Von Kyoto über Bali nach ???

Fragen und Antworten zur Krise 

 
Inhalte aus: www.tagesschau.de
Trotz aller Kritik an Mängeln des Abkommen: Das Kyoto-Protokoll war ein politischer Meilenstein in Sachen Klimaschutz. 2012 läuft der Vertrag aus - doch der Klimawandel ist laut jüngsten UN-Studien ein drängenderes Problem denn je. Mit der Konferenz von Bali haben die schwierigen Verhandlungen für einen einen Nachfolgevertrag begonnen.


Das Kyoto-Protokoll

Was ist der Treibhauseffekt?

Die zunehmende Erwärmung der Erdatmosphäre lässt bei Wissenschaftlern auf der ganzen Welt die Alarmglocken schrillen. Allein im vergangenen Jahrhundert stieg die globale Durchschnittstemperatur um etwa ein halbes Grad. Die Atmosphäre erwärmte sich in diesem Zeitraum damit mehr als in den vergangenen 1000 Jahren. Die Auswirkungen auf das globale Klimasystem sind schlimm: Gletscher schmelzen, der Meeresspiegel steigt. Die Erwärmung ist zu großen Teilen vom Menschen verursacht: Sie geht vor allem auf die Verbrennung fossiler Energieträger (Kohle, Öl, Gas) zurück - einen Vorgang, bei dem massenweise CO2 freigesetzt wird. Weil die Verwendung von Kohle, Öl und Gas immer mehr zunimmt, steigt der CO2-Gehalt in der Atmosphäre. Die Folge: Die Wärme kann nicht mehr ins Weltall abgestrahlt werden.

Das 1997 in der japanischen Stadt Kyoto vereinbarte Protokoll war das erste internationale Klimaschutzabkommen. Mit ihm reagierten die Industrieländer auf die Erwärmung der Atmosphäre durch den Ausstoß gigantischer Kohlendioxidmengen. 38 Industriestaaten verpflichteten sich, den Ausstoß der sechs wichtigsten Treibhausgase bis 2012 um weltweit 5,2 Prozent zu vermindern. Insgesamt sind dem Protokoll knapp 180 Staaten beigetreten.

In Kraft trat die Vereinbarung im Februar 2005, nachdem Russland die Verpflichtungen akzeptiert hatte - und damit mindestens 55 Industriestaaten, die zusammen für mindestens 55 Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich waren. Die Vereinigten Staaten - nach Expertenschätzungen verantwortlich für etwa 25 Prozent des weltweiten Kohlendioxidausstoßes - haben das Protokoll zwar unterzeichnet, als einziges Industrieland jedoch nie ratifiziert.

Was regelt das Kyoto-Protokoll?

In dem Abkommen von 1997 - unterzeichnet in der japanischen Stadt Kyoto - wurde vereinbart, dass die Industriestaaten ihren Ausstoß an Treibhausgasen bis 2012 um insgesamt 5,2 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 verringern. Entwicklungsländer haben das Abkommen ebenfalls unterzeichnet, sind aber von den Verpflichtungen befreit.

Was sind die zentralen Elemente des Abkommens?

Die Vertragsstaaten haben sich auf Flexible Mechanismen zur Umsetzung des Protokolls geeinigt. Dabei handelt es sich um den Emissionshandel zwischen den Industriestaaten, Klimaschutzprojekte zwischen den Industrieländern ("Joint Implementation") und zwischen Industrieländern und Entwicklungsländern ("Clean Development Mechanism"). Beispielsweise können sich die Niederlande Reduktionen anrechnen lassen, wenn sie in Litauen einen Windpark finanzieren oder ein Wasserkraftwerk in Costa Rica. Die so genannten Senken sind ein weiteres zentrales Element des Abkommens. So können zum Beispiel Wälder Kohlenstoff in Form von Holz speichern. Kyoto sieht deshalb vor, dass bestimmte land- und forstwirtschaftliche Projekte, die der Atmosphäre Treibhausgase entziehen, für die eigenen Reduktionsziele verrechnet werden können. Kyoto sieht außerdem eine Art Erfüllungskontrolle vor.

Ist das Protokoll rechtlich bindend?

