die alte Tradition vom Briefwechsel Jesu mit Abgar
stets ein weites Echo im Orient gefunden hat. (7) Der hervorragendste
Zeuge für die Echtheit des Briefwechsels Jesu mit Abgar ist jedoch
Eusebius von Cäsarea (gest. 339). „Eusebius steht an der Wende zweier
Weltalter. Mit seiner Bildung, seinen Interessen und seinen den Ertrag
der Vergangenheit zusammenfassenden Werken gehört er noch der
vornizänischen Zeit an, als Bischof und Kirchenpolitiker steht er
inmitten der .. . neuen konstantinischen Epoche. Um 263 in Palästina,
vielleicht in Cäsarea geboren, erhielt er am Sitz der von Origenes
begründeten Schule und berühmten Bibliothek durch Pamphilius ... seine
gelehrte Bildung... 313 wurde er Bischof von Cäsarea und gewann großen
Einfluß auf Kaiser Konstantin wegen seiner Gelehrsamkeit ... Eusebius
lebt für alle Zeiten fort als der große Geschichtsschreiber des
christlichen Altertums ... Sein Hauptwerk ist seine zehn Bücher
zählende Kirchengeschichte von der Gründung der Kirche bis zum Siege
Konstantins über Licinus (324)... Zwar vermag Eusebius noch kein
genetisch entwickeltes Geschichtsbild zu zeichnen; in der Hauptsache
bietet er eine Materialiensammlung, worin Tatsachen, Exzerpte aus der
altchristlichen Literatur und Aktenstücke in bunter, meist aber
chronologischer Folge aneinandergefügt sind. Schon vor Beginn der
Diokletianischen Verfolgung (303) wurde das Werk in sieben Büchern
veröffentlicht. Die sich rasch ablösenden neuen, welt-geschichtlich so
entscheidenden Ereignisse zwangen ihn jedoch, mehrere Erweiterungen und
Fortsetzungen anzufügen ... Die Kirchengeschichte wurde wohl noch im 4.
Jahrhundert ins Syrische und danach später ins Armenische übersetzt.
403 fertigte Rufinus eine lateinische Übersetzung an und führte die
Darstellung bis 395 fort.“ (8) Nach C. Verschaffel darf Eusebius von
Cäsarea der „Christliche Herodot“ und der „Vater der Kirchengeschichte“
genannt werden. Er habe eine unvergleichliche geschichtliche Kenntnis
der ersten christlichen Jahrhunderte besessen. (9) Dieser hervorragende
Geschichtskenner Eusebius von Cäsarea ist es nun, der einen eingehenden
Bericht gibt über den Briefwechsel Jesu mit König Abgar. Eusebius
schreibt am Ende des 1. Buches seiner Kirchengeschichte, er habe diesen
Briefwechsel in den Archiven der Stadt Edessa gefunden. In dieser
königlichen Urkundensammlung seien die geschichtlichen Schriftstücke
über die Ereignisse der Stadt Edessa und über die Regierungszeit des
Königs Abgar aufbewahrt. Er habe mit großer Sorgfalt den Briefwechsel
Jesu und Abgars aus dem Syrischen ins Griechische übertragen.10) Diesem
Bericht läßt Eusebius die Übersetzung der zwei ersten Briefe folgen.
