Gesetz
– Karma und Erlösung
Allen Religionen und
spirituellen Wegen ist das Streben nach Vervollkommnung und das
Annähern an das Wesen Gottes gemein. Die Religionen der
Menschheit gleichen Händen, die sich sehnsuchtsvoll nach oben
strecken, in der Hoffnung einen ewigen Halt zu finden. Doch immer
wieder sinken die Hände der Massen müde und leer
hinunter, unfähig einen dauerhaften Halt zu finden. In dieser
Not der Menschheit hat Gott von oben her Seine Hand zu uns
ausgestreckt, um uns mit Seiner Kraft zu ziehen und zu befreien.
Im Vergleich mit anderen Religionen oder esoterischen Heilswegen,
fällt das Christentum durch einen ausgeprägten
Gnadengedanken und das Erlösungsangebot Gottes aus der Reihe.
Während bei den anderen Heilswegen meistens die
Eigenanstrengungen und guten Werke zur Erreichung höherer,
geistiger Sphären im Vordergrund stehen, scheint das
Christentum hier einen anderen Weg zu gehen. Stellen wir uns einmal die
Frage: Haben alle Religionen und Heilswege wirklich das gleiche Ziel,
oder das gleiche Gottverständnis? Führen auch hier
alle Wege in den gleichen Himmel und ist die Verschiedenheit der
Religionen nur Ausdruck der unterschiedlichen Kulturen in denen sie
entstanden sind? So es ein mächtiges, liebe- und
weisheitsvolles Wesen gibt, welches allgegenwärtig der Urgrund
allen Lebens ist, so können wir davon ausgehen, dass Ihm
dieses unser Leben, das Es aus Sich schuf, nicht gleichgültig
ist. Alle Kulturen glauben in irgendeiner Form an die Existenz dieses
höheren Wesens, mögen sie es auch in unterschiedliche
Bilder kleiden und Ihm unterschiedliche Namen gegeben. Nennen wir Es
bei seinem gängigsten Namen GOTT!
Durch die Existenz Gottes bekommt alles Leben einen höheren
Sinn und gleichzeitig ein erhaben hohes Ziel. Das Ziel des Lebens in
allen seinen Erscheinungs- und Ausdrucksformen kann nur Gott Selbst
sein, von Dem alles seinen Anfang nahm. So aber das Leben sich in einer
permanenten Entwicklung und Veränderung befindet, so befindet
sich sowohl der Einzelne, wie auch die gesamte Menschheit in einem
ständigen Entwicklungsprozess. Das äußere
Merkmal dieses Prozesses zeigt sich z.B. im technischen Fortschritt mit
allen seinen Errungenschaften. Wie sieht jedoch der geistige
Entwicklungsprozess aus und woran lässt er sich erkennen? Der
geistige Entwicklungsprozess drückt sich in der Religion und
den spirituellen Bemühungen der Menschheit aus. (Hält
diese geistige Entwicklung nicht mit der technischen und allgemein
materiellen Entwicklung Schritt, so kommt es zu einem
gefährlichen Ungleichgewicht, meist mit verheerenden Folgen.)
So ist auch eine Religion niemals ein starres,
unveränderliches System, das einmal gegeben, für alle
Zeiten gültig sein kann. Religionen, die man durch starre
Gesetze und Gebote einschnürt, werden zur Qual derjenigen
Menschen, für die sie doch eigentlich Befreiung und
Lebensfreude bringen sollen. Darum ist es fatal, die von Gott
ausgehenden Erneuerungen der Religion nicht zu beachten oder zu
akzeptieren, weil man glaubt, in Ewigkeit an den alten Formen und Wegen
festhalten zu müssen. Re-Ligio bedeutet
„Rückweg zum Einen“, Rückweg zu
Gott. Gott wird den Weg zu Ihm zurück immer wieder neu
gestalten und neu ausschildern, entsprechend dem
Aufnahmevermögen der sich entwickelnden Menschheit. So kommen
wir z.B. bei der Gegenüberstellung des Heilsweges des Alten
Bundes mit dem Neuen Bund zu ganz neuen Erkenntnissen und Einsichten
über das Wesen Gottes und eine gottgewollte
Lebensführung. Das was im Alten Bund noch richtig und
notwendig war, ist im Neuen Bund oft nicht mehr berücksichtigt
oder gefordert (dazu später noch mehr).
Wir können die
geistige Entwicklung des Einzelnen, sowie der ganzen Menschheit mit
einem heranwachsenden Menschen vergleichen, der entsprechend seinem
Alter eine ihm verträgliche Nahrung erhält. Der
Säugling wird anders ernährt als der Heranwachsende,
oder als es schließlich der erwachsene Mensch tut. Im
entsprechenden Verhältnis ist auch das Wesen der Religion zu
betrachten, wenn sie auf göttlichen
Offenbarungen fußt. Gott offenbarte sich der
Menschheit im Laufe ihrer Entwicklungsgeschichte immer wieder auf
vielfältige Weise, um Seinen Bund mit den Menschen zu erneuern
und zu bestätigen. Vor allem aber, um Sein eigenes Wesen und
Seine eigenen Absichten mit uns umfassender zu offenbaren. So kam das
Wesen Gottes vor 2000 Jahren in Jesus Christus zu den Menschen, um Sich
uns klarer zu offenbaren und eine Erneuerung der Religion zu
verkünden! Im Folgenden soll dieser Neubeginn der Beziehung
zwischen Gott und Mensch verdeutlicht werden.

Das (Karma)
Gesetz
Jede Handlung die ein
Mensch begeht, zieht eine der Handlung entsprechende
Folge nach sich. Diese Folge oder Ernte unserer Taten,
wird uns oft schon hier in unserem aktuellen Erdenleben, auf jeden Fall
aber in der jenseitigen Welt ereilen. Alles was wir denken, sagen und
tun hat eine geistig, gesetzmäßige Folge und kommt
zu uns zurück; das Gute wie das Schlechte. Dieses
unabänderliche Gesetz, welches jeder
Handlung unterschoben ist wird uns in den Religionen oft
in Gleichnissen und Bildern von Verdienst (Paradies, Nirwana, Abrahams
Schoß usw.) oder Strafe (Hölle, Fegefeuer, Leiden
und Qualen) vorgestellt. Dies alles sind Bilder oder Entsprechungen von
geistigen Wirklichkeiten, oder geistigen Zuständen, in welchen
sich ein Mensch schon in diesem Leben befinden kann. Paradies und
Hölle sind in erster Linie Bewusstseinszustände, in
denen sich die Seele schon hier auf der Erde befinden kann und erst in
zweiter Linie Örtlichkeiten. Himmel und Hölle sind
oft in unseren Herzen und werden erst daraus zu unserer Lebenswelt,
auch im Jenseits. Niemand wird nach seinem Tod in einen anderen
Himmel/in eine andere Hölle eintreten als in jenen/jene,
welchen/welche er in seinem Herzen trägt!