Das Kyoto-Protokoll ist seit dem 16. Februar für die Teilnehmerstaaten bindend. In der Praxis bedeutet das, dass die vereinbarten Ziele eingehalten werden müssen, ansonsten treten Sanktionen in Kraft. Die Kyoto-Staaten haben beispielsweise vereinbart, dass Staaten, die ihre Emissions-Ziele nicht einhalten, eine doppelte Strafe erhalten: Sie müssen dann nämlich in einem neu vereinbarten Zeitraum nicht nur das alte versprochene Ziel erreichen, sondern ihren Ausstoß darüber hinaus noch um zusätzliche 30 Prozent verringern. Die Idee, Verstöße gegen das Protokoll mit Geldstrafen zu belegen, wurde allerdings verworfen. Auch gibt es, weil es sich um ein zwischenstaatliches Abkommen handelt, keine überstaatliche Instanz, die Verstöße ahnden könnte.

Hat jeder Kyoto-Staat die gleichen Verpflichtungen?

Nein. Die Emissionsmengen sind von Land zu Land verschieden. Deutschland hat zugesagt, seine Ausstöße um 21 Prozent zu verringern. Verpflichtet sind ohnehin nur die Industriestaaten.

Zusammengestellt von Andrea Krüger



Treibhausemissionen der wichtigsten Kyoto-Länder

Land

Emissionen 2005

Vorgabe für 2012

Veränderung bis 2005

Russland

2289 Mio. t

0,0 %

-27,7 %

Japan

1264 Mio. t

-6,0 %

+7,1 %

Deutschland

965 Mio t.

-21,0 %

-19,5 %

Kanada

730 Mio. t

- 6,0 %

+ 54,2 %

Großbritannien

655 Mio. t

-12,5 %

-15,4 %

Frankreich

495 Mi. t

0,0%

-7,1 %

Italien

470 Mio t

-6,5 %

+7,4 %

Spanien

391 Mio. t

-15,0 %

+59,8 %

Polen

367 Mio t

-6,0 %

-33,8 %

Ukraine

360 Mio. t

- 58,7%

0,0 %


Quelle: UN-Klimasekretariat, Angaben als CO2-Äquivalent



    

Wie können Indien, China und die USA eingebunden werden?

Den Schwellen- und Entwicklungsländern wurden im Kyoto-Protokoll keine Verpflichtungen auferlegt. Angesichts der rasanten Wirtschaftsentwicklung in den großen Schwellenländern Indien und China, die pro Kopf der Bevölkerung zwar wenig, insgesamt aber sehr viel Kohlendioxid ausstoßen - und bei unveränderter Entwicklung in den kommenden Jahren immer mehr - halten viele Experten das aber für notwendig. Der Weltklimarat der Uno (IPCCC) hat aber in seinem 2007 in vier Teilen veröffentlichten Bericht in dramatischen Worten auf den vom Menschen mit verursachten Klimawandel hingewiesen.
Bei Verhandlungen auf der Weltklimakonferenz in Bali im Dezember 2007 ging es vor allem darum auszuloten, ob und zu welchen Bedingungen sich weitere Länder an einem Nachfolgeabkommen für Kyoto beteiligten. Die Vereinigten Staaten hatten vorab erklärt, sie wollten keinen Vertrag unterzeichnen, der sie zu einer Kürzung der Treibhausgasemissionen verpflichtet. China und Indien hatten jede Maßnahme als inakzeptabel bezeichnet, die ihre boomende Wirtschaft behindern könnte und verwiesen darauf, dass für die Industrieländer bei deren Entwicklung auch kein Einschränkungen galten. Gemeinsam verursachen die drei Länder mehr als die Hälfte der CO2-Emissionen bis 2015. "Wenn wir keinen Weg finden können, China, Indien und die USA an Bord zu holen, werden wir keine Chance haben, das Problem des Klimawandels anzugehen", stellte etwa der Chefökonom der Internationalen Energiebehörde (IEA), Fatih Birol, fest.
Nach harten Verhandlungen einigten sich die Delegierten auf Bali auf einen Verhandlungsrahmen für einen Kyoto-Nachfolger, dem auch die USA zustimmten. Auf ihren Druck wurde allerdings auf eine Nennung konkreter Zielwerte für die Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen im Mandatstext verzichtet. Enthalten ist allerdings ein Verweis auf die Erkenntnisse des Weltklimarats. Die Entwicklungsländer werden aufgefordert, ihre Emissionen zu vermindern, deutlichere Festlegungen allerdings vermieden. Dafür sollen sie durch durch Technologietransfer und einen Anpassungsfonds von den Industrieländern Unterstützung bei der Bewältigung der Folgen des Klimawandels und vorbeugenden Maßnahmen erhalten.
Für den Weg zu einem neuen Klimaschutz-Abkommen haben sich die Staaten zwei Jahre lang Zeit gegeben: Ende 2009, so das Ziel, soll der Kyoto-Nachfolger in Kopenhagen verabschiedet werden.