Der Leser der „Kirchengeschichte“ mag wohl bedauern, daß Eusebius nicht
den ganzen Briefwechsel hier veröffentlicht hat. Jedoch muß man
bedenken, daß Eusebius nur die geschichtlichen Tatsachen darlegen und
beweisen will. Es würde seine Kirchengeschichte zu sehr belastet haben,
hätte er darin alle alten Dokumente veröffentlicht. Eusebius weist ja
auf die Quelle hin, wo er die Dokumente gefunden hat, so daß jeder, der
für weiteres Studium Interesse hat, auf Grund des Quellennachweises die
Dokumente eingehend studieren kann. Deshalb sagt Eusebius, daß
diese Schriftstücke in der öffentlichen Staatsbibliothek von Edessa
zugänglich sind. Eusebius fügt den beiden Briefen einen
Bericht über die Missionstätigkeit eines Thaddäus (oder Addäus) bei,
der einer der zwölf Jünger Jesu gewesen und vom Apostel Judas oder
Thomas nach Edessa gesandt worden sei, um dort das Evangelium zu
verkünden. Dieser Thaddäus habe den König Abgar in der Lehre Christi
unterrichtet, ihn geheilt, und dann das Evangelium mit solcher Macht
verkündet, daß ein großer Teil des Volkes sich bekehrt habe. Diese Einzelheiten
sind auch berichtet in der sog. Doctrina Addai. Diese in syrischer
Sprache verfaßte Schrift enthält auch die beiden ersten Briefe Abgars
und Jesu; fügt aber noch den Bericht einer Überlieferung hinzu, nach
der ein Bote Abgars für seinen König ein Bild Jesu verfertigt habe.
| Quellenangabe:
| 1 |
Meyers
Großes Taschenlexikon (1981), Bd. III S. 220. |
| 2 | Augustinus,
Contra Faust. 28,4; De Consensu evangelistarum 1, 7,11. |
| 3 | Gutschmid,
Untersuchungen über die Geschichte des Königreiches Osrhoene. Mem. der
Akad. v. St. Petersburg. Dict. Theol. Cath. Bd. 1. Spalte 67. Stichwort
„Abgar“ v. J. Parisot. | | 4 |
P. Smith, Thesaurus syriacus. Spalte 477. |
| 5 |
P. Smith, Thesaurus syriacus. Spalte 477. |
| 6 |
Bibliotheca Orientalis. Bd. 1. Spalte 393;
sowie: Dict. TheoI. Cath. Bd. 1. Spalten 68—72. |
| 7 | Extrait
du Journal asiatique, Paris, 1892, 5. 81. |
| 8 | Berthold
Altaner, Patrologie. Freiburg i. Br., Herder, 1938. S. 141-143. |
| 9 |
Dict. Thol. Cath. V. Bd.; 2. Teil; Spalte
1528. | | 10 |
Migne, Patr. Graeca 20, 121-124. 136. 137. |
Soweit die Hinweise aus dem
im Lorber-Verlag 74321 Bietigheim erschienenen Taschenbuch. In der
Folge konnte auf diesem Fundament eine stabile christliche Gemeinde
erstehen, die sich auch des Schutzes der nachfolgenden Könige gewiss
sein konnte. Dies geht aus den weiteren Daten hervor. |
177 Duldung
der Christen unter König Abgar VIII. in Edessa. Eine Zeitlang scheint
Abgars Tiara auf Münzen tatsächlich das christliche
Kreuz aufzuweisen (British Museum Edessa, Cat. 13).
213 - 214 Der römische Kaiser
Caracalla lässt Edessa erobern und umbenennen in „Colonia Edessenorum“
Ein christlicher Bischof mauert das Grabtuch in einer Nische über dem
Westtor der Stadtmauer ein. 312
28. Oktober. Konstantin 1. siegt an der milvischen Brücke gegen eine
zwei- oder dreifache Übermacht seines Gegners Maxentius. Konstantin 1.
schreibt diesen Sieg einer Vision zu, bei der er vor der Schlacht am
Himmel ein Kreuz mit den Worten „Hoc vince“ (durch dieses Zeichen
siege) gesehen habe. 313
Toleranzedikt von Mailand. Konstantin 1., der Kaiser des Westens, und
Licinius, der Kaiser des Ostens, gewähren „...sowohl den
Christen als auch überhaupt allen Menschen freie Vollmacht, der
Religion anzuhängen, die ein jeder für sich wählt...“. Die
Kreuzigung als Todesstrafe wird endgültig abgeschafft.