Das Leben ist von Gott in
einer weisen Ordnung so eingerichtet, dass jede Handlung, jedes Wort,
ja sogar jeder Gedanke (ob gut oder böse), irgendwann einmal
auf uns selbst zurückfällt und uns entsprechendes
Leid oder Freude beschert. Nur auf diesem Wege ist es dem Menschen
möglich aus seinen Erfahrungen folgerichtige Schlüsse
und Verhaltensweisen zu entwickeln. Dieses universelle, geistige Gesetz
ist in allen Religionen bekannt. Die Hindus nennen es
„Karmagesetz“, das Gesetz von
Ursache und Wirkung. So wie uns die Staatsgesetze in
bestimmte Bahnen oder Verhaltensweisen lenken wollen, damit es uns und
Wenn ein kleines Kind zum
ersten mal mit Feuer in Kontakt kommt und sich verbrennt, so
weiß es für seinen weiteren Lebensweg das Feuer und
seine brennende Eigenschaft einzuordnen und sich im Umgang mit Feuer
entsprechend zu verhalten. Was wäre aber mit unserem Leben, so
das Feuer einmal brennen würde und ein anderes Mal nicht. Was,
wenn der Stein nicht immer zu Boden fallen würde, oder das
Wasser nicht immer löschen würde, sondern alles seine
Eigenschaften ständig verändern und wechseln
würde? Wir könnten unserem Leben keinerlei Ordnung
und Richtung geben, sondern alles wäre in einem
ständigen Chaos den Zufällen des Augenblickes
ausgeliefert. Wir sehen, die ehern festgestellten göttlichen
Lebens- oder Ordnungsgesetze müssen unabänderlich
für alle Geschöpfe feststehen, um das Leben in seiner
Entwicklung möglich und berechenbar zu machen und so erst zu
garantieren. So wie es auf der einen Seite
naturmäßige Gesetzmäßigkeiten
für das äußere Leben geben muss, so gibt es
auf der anderen Seite auch geistige
Gesetzmäßigkeiten, um uns eine geistige Entwicklung
zu ermöglichen. Das Zuwiderhandeln gegen die
naturmäßigen, wie auch geistigen Lebensgesetze zieht
immer eine gesetzmäßige Korrektur oder
Neuausrichtung nach sich. Neuausrichtung bedeutet: Neu an der
göttlichen Lebensordnung ausgerichtet werden! Wenn sich ein
Volk, oder gar die ganze Menschheit mehr und mehr von der Ordnung, die
allen Dingen zu Grunde liegt entfernt, kann man davon ausgehen, dass
diesem Fehlverhalten – entsprechend dem Gesetz von Ursache
und Wirkung – ein Gericht auf dem Fuße folgt. Dies
erleben wir zur Zeit z.B. in Form von zunehmenden Naturkatastrophen,
die sich auf unserem Planeten in immer kürzeren Intervallen
zeigen. Sie offenbaren unser Fehlverhalten gegenüber den
Naturgesetzen, die in unserer materiellen Umwelt verankert sind.
Neben diesen äußeren,
naturmäßigen Gerichten, welche sich über
ganzen Völkern auftun können, gibt es jedoch auch
geistige Gerichte. Diese können sowohl den Einzelnen
betreffen, als auch ganze Völker. Jeder Mensch
erfährt während seines Lebens immer wieder solche Gerichte
oder Neu–aus–richtungen,
wenn er sich zu weit von der göttlichen Schöpfungs-
und Lebensordnung entfernt. Dann werden wir oft durch
äußere Ereignisse überrascht, welche unser
Leben in eine neue Richtung
führen wollen. Diese „Überraschungen des
Lebens“, die wir aus Unkenntnis der Zusammenhänge
oft als „Un-Glück“ bezeichnen
können wir vermeiden, wenn wir unser Leben
„freiwillig“ nach der göttlichen
Lebensordnung ausrichten. Hierzu müssen wir diese
Lebensgesetze allerdings kennen. Sie sind in den zehn Geboten der Bibel
enthalten. Diese Gebote Gottes enthalten sowohl eine
naturmäßige, wie auch eine geistige Bezugsebene.
Das sogenannte Karmagesetz
–das Gesetz von Ursache und Wirkung – ist das wahr
erkannte, geistige Lebensgesetz, das für einen jeden Menschen
und alle Völker Gültigkeit hat. Was du säst,
das wirst du ernten! Dieses Gesetz ist gerecht, da es jeden gleich
stellt und gleich behandelt. Moses erhielt dieses Gesetz durch eine
göttliche Offenbarungen und legte aus ihm dem Volke Israel ein
ausgefeiltes, fast alle Lebensbereiche abdeckendes Verhaltensreglement
auf. Über die genaue Beachtung naturmäßiger
und geistiger Regeln und Gesetze, sollte das Volk Israel gereinigt und
vom damaligen Götzen- und Vielgöttertum der Heiden
isoliert werden. Nur so konnte es dereinst „als Volk
Gottes“ den Messias und Erlöser der Welt
hervorbringen. Das Volk der Juden hat sich also seit Moses streng unter
dem Gesetz bewegt, um nicht in einer heidnischen Umwelt unterzugehen
und den Eingottglauben zu verlieren. Vor diesem Hintergrund ist auch
das mosaische Gesetz in der Weisheit und Liebe begründet, auch
wenn es noch starr und geschnürt war und wenig Freiraum
für den Einzelnen bot. Doch in dieser Entwicklungsphase der
Menschheit war es die richtige Nahrung. Denn in der Erziehung der
Kinder herrschen andere Gesetze und Regeln als in der Führung
von Heranwachsenden, oder mündigen Menschen. Das Kind muss in
seinem Unverstand noch in strengen Regeln geführt werden,
deren Sinn es oft nicht sehen kann. Der Heranwachsende Mensch braucht
aber mehr Freiheit und Eigenverantwortung, um nach seiner Einsicht das
freiwillig und bewusst zu vollbringen, was er unter dem Gesetz noch
gebunden zu tun verpflichtet war.
Der
Reinkarnationsgedanke
Auf der Grundlage des
Karma-Gesetzes entwickelte der Hinduismus und Buddhismus die
Reinkarnationslehre. Sie besagt, dass ein jeder Mensch die
Schulden/Sünden, die er in einem Leben durch das
zuwiderhandeln gegen die göttliche Lebensordnung
anhäuft, in einem nächsten Leben durch Ausleiden,
oder gute Taten wieder abtragen muss. Die Vertreter dieser Religionen
erkannten, der Mensch ist unentrinnbar dem Gesetz unterworfen und alles
wird auf ihn zurück fallen, was er von sich gibt!
In einer menschlich bedingten Erkenntnissphäre folgerte man
unter anderem
daraus, dass der Mensch nicht in einem einzigen Leben sein Karma
neutralisieren
kann, zumal man sich in jedem neuen Leben zusätzlich mit neuer
Schuld belastet.