 

Die Beschlüsse des Bali-Gipfels im Überblick


Das Verhandlungsmandat, die Aufgabenverteilung zwischen Industrie- und Entwicklungsländern, der Schutz tropischer Wälder - die Delegierten auf Bali haben über zahlreiche Themen debattiert. Doch worauf haben sie sich geeinigt? Die Beschlüsse des UN-Klimagipfels im Überblick.

Das Verhandlungsmandat: Der auf Bali meistdiskutierte Beschluss war das Verhandlungsmandat für ein Nachfolgeabkommen zum Kyoto-Protokoll, das 2012 ausläuft. Ende 2009, auf der Klimaschutzkonferenz in Kopenhagen, soll die Übereinkunft abgeschlossen werden. Der Streit ging besonders darum, ob bereits in dem Verhandlungsauftrag Emissionsziele genannt werden, oder diese erst in den eigentlichen Gesprächen ausgehandelt werden. Auf Druck vor allem der USA wurde auf eine Nennung konkreter Zahlen im Mandatstext verzichtet. Enthalten ist allerdings ein Verweis auf die Erkenntnisse des Weltklimarats (IPCC).

Dem IPCC-Bericht zufolge müssen die Treibhausgasemissionen bis 2050 um mehr als 50 Prozent reduziert werden, wenn die Erderwärmung auf rund zwei Grad begrenzt werden soll. Auch sollen die Emissionen nur noch bis 2015 ansteigen und danach zurückgehen. Für die Industrieländer wird in diesem Szenario für 2020 eine Reduzierung um 25 bis 40 Prozent für erforderlich gehalten. Allerdings enthält der IPCC-Bericht auch weniger ehrgeizige Szenarien, die eine stärkere Erderwärmung in Kauf nehmen.

Aufgabenverteilung: Dramatische Auseinandersetzungen gab es um die Aufgabenverteilung zwischen Industrie- und Entwicklungsländern. Letztere drängten auf konkretere Verpflichtungen der Industrieländer, diese wiederum auf ein stärkeres Engagement der Entwicklungsländer. Mehrere Entwicklungsländer setzten schließlich eine Abschwächung der sie betreffenden Textpassage durch. Zugleich wurde die Forderung nach Hilfen durch die Industriestaaten etwas verschärft.

Anpassungsfonds: Schon Anfang der Woche hatte sich die Klimakonferenz auf einen Anpassungsfonds verständigt, der vor allem Entwicklungsländern bei der Bewältigung von Folgen der Erderwärmung helfen soll. Finanziert werden soll er durch eine Abgabe auf bestimmte Projekte im Rahmen des Emissionshandels. Die Verwaltung soll der Globale Umweltfonds in Zusammenarbeit mit der Weltbank übernehmen. Kritiker halten die bis 2012 anvisierte Summe von 300 bis 500 Millionen Dollar pro Jahr für viel zu gering. Daher wurden schon auf Bali spätere Aufstockungen ins Auge gefasst.

Technologietransfer: Beschlossen wurden auch Regeln für den Technologietransfer, mit dem Industriestaaten Entwicklungsländer zum Beispiel bei Energieeffizienz und Umwelttechnik unterstützen sollen. Demnach wird eine Expertengruppe gebildet, um konkrete Maßnahmen nach 2012 vorzubereiten. Weitere Einzelheiten sollen später geklärt werden. Betroffene Staaten müssen ihre Bedürfnisse beim Globalen Umweltfonds anmelden, der deren Volumen bewertet und auf dieser Grundlage Programme erarbeitet. Das Vorhaben war im Grundsatz unstrittig. Es gab aber schwierige Fragen der Umsetzung zu klären.

Tropische Wälder: Der Kampf gegen die Rodung tropischer Wälder, die zu 20 Prozent zum Treibhauseffekt beiträgt, soll "dringend" verstärkt und in den UN-Klimaschutzprozess integriert werden. Konkrete Vorgaben oder Maßnahmen enthält der Beschluss allerdings noch nicht. Dafür wurde parallel eine "Forest-Carbon-Partnership-Facility" gegründet. Sie soll zunächst für begrenzte Pilotprojekte Entwicklungs- und Schwellenländern eine Entschädigung für den Erhalt bestimmter Waldgebiete anbieten. Deutschland steuert dazu knapp 60 Millionen Dollar bei, andere Staaten noch einmal mehr als 100 Millionen Dollar. Die Teilnahme ist für Geber- wie Nehmerländer freiwillig.