544 Schwere Überschwemmung in
Edessa, die die Zerstörung praktisch aller größeren öffentlichen
Gebäude verursacht. Während der Arbeiten am Wiederaufbau wird ein Tuch
entdeckt, das in einer Nische über dem Westtor versteckt liegt. Es wird
mit dem Abdruck eines gottgeschaffenen, nicht von Menschenhand
gemachten Bildes von Christus aufgefunden (Evagrius, Historica
Ecclesiastica: Migne, Patrologia graeca, LXXXVI/2, Sp. 2748-49). Kaiser
Justinian lässt in Edessa die Kirche „Hagia Sophia“ errichten, in der
das Grabtuch zentrale Reliquie ist. Ab
544 Es tritt ein Wandel in der Art
ein, wie Christus in der Kunst dargestellt wird. In der
Spätantike wurde Christus bartlos und wie ein junger Gott abgebildet.
Nunmehr wird Jesus auf Gemälden, Fresken, Mosaiken, Vasen und Münzen
mit langen Haaren, Mittelscheitel und Bart dargestellt. Diese
Art der Darstellung orientierte sich an dem Abbild auf dem Grabtuch.
639 Die Sarazenen erobern
Jerusalem und Edessa. Edessa schließt einen Bündnisvertrag und erhält
die Duldung der christlichen Religion als „dhimmi“
(Schützlinge). Dennoch Arabisierung und Islamisierung der Stadt.
678 Die Kirche Hagia Sophia
von Edessa mit dem Grabtuch wird durch ein Erdbeben beschädigt. Der
muslimische Kalif Muawiya lässt die christliche Kirche wiederherstellen
(Arabischer Chronist Baladhuri). Seitdem Auftreten eines arabischen
Wortes für das Grabtuch „mandil“ (Tuch).
Übernahme des Lehnworts in die späthellenische Sprache als “mandylion“.
Von dort weiterer Import in die Mittelmeersprachen: Genua: mandillo,
Abruzzen: mandile, Kastilien: mantel. 942
Die byzantische kaiserliche Armee unter Führung von General Johannes
Kurkuas belagert Edessa. In Verhandlungen erreicht der spätere Kaiser
Konstantin VII. Porphyrogennetos im Austausch für einen Rückzug, der
Freilassung von 200 muslimischen Gefangenen, sowie einer
Friedensgarantie, die Herausgabe des Grabtuchs. 944
15./16. August: Einzug des Grabtuchs in Konstantinopel. Homilie
Gregors, des Erzdiakons und Referendars der großen Kirche von
Konstantinopel (Cod. Vat. Gr. 511, fol. 143-150; X. Jh.).
950 Der Arzt Smera erhält einen alten
syrischen Text über das acheiropoietos. Demnach wurde König Abgar von
Edessa ein „linteum“ (Leinen) übergeben, „faciei
figuram sed totius coporis figuram cernere potis“ auf dem
man nicht nur ein Gesicht, sondern den ganzen Körper sehen kann.
(Vatikanischen Bibliothek, Königl. Bib. Leiden). Ca.
1128 - 1140 Der britische Mönch und Chronist
Ordericus Vitalis berichtet in seiner Historia Ecclesiastica (Migne,
Patrologia latina, Bd. 188, Sp. 690) „Abgar regierte als Toparch von
Edessa. Ihm sandte der Herr Jesus ein kostbares Tuch, mit dem er den
Schweiß von seinem Angesicht trocknete und auf welchem die Züge des
Heilands auf wunderbare Weise abgebildet erstrahlt. Dieses führt denen,
die es anschauen, Gestalt und Größe des Leibes unseres Herrn vor Augen“
Das Decretum Gelasianum der katholischen Kirche hat im Jahr
494 einen angeblichen Briefwechsel zwischen Jesus und König Abgar V.
von Edessa zu den Apokryphen (historisch nicht gesichert) gerechnet.
Dies bedeutet jedoch nicht, dass König Abgar V. oder einem seiner
Nachfolger nicht dennoch das Grabtuch geschenkt oder zur sicheren
Aufbewahrung übergeben sein könnte; nur nicht von Jesus selbst.