So kam es zur Lehre vom sich unentwegt drehenden Rad des Lebens, an das
der Mensch
durch Tod und Wiedergeburt/Reinkarnation unentrinnbar gebunden ist. Die
Lehre
der „Regel-Reinkarnation“, zählt heute
auch im Westen viele
Anhänger. Sie besagt, dass man gesetzmäßig
immer wieder ein neues
Erdenleben durchleben muss, bis alle Schuld getilgt und Heiligkeit oder
Befreiung
vom Rad des Lebens erlangt ist. Man spricht in den klassischen
Schriften der
Hindus und Buddhisten von einigen Tausend Wiedergeburten, bis man dem
Rad des
Lebens entronnen ist.
Die Reinkarnationslehre gibt auf den ersten Blick
scheinbar
befriedigende Antworten auf die Frage nach dem Sinn und dem woher und
wohin des
Lebens. Wenn man aber einmal die verschiedenen Punkte dieser Lehre
konsequent
zu Ende denkt, so wird ersichtlich, dass eine Muss- oder
Regelreinkarnation zwecks
Selbsterlösung unmöglich ein
geeignetes Mittel zur Erlösung
oder zur Wiedervergeistigung der Menschheit und der gefallenen
Schöpfung,
in der wir leben, sein kann. Denn die negativen
Gedanken, Worte und
Taten überwiegen beim größten Teil der
Menschen, in jedem
Leben die guten um ein Vielfaches, woraus sich letztlich
eine hoffnungslose
und unentrinnbares Todesspirale gestalten
würde, welche das Leben
auf der Erde immer weiter nach unten ziehen würde.
Mögen wir nach unserem
eigenen Maßstäben auch das Gefühl haben,
kein schlechter Mensch
zu sein „ Ich tue doch keinem etwas
Böses“, so ist der Maßstab
Gottes hier doch ein anderer. Wäre die Regel-Reinkarnation ein
geeignetes
Mittel zur Vergeistigung der Menschheit, müsste sich
gesetzesbedingt über
die Jahrtausende eine positive Auswirkung dieses
Vergeistigungsprozesses an der
Geschichte der Menschheit ablesen lassen. Jedoch genau das Gegenteil
ist der
Fall! Die Menschheit war nie tiefer im Materialismus, in
Aggressivität,
im Egoismus und in Stolz und Hochmut gefangen als heute. Wir leben
gerade in
den westlichen Ländern ohne Gewissensbisse alle Formen der
Sünde und
des Egoismus mit Genuss aus und fallen dadurch mehr und mehr in den
geistigen
Tod unserer Seelen.
Es ist absurd, der Weisheit Gottes zur
Verwirklichung Seines
großen Schöpfungszieles keine anderen
Möglichkeiten zuzutrauen,
als die der Regel-Reinkarnation. Ein jeder Mensch kann nach seinem
Ableben von
dieser Erde im jenseitigen geistigen Reich, in welchem das karmische
Gesetz von
Ursache und Wirkung erst zur unverhüllten Auswirkung kommt,
durch die einzelnen
Läuterungswelten seiner weiteren Vollendung entgegenschreiten.
Warum kommt
im Jenseits das Gesetz von Ursache und Wirkung erst zur
unverhüllten Auswirkung?
Weil eine jede Seele dort das ernten wird, was sie hier gesät
hat! Sie tritt
quasi in jene Welt ein, die sie sich hier im geistigen Herzen
– im Innersten – gebildet
hat. Hier ist keine Scheinheiligkeit, keine Täuschung mehr
möglich,
sondern jedem wird der Spiegel seines wirklichen Wesens in Form seiner
geistigen
Umwelt vor Augen gestellt. Hier wird sich so mancher der sich auf Erden
aufgebläht
selbst erhöht hat erniedrigt werden und so mancher, der in
demütiger
Bescheidenheit sein Leben vor Gott gelebt hat erhöht werden.
Die materielle Schöpfungswelt ist nur eine der
Möglichkeiten zur
geistigen Entwicklung. Jesus sagte: „In
meines Vaters Haus
sind viele Wohnungen!“ Die
Wohnungen/Welten der geistigen
Schöpfungen sind für deren Bewohner genauso real wie
für uns unsere
eigene materielle Lebens- und Erfahrungswelt. Sie haben ihre
Landschaften, Städte
und Siedlungen und auch sie haben das große, geistige
Lebensziel, dereinst
in das Reich der Himmel aufgenommen zu werden. All diese
Sphären stehen
uns entsprechend unserem inneren Streben und unseren Neigungen
für unsere
weitere Entwicklung und Läuterung offen, nachdem wir den
schweren Erdenleib
abgelegt haben. Hier werden wir ernten, was wir auf Erden
gesät haben!
Wir sollten lernen über den Tellerrand der materiellen
Schöpfungsebene
hinaus zu blicken, um das Ausmaß der Schöpfungen
Gottes und damit
verbunden, des Erlösungsplanes Gottes und unsere hohe Berufung
zu begreifen!
Denn wir sind von Gott bestimmt und aufgerufen, in eine
Vater–Kindbeziehung
mit Ihm einzutreten. Ja, wir sind berufen vollkommene Söhne
und Töchter
des großen Schöpfergottes zu werden, um mit Ihm
Seine vielfältigen
Schöpfungen zu lenken und ihrem Ziel entgegen zu
führen. Unser derzeitiger
kleiner, irdisch-materieller Tellerrand ist nicht der Horizont der
geistigen
Schöpfungen Gottes und unserer Berufung!
Die grundlegenden Irrtümer der östlichen
Reinkarnationslehre beruhen
auf folgenden Punkten:
- Auf einer unzureichenden Erkenntnis der
jenseitigen Läuterungswelten oder Lebenssphären.
-
Auf der
Nichterkenntnis des Urfalls Luzifers, aus dem in der Folge als ein
Gnadenakt Gottes, die materielle Schöpfung gestaltet wurde.
Erst aus diesem Fall in der Geisterwelt wurde der Sündenfall
in der materiellen Welt möglich. Dieser Urfall ist der Grund
der Gottgetrenntheit und die Wurzel aller Sünden und
Verirrungen. Eine Urschuld, unter der wir alle leben und die kein
Mensch aufzuheben im Stande ist!
-
Auf der Meinung,
individuelles Bewusst- und Personsein ist nur in Verbindung mit der
Materie möglich und man könne nur auf der Erde oder
einem anderen Planeten geistigen Fortschritt machen und sich durch
Ableiden und Neutralisieren der eigenen Sündenschuld selbst
erlösen; also sein schlechtes Karma tilgen.