 




www.tagesschau.de 6.4.2008
UN-Klimabericht (Teil 2)

Die Folgen des Klimawandels für die Kontinente

Der Anstieg der Jahresdurchschnittstemperatur wird überall auf der Erde seine Spuren hinterlassen. Der zweite Teil des UN-Weltklimaberichts zählt die Folgen für Natur und Mensch detailliert auf. Nachfolgend eine kurze Zusammenfassung für die Erdteile in alphabetischer Reihenfolge.



Afrika kann die Folgen am schlechtesten bewältigen
Afrika wird dem Bericht zufolge am meisten vom Klimawandel geschädigt. Bis 2020 werden zwischen 75 und 220 Millionen Menschen von wachsendem Wassermangel betroffen sein, zudem sollen die Ernten zurückgehen. In einigen Regionen könnten die auf Regen basierenden Erträge bis 2020 bis zur Hälfte zurückgehen. Der Klimawandel verringert zudem die landwirtschaftlich nutzbare Fläche. Am Ende des 21. Jahrhundert wird der Anstieg des Meeresspiegels niedrig gelegene Küstenregionen mit hoher Bevölkerungsdichte gefährden. Auch Mangrovengürteln und Korallenriffen droht die Zerstörung. In der Folge des Meeresspiegelanstiegs werden dem Bericht zufolge Fischerei und Fremdenverkehr in Mitleidenschaft gezogen. Insgesamt rechnet der Bericht allein für afrikanische Staaten mit Kosten in Höhe von fünf bis zehn Prozent ihres jeweiligen Bruttoinlandsprodukts.
 

Geringere Ernteerträge für mehr Menschen in Asien
Missernten bei gleichzeitigem Bevölkerungswachstum werden in Asien die Hungerproblematik verschärfen.
Laut Klimabericht ist Asien von heftigen Überflutungen wegen der Gletscherschmelze im Himalaya-Gebiet bedroht. Die Menschen im Bereich der großen Flussdeltas in Süd-, Ost- und Südostasien werden Probleme mit der Süßwasserversorgung bekommen. Bis 2050 könnten mehr als eine Milliarde Menschen betroffen sein. Während in Ost- und Südostasien die Ernteerträge um 20 Prozent steigen könnten, sollen sie in Zentral- und Südasien um 30 Prozent zurückgehen, was zusammen mit rapidem Bevölkerungswachstum die Hungerproblematik verschärft. Krankheiten wie Cholera nehmen zu.


Um Australien und Neuseeland ist es besser bestellt
Für Australien und Neuseeland sagt der Bericht bis 2030 Probleme bei der Wasserversorgung voraus. Dürren und Feuer beeinträchtigen die Land- und Forstwirtschaft in einigen Gebieten. Bei einem leichten Temperaturzuwachs werden Neuseeland und einige Teile Südaustraliens wahrscheinlich längere Vegetationsperioden, ein geringeres Frostrisiko und einen geringeren Energiebedarf im Winter bekommen. Die Region hat laut dem Bericht vergleichsweise gute Möglichkeiten, sich anzupassen. In vielen zum Weltnaturerbe zählenden Ökosystemen wird es schon bis 2020 wahrscheinlich zu einem Artensterben kommen - unter anderem im Great Barrier Reef, dem größten Korallenriff der Welt. Der steigende Meeresspiegel, häufigere Stürme und Überschwemmungen gefährden bis 2050 die Küstenregionen.