Um 1150 Vorführung des
Grabtuchs vor ungarischen Diplomaten wegen Heiratsverhandlungen
zwischen der Tochter des byzantinischen Kaisers Manuel Komnenos und des
Sohnes des ungarischen Königs. In dem zu diesem Anlass angefertigten
Codex Pray (Budapest) werden vier Löcher wiedergegeben, die in der Form
eines L angeordnet und auf dem Grabtuch von Turin
auf der linken Seite zu sehen sind. 1203
20. April 1203. Das Kreuzfahrerheer, welches eigentlich für die
Eroberung Ägyptens vorgesehen ist, wird von Alexios IV., dem Sohn des
gestürzten byzantinischen Kaisers Isaak II. gegen eine stattliche
Entlohnung zur Hilfe gerufen, um Kaiser Alexios III., der dort die
Macht übernommen hatte, zu vertreiben. 2. Juli. Gegen den
ausdrücklichen Willen von Papst Innozenz III. erobern die Kreuzfahrer
Konstantinopel. Kaiser Alexios III. flieht; Kaiser Isaak II. und sein
Sohn Alexios IV. kehren auf den Thron zurück. Der Ritter Robert de
Clari berichtet über einen Empfang, bei dem das Grabtuch vorgezeigt
wird (Königliche Bibliothek Kopenhagen). Während die Kreuzfahrer auf
die versprochene Entlohnung warten, die allerdings nicht bezahlt wird,
kommt es zu immer größeren Spannungen, die zur Ermordung Alexios IV.
durch den neuen Kaiser Alexios V. führen. Dieser verweist die
Kreuzfahrer aus Konstantinopel. 1204
13. April 1204. Die immer noch nicht entlohnten Kreuzfahrer erobern
wiederum Konstantinopel. Kaiser Alexios V. wird auf der Flucht getötet;
es kommt anschließend zu einer der größten Plünderung der Geschichte
mit vielen Toten. Das Byzantinische Reich wird für beendet erklärt und
das Lateinische Kaiserreich gegründet. Nach dem Grabtuch suchen die
Eroberer gezielt aber vergeblich (Robert de Clari: „Weder
Griechen noch Franzosen wussten, was daraus geworden ist‘).
1205 1. August. Ein Verwandter
des letzten byzantinischen Kaisers, Theodoros Angelos Komnenos
beschwert sich schriftlich bei Papst Innozenz III. über die
Plünderungen und fordert Rückgabe von geraubten Sakralgegenständen;
nach seiner Kenntnis sei das Grabtuch in Athen. (Dokument
Nationalbibliothek Palermo, Codex Chartularium Culisanense, Fol. CXXVI,
zerstört durch US-Bombardierung 1943, in Abschrift erhalten).
1356 28. Mai. Die von Geoffroy
de Charny gegründete Stiftskirche in Lirey wird geweiht 19.
September. Geoffroy de Charny fällt in der Schlacht von Poitiers gegen
England. 1357 Erste
bekannte Ausstellungen der Grabtuches von den Stiftsherren in Lirey in
ganzer Länge. Bischof Henri de Poitiers beginnt eine Untersuchung über
die Art des Grabtuches und befiehlt die Einstellung von Ausstellungen.
Jeanne de Vergy, die Witwe von Geoffroy de Charny heiratet den
wohlhabenden Edelmann Aymon de Geneve. 1389
Geoffroy II. de Charny, der Sohn des am 13. September 1356 gefallenen
Geoffroy de Charny bittet Gegenpapst Clemens VII. (vorher Robert de
Geneve) um die Erlaubnis, das Grabtuch wieder in Lirey auszustellen.