Die Anschauung Gottes, als
einer stummen Gesetzmäßigkeit, der jeglicher
wesenhafte und personelle Aspekt fehlt, lässt keine wirkliche
Nähe und Wärme zu. Gott ist kein
gesetzmäßig funktionierendes, stummes Uhr- oder
Räderwerk, sondern ein liebevolles, all Seine
Schöpfungen liebendes Wesen mit einem Seinszentrum, aus
welchem alles Leben hervorgeht. Solange man Gott nicht als ein Wesen
erfasst, welches sich auch mit den Eigenschaften der Liebe, Weisheit
und Empfindung, oder Emotionalität identifiziert, ist der
Zugang zu seinem Herzen, durch unser Herz noch verschlossen. Diese
große, an die gesamte Menschheit gerichtete Botschaft und
Bewusstseinserweiterung, brachte Jesus Christus uns vor 2000 Jahren! In
den Worten Gottes, „Ihr sollt Mich
Abba nennen“ trat das Gottwesen in
Seinem väterlichen Seinsaspekt in unser geistiges Blickfeld.
In und durch Jesus Christus wurde der Menschheit ein anderes, als das
bis dahin allgemein gültige Gottesbild gezeichnet. Er
offenbarte der Menschheit, dass Gott nicht ein stummes kosmisches
Gesetz, oder ein strenger, unbegreiflicher Richtergott ist. Er ist
nicht nur eine allgegenwärtige Energie, sondern hat ein
personales, geistiges Wesenszentrum der allerhöchsten Liebe
und Weisheit, der Barmherzigkeit und des Mitgefühls. In diesem
und aus diesem Seinem Seinszentrum will Er uns Vater sein, weil Er uns
Menschen dieser Erde gerade aus diesem Seinem geistigen Herz
geschöpft und in ein freies Dasein gestellt hat.
Keiner von uns kann es
jedoch alleine durch eigene Anstrengungen und genaues Einhalten von
Gesetzen und Geboten schaffen, dem vollkommenen Bild eines Menschen zu
entsprechen. Selbst für die „Gerechten“
aller Zeiten war es nicht möglich, sich das Himmelreich durch
gute Taten zu verdienen. Es war noch etwas anderes, etwas wesentliches
„NOT–wendig“, um ein Leben in der
vollkommenen Ordnung Gottes führen zu können! Was,
das will ich in der Folge beleuchten!
Karmaauflösung
durch Gnade
Jesus führte
während Seines Erdenlebens vor fast 2000 Jahren Seinen
Zuhörern die starren Lebensgesetze (Karmagesetze) des Alten
Bundes vor Augen, indem Er sagt: „Ihr
habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist...!“
„ Ich aber sage euch
...“ (Matth. 5, 21).
Und was Er dann sagte, war den Anhängern des alten mosaischen
Gesetzes wie ein Schlag ins Gesicht, so daß sie fragten:
„Will er denn Moses und die Propheten
auflösen?“
(Will er alle bis jetzt gültigen Regeln, Gebote und Gesetze,
die zu einem gottwohlgefälligem Leben gehören
für nichtig erklären?) Denn Moses und die Propheten
waren die Repräsentanten des Alten Bundes und des karmischen
Gesetzes von „Auge um Auge und Zahn
um Zahn“. Doch Jesus sagte
sinngemäß: Nicht aufzulösen bin Ich
gekommen, sondern um die leeren Gefäße des Gesetzes
mit Meinem unschuldigen Blut zu füllen, Ich bin gekommen, um
euch zu befreien aus dem für euch
unerfüllbaren Anspruch des Gesetzes! Dies
vollbrachte Er am Kreuz in demütiger Vollkommenheit und in
vollkommener Demut bis zum Tode.
So verkündete der Messias/der Erlöser auch in der
Bergpredigt eine
dem karmischen Gesetz von »Gleiches für
Gleiches« vollkommen
entgegengesetzte Lebens– und Liebeslehre. In
Matthäus 5,
39–44 lesen wir:
„Ich sage euch, daß ihr
nicht widerstreben sollt dem Übel.
So dir jemand einen Streich gibt auf die rechte Wange, dem halte die
andere auch
noch hin. Und so dir jemand deinen Rock nehmen will, dem gebe auch noch
den Mantel.
Und so dich jemand nötigt eine Meile mit ihm zu gehen, mit dem
gehe zwei.
Gib dem, der dich bittet und wende dich nicht ab von dem, der etwas von
dir borgen
will. Ich sage euch darüber hinaus: Ja, liebet eure Feinde,
segnet, die
euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen und bittet für
die welche
euch beleidigen, ja verfolgen, auf daß ihr Kinder seid eures
Vaters im
Himmel.“
Das war eine bis dahin nicht gehörte Lehre, eine
unerhörte Lehre in
den Augen der mosaischen Gesetzesvertreter. Hier rüttelte
einer an den Grundfesten
ihres Glaubensverständnisses – ihrer Religion. Ein
Grund, warum die
damaligen Hüter der Religion nicht glauben konnten, dass in
diesem Unruhestifter
mit Seiner neuen Lehre, der lang ersehnte Messias zu ihnen gekommen
sein sollte.
Im Kommen des Messias wurde aber die Macht des bis dahin unter den
Juden herrschende
Karmagesetz durchbrochen, es wurde jedoch nicht
aufgelöst!!! Das
Gesetz ist uns durch Moses gegeben, die Gnade
und Wahrheit
aber
ist uns durch Jesus Christus geworden. (Joh.
1, 17).
Das Karmagesetz war und ist bis auf den heutigen Tag
der geistige
Grundstein der alten, gefallenen Schöpfung und das Fundament
des
Alten Bundes und aller außerchristlichen Religionen.
Doch es gibt
seit dem Tod und der Auferstehung Jesu noch eine zweite, eine geistige
Schöpfung,
welche unmittelbar mit dem Erdenleben eines Menschen verknüpft
ist. Eine
Schöpfung in welcher die Urschuld getilgt und nicht mehr
relevant ist, „die
Schöpfung der Erlösten“. Hier hat Christus
die Stellung, welche
Adam in der ersten Schöpfung innehatte. Hier ist Jesus der
zweite Adam und der
erste vollkommene Sohn einer neuen Schöpfung der
Erlösten.
Hieß es im Alten Bund unter dem Gesetz noch „Auge
um Auge, Zahn um
Zahn“ (2 Mose 21, 24), wodurch das karmische Gesetz zum
Ausdruck kam, so
wurde in Jesus Christus alles auf einen neuen Grund gestellt.
Das Flammenschwert
des Gesetzes war zwar gerecht, jedoch es war noch nicht unter der Gnade
und somit
unerfüllbar für den in Schwachheit und Sünde
gefallenen und gefangenen
Menschen.
Christus hat als einziger, da ohne Schuld und Makel, also vollkommen
sündenlos,
den Anspruch dieses Gesetzes bis auf den letzten Punkt
erfüllt. Dadurch
musste sich das in der gesetzlichen Gerechtigkeit
gründende
starre, karmische Gesetz, der nun über Allem frei erhobenen Liebe
vollkommen unterordnen. Jesus hat als Offenbarung der
Liebe Gottes das
Gesetz nicht aufgehoben sondern erfüllt und damit in
die Einheit
der Liebe zurückgeführt. Er lehrte
stets, dass das Gesetz
für den Menschen gemacht wurde und nicht der Mensch
für das Gesetz.