Auch Europa verliert
Nahezu alle Regionen in Europa werden dem Bericht zufolge vom Klimawandel und dessen wirtschaftlichen Folgen betroffen sein. Überflutungen werden zunehmen, zahlreiche Tier- und Pflanzenarten werden Probleme mit der Anpassung an den Klimawandel haben. In einigen Regionen könnten bis zum Jahr 2080 bis zu 60 Prozent der Arten aussterben. Es wird zudem immer weniger Schnee geben. Südeuropa wird noch stärker als bisher unter Hitzewellen und Wassermangel leiden, wodurch nicht nur die Ernteerträge abnehmen, sonder auch Krankheitsrisiko und Brandgefahr zunehmen. In Mittel- und Osteuropa werden im Sommer weniger Niederschläge zu Problemen bei der Wasserversorgung führen. In Nordeuropa werden die Nachteile des Klimawandels - etwa häufigere Überflutungen im Winter und Gefährdung der Ökosysteme - die Vorteile wie höhere Ernten und weniger Heizbedarf wahrscheinlich überwiegen.
(In dieser Prognose hat man nicht bedacht, dass durch das Abschmelzen des arktischen Eises, die Konvektionsströmung des Golfstrom  zusammenbrechen wird. Das heisst, ab dem Punkt, wo Europa nicht mehr  mit der warmen Golfströmung versorgt wird, kommt es zuerst einmal zu einem Temperaturabfall in Europa. Es gibt Prophezeiungen, die davon sprechen, dass sich die Menschen aus Nord- und Mitteleuropa in Richtung Süden auf den Weg machen, um den stark fallenden Temperaturen
und langen Kälteperioden zu entkommen (man denke hierbei an die enormen Energiekosten, geringe landwirtschaftliche Erträge usw.! So wird global zwar die Temperatur langsam weitersteigen, Europa jedoch einen schnellen Klimasturz nach Unten erfahren. Was wir zur Zeit erleben, ist mit nichts vergleichbar, was die Menschheit aus ihren Geschichtsbüchern kennt. So weiss im Grunde auch kein Wisenschaftler genau, zu welchen Prozessen und Veränderungen, es wie schnell kommen wird. Es wird zu Wechselwirkungen aus den einzelnen Geschehnissen kommen, an die heute noch niemand denkt und denken kann. Das ganze Endzeitgeschehen  wird sich ungemein beschleunigen und den Kollaps wesentlich schneller herbeiführen, als heute prognostiziert.)


Kleine Inseln in ihrer Existenz bedroht
Die Inselgruppe Tuvalu im Südpazifik ist vom steigenden Meeresspiegel bedroht.
Kleine Inseln werden laut Klimabericht überall auf der Welt durch den Anstieg des Meeresspiegels, Stürme und Erosion bedroht. Die Süßwasserreserven auf den kleinen Eilanden sind wahrscheinlich ernsthaft gefährdet und können den Bedarf des Menschen in Zeiten geringen Regens nicht mehr decken. Auch hier werden fremde Arten einwandern. Die Zerstörung von Stränden und das Bleichen der Korallen werde die Inseln zudem für Touristen unattraktiver machen.

 

Wirbelstürme, Überflutungen und Hitze in Nordamerika
Auf die nordamerikanischen Küste werden in den kommenden Jahren häufiger verheerende Wirbelstürme treffen.
In Nordamerika drohen dem Klimabericht zufolge vermehrt Wirbelstürme, Überschwemmungen und Hitzewellen mit enormen wirtschaftlichen Folgen. Wälder werden nachhaltig durch Schädlinge, Krankheiten und Feuer gefährdet, Buschbrände nehmen zu. Wie auch in Europa erwarten die Forscher in den westlichen Gebirgen Nordamerikas einen Rückgang der Schneedecke. Je nach Region kann es durch den Klimawandel zunächst zu einer Steigerung der Erträge zwischen fünf und 20 Prozent kommen. Städte werden noch mehr als bisher von Hitzewellen betroffen sein, was vor allem die Gesundheit älterer Menschen gefährdet.



Die Tierwelt ist vor allem in den Polarregionen bedroht
Die Erwärmung der Arktis bedroht auch den Zugang zu Nahrungsquellen für Eisbären.
In den Polarregionen prognostiziert der Klimabericht eine Abnahme von Dicke und Ausdehnung der Gletscher und Eisfelder. Auch die Permafrosböden schrumpfen - mit schädlichen Folgen für wandernde Vogelarten, viele Säuge- und Raubtiere. Für die Menschen in der Region kommt es sowohl zu positiven als auch zu negativen Auswirkungen auf Infrastruktur und Verkehr. Zu den Vorteilen zählen kürzere Seefahrtsrouten und geringere Heizkosten. In beiden Polarregionen steigt die Gefahr, dass fremde Arten einwandern.



Versteppung des Amazonasbeckens

Ein sinkender Wasserspiegel im Amazonasbecken stellt nicht nur die Fährschifffahrt vor Probleme
In Südamerika wird der sinkende Grundwasserspiegel den Regenwald im Amazonasbecken zunehmend versteppen lassen. In der Folge besteht die Gefahr des Artenverlusts in vielen tropischen Gegenden. In trockeneren Gebieten erwartet der Klimabericht den Verlust von Ackerboden. In den gemäßigten Zonen wird hingegen der Ertrag von Soja steigen. Änderungen beim Niederschlag und das Verschwinden von Gletschern gefährden nicht nur Wasserversorgung und Landwirtschaft sondern auch die Energiegewinnung. Die Verbreitungsgebiete der südostpazifischen Fischbestände werden sich verschieben.

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