Pierre d‘Arcis, Bischof von Troyes, beschwert sich bei Clemens VII.
darüber, dass er nicht vorab konsultiert worden war. Clemens VII.
unterstützt die Ausstellungen und befiehlt Bischof d‘Arcis „ständiges
Stillschweigen“ 1390
6. April. Clemens VII. besteht noch einmal darauf, dass Bischof d`Arcis
schweigt, droht ihm mit Exkommunikation. 1398
22. Mai. Geoffrey II. de Charny stirbt. 1418
Juni. Margareta de Charny heiratet Humbert de Villersexel, Grafen de la
Roche. 6.Juli. Wegen Gefahren von marodierenden Banden
übergeben die Stiftsherren von Lirey das Grabtuch an Humbert de
Villersexel zur sicheren Aufbewahrung. Er empfängt es auf seiner Burg
in Montfort. Später wird es in Saint-Hippolyte-sur-Doubs verwahrt, dem
Sitz der Grafen de la Roche, in der Kapelle des Buessarts. 1438 Tod von
Humbert de Villersexel. 1443
9. Mai. Das Parlament in Dole fällt ein Urteil zugunsten der
Stiftsherren von Lirey gegen Margareta de Charny auf Herausgabe des
Grabtuches. 1447
18. Juli. Der Gerichtshof von Besancon bestätigt das Urteil des
Parlament in Dole von 1443. 1453
22. März. Obwohl die kinderlose Margareta de Charny zur Herausgabe des
Grabtuches an die Stiftsherren von Lirey verpflichtet ist, tauscht sie
das Grabtuch gegen das Schloß Verambon bei Genf und die Einkünfte aus
dem Gut Miribel bei Lyon ein. Ihr Tauschpartner ist Herzog Ludwig 1.
von Savoyen. 1457
29. Mai. Margareta de Charny wird mit Exkommunikation bedroht, wenn sie
das Grabtuch nicht an die Stiftsherren von Lirey herausgibt.
1459 30. Mai. Der Exkommunikationsbrief
wird gesandt. Charles de Noyers, verhandelt erfolgreich über eine
Kompensation an die Stiftsherren von Lirey. Die Exkommunikation wird
daraufhin aufgehoben. 1460
7 Oktober. Tod von Margareta de Charny. 1464
6. Februar. Die Stiftsherren von Lirey erhalten von Herzog Ludwig 1.
von Savoyen eine Kompensation von 50 Goldfranken für den Verlust des
Grabtuches. 1502
11. Juni. Das Grabtuch wird in der Kapelle des Schlosses von Chambery
untergebracht. 1506
21. April. Papst Julius II. setzt den 4. Mai als jährlichen Feiertag
des Grabtuches fest. 1532
4. Dezember. Das Grabtuch wird beim Brand der Savoyer Residenz Chambery
in Frankreich schwer beschädigt; das Abbild des Leichnams wird jedoch
nicht in Mitleidenschaft gezogen. 1534
15. April - 2. Mai. Die Brandflecken werden von Klarissinnen-Nonnen
ausgebessert. 1537
Das Grabtuch wird wegen einer französischen Invasion zur Sicherheit in
die Schatzkammer der Eusebius–Kathedrale nach Vercelli geschafft.
1561 3. Juni. Das Grabtuch
wird wieder nach Chambery zurückgeführt. 1578
14. September. Das Grabtuch wird zur Verehrung durch den heiligen Karl
Borromäus, der durch Gebete die Pest aus Mailand vertreiben will, nach
Turin überführt. Dies ist Teil einer vorbedachten Maßnahme von Emmanuel
Philibert, Herzog von Savoyen, der seinen Sitz von Chambery nach Turin
verlegen will. 1694
1. Juni. Das Grabtuch wird in die von Guarini erbaute Cappella della
Santa Sindone gebracht. 1898
25. Mai - 1. Juni. Aus Anlass der 50-Jahr-Feier des italienischen
Königreiches wird das Grabtuch acht Tage lang ausgestellt. In dieser
Zeit konnte Secondo Pia das erste Photo machen. 1931 3. bis 24.
Mai. Ausstellung. Anlass: Hochzeit des italienischen Prinzen Umberto
II. Neue Photographien durch Giuseppe Enrie. Damit sollen die Arbeiten
von Secondo Pia fachlich überprüft werden, da ihm vorgeworfen wurde,
die Bilder von 1898 gefälscht zu haben. Kontrolle der Aufnahmen im
Beisein von Fachleuten und einem Notar. Die Ergebnisse zur
Negativdarstellung sind die gleichen wie bei Pia, nur noch schärfer als
vorher. 1972 1.