Darum warf man Ihm auch vor das Gesetz zu brechen, als Er am Sabbat
einen Kranken
heilte. Er aber deckte den Grund und Sinn des Gesetzes in der Liebe
auf. Jesus
setzte den Anspruch des harten Gesetzes außer Kraft und
offenbarte ein
höheres Gesetz.– das der barmherzigen Liebe.
Die Liebe steht seitdem frei über
allem Gesetz und aller Gesetzmäßigkeit.
Denn erst durch sie können wir uns über das Gesetz
erheben und freie
Gotteskinder werden, während wir unter dem Gesetz nur Knechte
waren und
sind. Die Liebe ist die frei erlösende Kraft oder die
„heiligmachende
Gnade“ aus dem Vaterherzen Gottes. Und sie allein vermag die
Sündenschuld
vergangener, gegenwärtiger und zukünftiger Zeiten aus
der Macht
ihrer Erbarmung zu tilgen. Dabei wirft Sie Sich Selbst
in die göttliche
Waagschale der Gerechtigkeit und Ordnung und opfert aus der
Fülle
Ihres Lebens den Tribut für alle gefallenen
Wesen, um so ihre Eigenen
Kinder zu erlösen. Jesus Christus ist die menschgewordene,
oder inkarnierte
Liebe Gottes, zu uns gekommen, um uns aus der Knechtschaft der Materie
zu erlösen
und uns die frohe Botschaft der Befreiung aus dem harten Joch des
(karmischen)
Gesetzes zu verkünden.
Durch das Werk der Erlösung ist es uns möglich
geworden,
einen Gnadenfunken dieser Liebe – welche Jesu ganzes Wesen
war
– im Heiligen Geist in unser Geistherz aufzunehmen. Dieser
Heilige Liebegeist wächst in unser Leben hinein, indem wir
unsere
eigene, freie Liebe ganz und gar in die Jesusliebe geben. Hierdurch
werden wir umgestaltet in ein geistiges Abbild Jesu und können
jetzt erst unser Tun und
Lassen nach dem erkannten Willen Gottes in geistiger
Freiheit
ausrichten. Doch dann handeln nicht mehr wir, sondern die Liebe Gottes
– Jesus Christus – handelt in uns und vollbringt in
uns das
Leben. Das heißt für uns, solange wir in Liebe und
aus Liebe
in Jesus bleiben, ist Jesus auch wirksam in uns und wir leben frei
über dem Gesetz und seinen Ansprüchen. Wir Leben
unter der
Gnadesonne des Sohnes und sind so gerechtfertigt vor Gott. Hierdurch
treten wir schon auf der Erde als Erlöste in die neue
Schöpfung des Sohnes ein. Dies ist der Sinn des Wortes, dass
wir
aus dem Glauben und nicht aus Werken gerechtfertigt werden. Doch
wäre es ein allergrößter Irrtum zu glauben,
wir
müssten keinerlei Vorleistungen für diese Gnade
erbringen!
Gott schmeißt Seine Gnade nicht wie Hühnerfutter
unter die
Menschen, sondern sie wird nur dem zuteil, der reuigen, zerknirschten
Herzens um sie bittet. Uns muss erst einmal bewusst werden, dass wir
vor dem Angesicht Gottes Verlorene sind. Die Gnade Gottes schwebt zwar
über unseren Häuptern und Herzen, doch sie
fließt nur
in uns ein, wenn wir uns ihr öffnen und auf dem von Gott
vorgeschriebenen Weg unter Seiner Gnade zu leben bereit sind.
Dies war auch die vordringlichste Botschaft, welche die ersten
Jünger Jesu den Juden und später auch den Heiden
verkündeten. Ihr werdet nicht durch die Erfüllung der
Regeln
und Gesetze vor Gott gerechtfertigt, oder zu Gerechtfertigten, sondern
indem ihr das Angebot der Gnade annehmt.
Römer
3,19-24. (Einheitsübersetzung)
Was
das Gesetz sagt, sagt es denen, die unter
dem Gesetz leben, damit jeder Mund verstummt und die ganze Welt vor
Gott schuldig wird.
Denn durch Werke des Gesetzes wird
niemand vor ihm gerecht werden;
durch das Gesetz kommt es vielmehr zur Erkenntnis der Sünde.
Jetzt aber ist unabhängig
vom Gesetz die Gerechtigkeit Gottes offenbart worden, bezeugt vom
Gesetz und von den Propheten; (nämlich)
die Gerechtigkeit Gottes aus dem Glauben an Jesus Christus, offenbart
für alle, die glauben. Denn es gibt keinen Unterschied: Alle
haben
gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren.
Ohne es (selbst)
verdient zu haben, werden sie gerecht, dank seiner Gnade, durch die
Erlösung IN Christus Jesus
Was wollen uns diese heute
etwas
umständlich anmutenden Worte aus der Bibel sagen? Sie sagen
uns,
dass jeder, der versucht auf dem Gesetzesweg vor Gott gerecht zu
werden, am Gesetz scheitern und seine Unfähigkeit es zu
erfüllen erfahren wird. Ich möchte sogar sagen, dass
uns das
Gesetz gegeben ist, damit wir an ihm unsere Schwäche und
Verlorenheit erst so richtig erkennen können. Jeder, der
versucht
es aus eigener Kraft zu erfüllen, wird diese Erfahrung machen.
Erst dann werden wir gewahr, dass wir der Hilfe und Gnade Gottes
bedürfen und uns im Glauben und Vertrauen an den barmherzigen
Gott
wenden müssen, um Befreiung zu erlangen. Denn vor dem heiligen
Angesicht der Vollkommenheit Gottes sind wir alle Sünder. Und
keiner befindet sich in tieferer Finsternis und Gottesferne als
derjenige der meint, er habe alles im Licht und lebe vollkommen in der
göttlichen Ordnung. Wörtlich übersetzt
heißt es in
Vers 23: „ Alle haben
gesündigt und die Herrlichkeit verloren, die Gott ihnen
zugedacht hatte.“
Dieser Satz nimmt Bezug auf die Erbsünde aus dem zweiten Fall
im
Paradies, unter deren Schatten wir alle leben und der wir alle
unterliegen. Die wesentliche Botschaft für uns ist jedoch in
dem
Wort, dass uns jetzt in Jesus Christus unabhängig vom Gesetz,
die
Gerechtigkeit und Rechtfertigung vor Gott aus dem Glauben angeboten
wird. So werden wir nicht durch unsere Eigenanstrengungen nach dem
Gesetz, sondern durch die Gnade der Erlösungstat Jesu vor Gott
gerechtfertigt, wenn wir uns IN Jesus befinden! Eine andere wichtige
Stelle aus der Bibel, die uns dieses neue Verständnis zwischen
Gesetz und Gnade weiter erhellen kann findet sich in:
Galater 5,4-6. (Einheitsübersetzung)
Wenn ihr also durch das
Gesetz gerecht werden
wollt, dann habt ihr mit Christus nichts mehr zu tun; ihr seid aus der
Gnade herausgefallen.