Oktober. Ein Unbekannter klettert über das Dach des herzoglichen
Palazzos, bricht in die Kapelle ein und legt Feuer an den Altarschrein,
in welchem das Tuch aufbewahrt wurde. 1983
Der italienische Exkönig Umberto II. von Savoyen stirbt. Der
Apostolische Stuhl in Rom wird durch Erbschaft Eigentümer des sich seit
530 Jahren im Privatbesitz der Savoyer befindlichen Grabtuches von
Turin. 1997 19.
April. Brandanschlag auf die Kapelle. Nur dem Einsatz des
Feuerwehrmannes Mario Trematore, der solange auf das Panzerglasgehäuse
einschlug bis es zerbrach, ist es zu verdanken, dass das Tuch heute
noch existiert. Wir
sehen, es wurde immer wieder versucht dieses Tuch zu zerstören oder zu
verbergen, um einen der wissenschaftlichsten Beweise für das Leben und
Sterben Jesu zu beseitigen. 
Das
Turiner Grabtuch - Die Pollenanalysen
Die
Pollenanalysen von 1973 bis 1998 Beginnend mit der
Untersuchung des Kriminologen Dr. Max Frei (Schweiz), dem Leiter des
wissenschaftlichen Laboratoriums der Züricher Kantonaispolizei, im
Jahre 1973 wurden von dem Grabtuch von Turm durch den Gerichtsmediziner
Dr. Baima Bollone (1990) von der Universität Turin sowie durch Dr.
Avinoam Danin und Dr. Uri Baruch von der Hebräischen Universität
Jerusalem (2000) Pollen entnommen und wissenschaftlich analysiert.
Durch die Identifizierung von Pollen sind Rückschlüsse aufdie Herkunft
des Grabtuches möglich, da Pollen sehr widerstandsfähig sind und
Jahrtausende fast unverändert überstehen. Die äußere Schicht der Pollen
(Exine) besteht aus extrem widerstandsfähigen Verbindungen aus
Kohlenwasserstoffketten. Dies führt dazu, dass die Pollen wasser- und
gasundurchlässig sind, Verdauungen und verschiedensten chemischen
Verbindungen widerstehen und sogar größerem Druck standhalten können,
ohne sich zu verformen. Nach dem bisherigen Stand der
Forschungen konnten über 50 Pollenarten identifiziert werden, unter
denen sich auch die nachfolgenden befinden (Auszug):
Gattung |
Beschreibung und allgemeines Vorkommen
| Anabasis
aphylla L. |
Gänsefußgewächs; Wüsten- und Salzsteppenpflanze;
Südostpersien, Arabien, Krim, Südpalästina, Marokko |
|
Alnus
glutiosa Schwarzerle
|
Europa, Westasien, Sibirien, Japan |
|
Acasia albida
Akazie |
Wüstenpflanze, sehr häufig im Jordantal und um das Tote Meer
| |
Artemisa
alba Kampferbeifuß |
Halbwüstenpflanze; Iran, Syrien, Arabien, Nordafrika, Sinai
| |
Atraphaxis spinosa. Bocksknöterich
|
Pflanze der Felswüsten der iranisch-turanischen Region
| |
Capparis Kapernstrauch
|
Halbwüstenpflanze, häufig auf Felsschutt, Klippen und Meeren;
Iran, Mesopotamien, Anatolien und östlicher Mittelmeerraum |
|
Carduuspersonata Jacquin
Bergdistel |
Feuchtigkeitsliebende Pflanze, Südosteuropa |
|
Carpinus
betulus Hainbuche |
Pflanze halbfeuchter Standorte, Mittel- und Südeuropa
| |
Cetrus
libani Libanonzeder
|
Aus den Gebirgen im südöstlichen Mittelmeerraum stammend;
heute weit über Europa verbreitet |
|
Corylus
avellana Haselnuss |
Europa, Westasien |
|
Cupressus sempervirens
Zypresse |
Ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum; heute weit über
Europa verbreitet | |
Echinops glaberrimus
Kugeldistel |
Pflanze arabischer Wüstenregion; häufig in Felswüsten
| |
Epimedium pubigerium
Sockenblume |
Schattenpflanze aus Südosteuropa |
|
Fogonia mollis |
Jochblattgewächs, Wüstenpflanze; Sahara, Arabien |
|
Fagus
silvatica
Rotbuche |
In ganz Europa verbreitet |
|
Glaucium
grandiflorum Hornmohn |
Heimisch in Steppen, Fels- und Sandwüsten; iranisch-turanische
Region |
Obwohl viele der
vorgenannten Pollen von Pflanzen stammen, die praktisch in allen
Regionen vorkommen, in denen sich das Grabtuch von Turin befand, sind
bislang auch solche Pollen identifiziert worden, die eindeutig Pflanzen
zuzuordnen sind, die nicht in Frankreich und Italien, sondern nur in
Konstantinopel oder sogar nur im Heiligen Land gefunden werden können.
Die Spur der Pollen belegt auch hier die Reise des Grabtuches. Die
biologische Forschung geht daher mit an Sicherheit grenzender
Wahrscheinlichkeit davon aus, dass das Grabtuch von Turin, irgendwann
im Laufe seiner Geschichte auch im Heiligen Land gewesen sein muss.
Der
Radiokarbontest von 1988 Am 21. April 1988 wurde von dem linken
unteren Ende des Grabtuches ein ca. 1cm x 7cm breiter Streifen
entnommen und Instituten in Tucson/Arizona, Oxford und Zürich zur
Datierung übergeben. Das Ergebnis der Altersbestimmung des Turiner
Grabtuches wurde offiziell am 13. Oktober 1988 bekannt gegeben:
|
Material |
68% aller Messwerte |
95% aller Messwerte |
|
Probestück vom Grabtuch |
1273 bis 1288 |
1262 bis 1312 |
|
Probestück aus einem nubischen Grab (11.
Jahrhundert) |
1032 bis 1048 |
1026 bis 1160 |
|
Probestück aus dem Grab der Kleopatra (1.
Jahrhundert) |
11 bis 64 |
9 bis 78 |
|
Fäden aus dem Chormantel des Ludwigs von
Anjou (1300) |
1268 bis 1278 |
1263 bis 1283 |
Bei den Daten in den beiden Spalten handelt
es sich um 68% bzw. 95% aller gemessenen Ergebnisse, weil bei einem
Radiokarbontest stets mit „Ausreißern“ zu rechnen ist, die das Ergebnis
hätten verzerren können. Funktionsweise
des Radiokarbontests: Jede Pflanze nimmt zu ihrem Aufbau das in
der Luft zu etwa 0,03 % enthaltene Kohlendioxid (CO2) auf. Ein äußerst
geringer Teil des in der Natur vorkommenden Kohlenstoff ist radioaktiv:
Das Kohlenstoffisotop C14 hat eben 14, statt wie sonst 12 oder 13
Neutronen in seinem Atomkern. Es ist darum geringfügig schwerer.
Die Institute,
die das Grabtuch untersuchten, gingen davon aus, dass bei denjenigen
Pflanzen, aus denen durch Weiterverarbeitung das Grabtuch entstand, der
natürliche Stoffwechsel einen normalen Gehalt
an C14-Kohlenstofflsotopen bewirke. Die Zufuhr des Kohlenstoffisotops
C14 sei mit der Herstellung des Grabtuches allerdings gestoppt worden,
da die Pflanzen logischerweise bei der Weiterverarbeitung nicht mehr
lebten und demnach keinen Stoffwechsel mehr mit ihrer Umwelt hatten.