Wir aber erwarten die erhoffte Gerechtigkeit kraft des Geistes und
aufgrund des Glaubens.
Denn in Christus Jesus kommt es nicht darauf an, beschnitten oder
unbeschnitten zu sein, sondern darauf, den Glauben zu haben, der in der
Liebe wirksam ist .
Es ist den Menschen
weiterhin frei
gestellt, auf dem Gesetzesweg ihr Heil zu suchen, es ist nicht
aufgelöst! Der Weg des Christus und die Erlösung ist
jedoch
unter dem Gesetz – hier durch die Beschneidung dargestellt
– nicht zu finden. Ein sehr wichtiges Wort ist hier noch,
dass
der wahre Glaube und die wahre Nachfolge in der Liebe
wirksam ist.
Denn ein Glaube ohne die Werke der Liebe ist ein toter Glaube!
(Jakobusbrief 2,20+2,26) An dieser Stelle muss einmal gesagt werden,
dass die Aussagen des Paulus, dass wir nicht durch Werke, sondern
alleine durch den Glauben gerechtfertigt werden, oft missgedeutet
werden. Denn Paulus sprach in Römer 3,19-24 von den
Gesetzeswerken, während er in Galater 5,6 sehr wohl zu
verstehen
gibt, dass sich der Glaube nicht ohne die Werke der Gottes- und
Nächstenliebe zu offenbaren vermag. Das eine sind die
Pflichtgesetze durch die man gerecht sein will, das
andere sind die freien Taten der Liebe,
identisch mit den entsprechenden Aussagen im Jakobusbrief 2,14-26, in
dem uns gesagt wird, dass der Glaube ohne Werke tot ist und nicht selig
macht. Es ist ein großes Missverständnis zu glauben
der
Mensch müsse keinerlei Bedingungen für die
Erlösung und
Rechtfertigung durch Christus erfüllen, sondern nur ein
Lippenbekenntnis des Glaubens von sich geben. Doch zurück zum
eigentlichen Thema.
Vor diesem Hintergrund wird nun auch der Auftrag des Christus und der
Anspruch des Christentums verständlich, der Welt die frohe
Botschaft von der Erlösung zu verkünden. In der Bibel
wird
uns gesagt, dass den Menschen kein anderer Name von Gott gegeben ist,
unter dem sie gerechtfertigt und selig werden können, als der
Name
Jesus Christus! Der unter dem Gesetz geknechteten Menschheit diese
erlösende Botschaft zu bringen ist der Missionsauftrag des
Messias, Heilandes und Erlösers Jesus Christus.
Gott sah, dass die Menschen das Gesetz der Weisheit nicht
erfüllen
konnten und kam darum Selbst in die Welt, um uns ein neues Gesetz der
Liebe zu geben, das wir viel leichter erfüllen
können.
In dem Gesetz aus der
Weisheit
ließ Gott zwar Sein Licht unter die Menschen strahlen; das
Licht
aber war Er nicht Selbst, sondern es ging nur von Ihm aus. Aber durch
und in der Liebe kommt Gott nun Selbst zum Menschen und nimmt geistig
Wohnung in ihm .
Der Prophet Elias bezeichnete diesen
Zeitpunkt, wo
Gott unmittelbar in der Liebe zu den Menschen kommt, mit dem sanften
wehen des Windes, der vor seiner Grotte vorüberzog aber im
großen Sturmgericht der unerbittlichen Gerechtigkeit Gottes
und
im Flammenschwert des Gesetzes war Gott nicht!
Gleich zu Anfang Seiner Lehrtätigkeit offenbart Jesus in der
Bergpredigt Seinen Zuhörern dann auch die Liebes- und
Lebensgebote
des Neuen Bundes und der Neuen Schöpfung, dessen Fundament Er
Selbst durch die größte Liebes- und Demutstat aller
Zeiten
wurde. Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein,
zum tragenden Stein der Neuen Schöpfung geworden. Jesus sagte
zu
Seinen Jüngern: „
Ich gebe euch ein neues Gebot, dass ihr euch lieben sollt, wie Ich euch
geliebt habe. Denn daran werden alle erkennen, dass ihr Meine
Jünger, Meine Nachfolger seid!“ Dies
ist also das
Kriterium, an welchen man einen Jünger, eine Jüngerin
und
Nachfolger/inn Jesu erkennen kann! Hier sollten wir Christen uns doch
alle beschämt auf die Brust klopfen. Der Geist des Herrn ist
die
Liebe und Einheit der Gemeinschaft aller Gläubigen in dieser
Liebe. Wir jedoch haben uns durch vielfältige Rechthaberei und
Verdächtigungen andersdenkender und fühlender
Geschwister von
Satan in die Irre führen lassen und Spaltung und Misstrauen
haben
den Leib Christi verunstaltet. Anstatt ihn in der Liebe aufzubauen und
zu stärken für die große Aufgabe unserer
Zeit, haben
wir ihn in Eigendünkel und Selbstwohlgefallen
geschwächt und
zerrissen. Erst die Not und Verfolgung wird das bewirken, was wir im
Frieden und in Freiheit nicht vollbringen wollen.
Auf dem alten Weg des Gesetzes, dem Weg der Weisheit und Erkenntnis,
wurde dem Menschen seine Gottgetrenntheit und seine Sünd- und
Welthaftigkeit zwar offenbart und vor Augen gestellt, ohne jedoch einen
für alle Menschen gangbaren Weg aus diesem Jammer- und
Todestal
aufzuzeigen. Nur ganz wenige Menschen vermochten ihren Willen derart zu
festigen und die Herrschaft über ihr Fleisch zu erlangen, um
jene
geistige Stärke zu erringen die notwendig war, um der Welt den
Rücken zu kehren und die heiligen Höhen zu erklimmen.
Sie
waren aber gemessen an der Zahl der gesamten Menschheit nur eine kleine
handvoll geheiligter und erleuchteter Seelen, die bedingte Befreiung
erlangten. Denn auch ihnen haftete bei aller Anstrengung immer noch ein
Teil der Gottgetrenntheit an, den sie nicht selbst überwinden
konnten. Der Großteil der Menschen aber blieb schwach und
erdgebunden dem Treiben der Welt versklavt, unfähig sich aus
der
trägen und zähen Masse der geistig Toten zu
lösen (Lass die Toten ihre Toten begraben).
Die Menschheit und die gesamte gefallene Schöpfung auf dem
Wege des Gesetzes zu erlösen, war
unmöglich! Darum begab sich die
Liebe Gottes
Selbst in das sündhafte Kleid der Materie, um die Menschen vom
für sie unerfüllbaren Anspruch des Gesetzes zu
befreien und
Seiner unantastbaren und unbestechlichen Heiligkeit ein
stellvertretendes Sühneopfer für alle Zeiten
darzubringen.
Durch dieses das ganze Universum erlösende Opfer der Liebe
Gottes
wurde das Gesetz der Weisheit und der unerbittlichen Gerechtigkeit, wie
gesagt, der Liebe und der Barmherzigkeit untergeordnet. Die Liebe wurde
der neue und einzige Erlösungsweg in den höchsten
Himmel der
neuen Schöpfung. Diese Liebe, die in und als Jesus Mensch
unter
Menschen wurde, vermochte allein das Gesetz der Gerechtigkeit bis auf
den letzten Punkt zu erfüllen, um für uns eine
Brücke
bis zum dahin von der Heiligkeit Gottes verschlossene Tor ins Reich der
Himmel zu bauen und allen Menschen einen gangbaren Weg aus dem Tal des
Todes zu weisen. Dieser Weg gründet auf Liebe, Demut und
Barmherzigkeit, aus welchen dreien einem letztendlich doch die
höchste Weisheit und Erkenntnis zuteil wird. Wer Gott auf dem
alten Weg der Erkenntnis und Weisheit weitersuchen will, kann dies tun,
doch er wird Ihn nur von Ferne in einem unzugänglichen Licht
gewahren!
Jesus Christus allein hatte
von allen
Menschen, die je auf Erden gewandelt sind und wandeln werden, aus der
Befugnis Seines höchsteigenen inneren Schöpfergeistes
die
Macht, Sünden zu vergeben. Wenn Er zu einem Menschen sagt:
„ Deine Sünden sind dir
vergeben, gehe hin und sündige hinfort nicht mehr.“,
so heißt das mit anderen Worten: deine dich
erdrückende
karmische Schuld ist aufgelöst durch Mein Wort der Gnade und
Vergebung; und zwar hier und jetzt. Er allein konnte dies tun im
Hinblick auf Sein Erlösungswerk und da es Seine Ordnung ist,
gegen
die wir verstoßen. Es ist das durch Ihn gestaltete
göttliche
Leben, das wir verletzen und missachten. Er ist der Architekt allen
Lebens, der Sich doch so weit herunterneigt in Seiner Liebe, um uns
Bruder zu sein, auf dass wir den Vater in Ihm finden können.
Er
kam in Sein Eigentum, doch die Menschen haben Ihn nicht erkannt und
hielten Ihn am Kreuz sogar für einen von Gott geschlagenen und
verlassenen Menschen.

Das neue Zeitalter der Liebe
Aber in Wirklichkeit hatte
von allen
unbemerkt ein neues Zeitalter begonnen! Diejenigen, die Jesus berief,
waren keine sich von der Welt zurückziehenden Mönche,
Eremiten oder gar Asketen. Es waren auch keine in hohe Erkenntnisse
eingeweihte Weisheitsjünger, sondern einfache Menschen aus dem
Volk; Handwerker, Fischer und Familienväter. Diese hatte Sich
Jesus als Träger des neuen Geistes und als erste Kinder der
Neuen
Schöpfung erwählt. Ihnen wurde nicht gelehrt der Welt
den
Rücken zu kehren, um in höhere geistige
Sphären zu
entrücken, sondern ihnen wurde gelehrt ihr Licht nicht unter
den
Tisch der Verborgenheit und Zurückgezogenheit zu stellen. Sie
sollten mitten unter den Menschen in der Welt leben und doch der Welt
aus Liebe zu Ihm entsagen. Das heißt, keinen Anteil am
Treiben
und Trachten der Weltgebundenen haben. Nur so konnten sie zu
fruchtbringenden Aufnahme- und Wiedergabegefäßen des
neuen
Lebens und Geistes aus Gott sein. Nur so konnten sie das starre
Karmagesetz durch den Geist der tätigen Nächstenliebe
durchbrechen und den Menschen die Erlösung und das Reich
Gottes
bringen. Darum verwirklichen und üben die wirklichen
Nachfolger
Jesu vor allem die tätige Nächstenliebe an denen, die
mühselig und beladen unter der Last ihres Lebens leiden. Durch
ihr
selbstloses Leben verbürgen sie sich für die Wahrheit
des
Evangeliums und weisen den Menschen durch Tat und Wort den Weg zum
Erlöser.
Während ein Hindu stoisch, fast gleichgültig mit dem
Leiden
der Menschen umgeht, da ja der Mensch sein Leid selbst verursacht und
durch das Leiden die Möglichkeit hat sein schlechtes Karma
abzubauen, durchbricht der Christ(us) diese unbarmherzige Leidens- und
Lebenssituation. Er wird zum Überbringer einer neuen Botschaft
der
Liebe, Gnade und Barmherzigkeit aus dem höchsten Himmel. Ein
Christ stellt sich nicht untätig an die Seite und
überlässt einem stummen Gesetz das Leben, sondern er
wird
selbst zu einem bestimmenden und aktiven Faktor des Lebens. Er wird zum
liebenden und barmherzigen Teil im Karma eines Menschen und damit zum
Erlösungsfaktor im Leben anderer, so wie Jesus Christus der
Erlösungsfaktor in seinem eigenen Leben wurde. Ein lebendiges
Beispiel der Nächstenliebe soll uns dies verdeutlichen.
Als Mutter Theresa „der Engel von Kalkutta“ sich
ganz am
Anfang ihrer Tätigkeit der Nächstenliebe, in den
Slums
bewegte und unter den Ärmsten der Armen die christliche
Nächstenliebe verwirklichte, stieß sie auf sehr
große
Ablehnung und Argwohn. Die im karmischen Denken verhafteten Inder
konnten ihre Absicht nicht erfassen, da das Leid nach ihrer Auffassung
ja vom göttlichem Gesetz kam und gerecht war. Als Mutter
Theresa
schon bald ihre erste Krankenstation in einem verlassenen
Pilgergebäude direkt neben einem Hindutempel eröffnen
durfte,
kam es zu Tumulten und Demonstrationen. Man wollte sie mit Gewalt
vertreiben, da man sie für einen Teufel hielt, der die
gläubigen Hindus daran hindern wollte ihr gerechtes Karma (ihr
Leid , ihre Armut und ihre Krankheit) auszuleben. Sie waren ja der
Meinung, dass ihnen ihr jetziges Leid ein besseres zukünftiges
Leben, in einer neuen Erdeninkarnation bescheren würde.
Folgerichtig konnte sie nur ein Teufel sein, der sie davon abhalten
wollte, sich durch das Leid Verdienste zu erwerben. Erst als ihre
Helfer auch einen todkranken Brahmanen (Hindupriester) aus der Gosse zu
ihr brachten, der sich anfangs noch gegen die ihm angebotene Hilfe
sträubte, konnte sie zuerst diesen Brahmanen und dann auch die
anderen Menschen von dem größeren Gesetz der Liebe
und
Barmherzigkeit überzeugen. Sie verstanden mit der Zeit, dass
wenn
alles Karma ist, auch die Begegnung mit der Liebe Gottes in Mutter
Theresa ein Teil ihres Karmas war und das Gott ihnen nun Seine
liebreiche Hand entgegenstreckte. So konnte in der Folge die alles
erlösende Kraft Christi, ungehindert Liebe und Barmherzigkeit
in
Kalkutta und in über 100 Ländern der Erde unter Seine
armen
Kinder bringen. Dies alles, weil Mutter Teresa einen einzigen Schritt
– den ersten Schritt – in absolutem Gottvertrauen
getan
hatte.