Also hätten auch keine weiteren C14-Kohlenstoffisotope mehr zugeführt
werden können, so dass das Alter des Grabtuches sich nach dem dann
eintretenden Fortschritt des Verfallsprozesses des Kohlenstoffisotops
C14 bestimmbar sei. Wissenschaftliche Kritik an
den 1988 durchgeführten Radiokarbontests
Die wissenschaftliche Kritik bemängelte an der tatsächlich
durchgeführten Untersuchung ihre fehlende
Nachvollziehbarkeit. So wurde entgegen dem
Auftrag das Testergebnis ohne eine notwendige
wissenschaftliche Begründung einfach in einer Pressekonferenz bekannt
gegeben. Eine vorab vereinbarte Überprüfung der Identität der
verschiedenen Teststücke wurde erst gar nicht mehr durchgeführt.
Des weiteren waren die Untersuchungen ohne jede Absprache für
unbeteiligte Dritte, jedoch nicht für den eigentlichen Auftraggeber,
den Apostolischen Stuhl, zugänglich. Zeitgleich
mit der Veröffentlichung der Testergebnisse veröffentlichte Dr. David
Sox ein Buch mit dem Titel: „Das Grabtuch
entlarvt. Die Enthüllung der größten Fälschung aller Zeiten“
‚ in welchem er ausführlich Einzelheiten über die
Durchführung der Radiokarbontests berichtete. (Hier
lag also zeitgleich mit dem Ergebnis schon ein fertiges Buch vor,
welches die angebliche Enthüllung der größten Fälschung aller Zeiten
beinhaltet. Grundlage für die angebliche Enthüllung war alleine der
Radiokarbontest. Alle anderen wissenschaftlichen Disziplinen wurden
hier außer acht gelassen und nicht berücksichtigt. Man spricht in solch
einem Fall von vernageltem Silodenken oder –forschen. Der Leser sollte
sich aber aufgrund aller bisher dargelegten Fakten selbst ein Urteil
bilden. Auf jeden Fall stand für Dr. David Sox, den Leiter der Prüfung
das Ergebnis schon vor der dem Abschluss der Untersuchung fest, da er
ja vorher schon wochenlang an seinem Buch über die Entlarvung „der
größten Fälschung aller Zeiten“ gearbeitet hat. Auch hier arbeitete der
Antichrist mit seinen Methoden und Vasallen.) Zusätzlich
wurde das vom Grabtuch abgetrennte Stück von anderen Wissenschaftlern,
als für die Karbondatierung „nicht geeignet“
kritisiert, da der an der unteren linken Ecke vom Grabtuch abgetrennte
Streifen sehr starke Verunreinigungen aufwies. Diese Verunreinigungen
seien im Laufe der Jahrhunderte aufgrund zahlreicher Vorführungen
eingetreten, die zum Zwecke der Verehrung durchgeführt worden waren.
Durch das Hochhalten des Grabtuches während dieser Vorführungen seien
u.a. Schweiß sowie Bakterien der jeweiligen Priester (organisches
Material) auf die Enden des Grabtuches gelangt, die eine Zufuhr von
weiteren C14-Kohlenstoffisotopen zur Folge gehabt hätten. Dieser Effekt
sei nicht durch Reinigen der Teststücke rückgängig zu machen gewesen,
da radioaktive Isotope nach mehreren Jahrhunderten nicht einfach
„auswaschbar“ sind. Somit seien deutlich mehr C14-Kohlenstofflsotope
auf dem Teststück des Grabtuches zu finden gewesen, als dies die
Institute bei ihren Berechnungen vorausgesetzt hatten. Eine Auskunft
über das Alter des Grabtuches sei alleine durch einen Radiokarbontest
nicht möglich. ( Näheres über den manipulierten
Karbontest kann man in dem Buch nachlesen: Der manipulierte
Karbontest von Werner Bulst. Knecht-Verlag, Frankfurt/Main 1990)
Weitere
Literatur zum Thema: 1997 > „Neuste
Erkenntnisse über das Turiner Grabtuch – Auch Atomforschung erweist die
Echtheit“ von Wolfgang Waldstein, Christiana Verlag, Stein am Rhein.
1998 > „Und das Grabtuch ist doch echt“ von Maria Grazia
Siliato, Pattloch Verlag 2003 > „Die Passion Christi
– Das Turiner Grabtuch „von Ilona Oertl, Verlag A. Schmid, Durach

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