Jesus ist nicht gekommen, um uns durch die sanktionierte
Schärfe
der Gesetze für die Verdammnis, sondern durch die Liebe,
Sanftmut
und Wahrheit für den Himmel zu berufen. Und obwohl Er uns
durch
Seine neue Lehre frei gemacht hat und den neuen Weg
durchs Herz
zum wahren, ewigen, freiesten Leben verkündet hat, wollen
selbst
die Christen oft nicht frei sein, sondern weiterhin gerichtet und
gebunden unter dem Gesetze leben!
Der Herr hat kein Gebot
als das der
Liebe gegeben, also kann Er auch unmöglich einen andern Geist
als
nur den der Liebe bieten und geben . Dies tat er mit den Worten:
„ Nehmet hin den heiligen Geist!
Nehmet hin Meine übergroße Fülle der Liebe
und seid
Meine Arme, Hände, Füße und Augen zur
Erlösung der
Welt.
Die Liebe zieht ihre Kinder, für die allein sie Gestalt
angenommen
hat, an sich wie ein Magnet. Mögen die „nur
Weisen“
sich nach der Unendlichkeit ausstrecken (sie werden sich in ihr
verlieren) und sich mit der Schauung des Lichts zufrieden geben, eine
vor Gottesliebe weinende und nach Gott schmachtende Seele aber
sättigt dieser Anblick nicht. Ein wahres Kind der Liebe Gottes
möchte das Objekt seiner Liebe umarmen und liebkosen, dies ist
die
höchste Wonne des Kindes wie auch des himmlischen Vaters.
Gott nahm Menschengestalt an
für die Ihn liebenden.
Die Ihn im erhabenen Weisheitslicht suchen,
für diese wohnt Er auch heute noch
im unzugänglichen Licht.
Und noch einmal sei gesagt:
Das
Karmagesetz ist von Jesus erfüllt und von Ihm durchbrochen, so
wie
auch die Macht des Todes nach der Auferstehung, aber es hat weiterhin
Gültigkeit für alle jene, die den
zweiten Bund der
Gnade, Vergebung und Erlösung nicht durch den Weg der Liebe
und
Vergebung für sich in Anspruch nehmen oder ihn nur halbherzig
gehen.
Erst wenn ein Mensch sein Eigenleben ganz hingibt in die Nachfolge des
Lebens Jesu, kann er Befreiung erlangen und erstehen zu einer neuen
Kreatur, ja zu einer neuen Schöpfung, die über das
ursprüngliche erste Bild unendlich weit erhaben ist. Ohne
Christus
vollkommene Befreiung oder Erlösung zu erlangen, ist
unmöglich, da wir uns trotz all unserem Bemühen,
begangenes
Unrecht wieder gutzumachen, unsere Schuld doch nicht selbst vergeben
können. Darum ist es auch so wichtig, daß wir
einander
Schuld und begangenes Unrecht vergeben. Damit verhelfen wir nicht nur
unserem Nächsten zur inneren Gesundung, sondern auch uns
selbst.
Jedoch kann das letzte Wort der Vergebung niemals über eines
Menschen Lippen kommen. Dieses letzte Wort der Gnade für ein
jedes
Geschöpf harrt in den unendlichen Tiefen der Liebe Gottes der
Erlösung und Befreiung. Und nur der Sünder selbst
kann es
befreien durch seine aufrichtige Reue und Demut und durch die
Inanspruchnahme der Erlösungstat der Liebe Gottes, welche in
Jesus
Christus Mensch wurde und für jeden von uns am Kreuz gelitten
hat,
auch für dich.
Titus 3,4-7 (Einheitsübersetzung)
Als
aber
die Güte und Menschenliebe Gottes, unseres Retters, erschien,
hat
er uns gerettet - nicht weil wir Werke vollbracht hätten, die
uns
gerecht machen können, sondern aufgrund seines Erbarmens
–
durch das Bad der Wiedergeburt und der Erneuerung im Heiligen
Geist.
Ihn hat er in reichem Maß über uns ausgegossen durch
Jesus
Christus, unseren Retter.
Röm.
3, 23 + 25 (Lutherbibel)
„
Es
ist hier kein Unterschied, sie sind allzumal Sünder und
mangeln
der Herrlichkeit, die sie bei Gott haben sollten, und werden ohne
Verdienst gerechtfertigt aus seiner Gnade durch die Erlösung,
die
durch Jesus Christus gekommen ist.
Den hat Gott für den Glauben
hingestellt, in seinem Blut als Sühnopfer, damit Gott erweise
seine Gerechtigkeit (nämlich daß Er
Selbst das Werk der Erlösung für uns vollbrachte).
Denn er hat die Sünden vergangener Zeiten getragen in
göttlicher Geduld.
2.
Kor. 5, 19 (Elberfelder Bibel)
Nämlich
daß Gott in Christus war und
die Welt mit sich selbst versöhnte, ihnen ihre
Übertretungen
nicht zurechnete und in uns das Wort von der Versöhnung gelegt
hat
.“
Christus
füllte alle leeren
Gefäße vergangener und zukünftiger Zeiten
mit Seinem
Herzensblut der vergebenden Liebe auf Golgatha. Nur müssen
auch
wir diesen Berg der Selbsthingabe erklimmen und uns unter das Kreuz
demütigen und unser Lebensgefäß, unsere
tiefe Schuld
und unsere Verlorenheit erkennend und bekennend, zu Ihm empor reichen.
Sodann wird ein jeder an sich die Taufe mit dem Heiligen Geist
erfahren, der sich nun in das Herz der von aller Schuld und
Sünde
gereinigten Seele ergießt. Dann steht das Tor zum Reich der
Himmel für ihn offen und er kann seiner vollkommenen
Wiedergeburt
im Geiste Gottes entgegenschreiten. Die Macht des Werkes der
Erlösung besteht weiterhin darin, dass jegliche neue Schuld,
die
ein Mensch nach der Hingabe auf sich lädt, in dem Augenblick
getilgt wird, wo man sich reuigen und zerknirschten Herzens zum Kreuz
begibt und um Vergebung bittet. Dabei muss man willig sein, jedes
begangene Unrecht hier auf Erden nach Kräften wieder gut zu
machen
und all jenen zu vergeben welche sich an unserem Leben schuldig gemacht
haben.
Einer jeden Seele, so sehr
sie sich auch
bemüht, wird aber immer eine Restschuld bleiben, die sie nicht
aus
eigenen Kräften und Anstrengungen zu tilgen vermag, sondern
die
sie nur in die Hände Gottes legen kann. Möge die
Liebe Gottes
in Dein Leben fließen lieber Leser und dir ein
Gefühl
für den Mangel geben, in dem wir alle leben.

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