Ein
wahrer Schriftgelehrter, das heißt zum Himmelreiche
gelehrter, muß gleich sein einem
weisen Hausvater, der Altes und Neues aus seinem Hausschatze und
Vorrate seinen Gästen vorträgt und zum Genusse bietet.
Oder soll man, wenn der neue Wein in die Schläuche gefüllt ist, darum
den guten alten Wein wegschütten,
oder soll man das alte Korn wegwerfen, wenn man ein neues in
die Scheunen gebracht hat?!
Darum muß ein wahrer, zum Himmelreiche Schriftgelehrter die alte
Schrift ebenso wie dies Mein neues Wort nun kennen und danach tun!
GEJ.1_199,11
Nun
wollen wir einmal die neueren
Offenbarungen zum Thema zu Wort kommen lassen. Zuerst einige
Missionshinweise aus dem Großen-Evangelium-Johannes. Ein
zehnbändiges Werk der umfangreichen Darstellung der drei
Lehr- und Wanderjahre Jesu. Dieses Werk wurde von Jakob Lorber in
der Zeit von 1851-1864 niedgeschrieben, woraus sich ein für unsere
Zeit etwas gewöhnungsbedürftiger Ausdrucksstil ergibt. Hier
werde ich mich
Kommentaren sehr zurückhalten, da im Vorangegangenen schon das
Wichtigste gesagt wurde und die folgenden Texte ausreichend klar
für sich selbst sprechen.
Durch Jakob Lorber.
Jesus:
„Meine
lieben Freunde, so ihr in Meinem Namen die
Menschen zu lehren und zu bilden anfanget, da saget zuerst: „Der wahre
Friede
sei mit euch! Denn das Reich Gottes ist nahe zu euch gekommen!“
GEJ.9_132,5-8
GEJ.5_88,5-8
Jesus:
Verlanget ja von niemandem einen blinden Glauben, sondern zeiget
jedem den Grund! Und sollte er nicht fähig sein, solchen zu erfassen
mit seinem
Verstande, so lasset es euch der Mühe nicht gereuen, ihn von Stufe zu
Stufe
hineinzuleiten mit aller Liebe und Geduld, bis er fähig wird eure gute
Lehre
vom Grunde aus zu begreifen; denn mit einem finstern
Verstande soll niemand
euer Jünger sein in Meinem Namen! Denn Ich gebe euch ein
helles Licht und
Leben, und ihr sollet darum keine Apostel der Finsternis und des Todes
sein!
Wer
da sucht, der soll es finden; wer da bittet und fragt, dem
werde eine rechte Antwort gegeben, und wer da pocht an die
verschlossene
Pforte, dem werde sie völlig aufgetan!
Es
gibt nichts Undienlicheres als eine halbe Antwort auf eine
gestellte Frage; da ist gar keine Antwort geben um vieles
besser!
Und es gibt
nichts Unpraktischeres als eine halbe Erklärung über eine Sache, von
deren
genauer Erkenntnis oft eine große Lebenswichtigkeit abhängt.
Daher
soll derjenige, der ein Lehrer sein will, dasjenige
überaus gründlich erkennen in allen Wurzel- und Urkeimstiefen, was er
seinen
Bruder lehren möchte, da ansonst ein Blinder den andern führt, und
kommen sie
an einen Graben, so fallen dann beide, Führer und Geführter, hinein.“
GEJ.1_155,8-18
Jesus: Der
Glaube aber ist dem Leben der Seele näher als der
vollendetste Verstand. Ist aber der Glaube ein Zwang, so ist er dadurch
sogleich auch eine Fessel der Seele. Ist aber die Seele gefesselt, so
kann von einer
freien Entwicklung des Geistes in ihr keine Rede sein. So aber,
wie bei dir, zuerst der Verstand zur richtigen
Einsicht gebracht worden ist, so bleibt die Seele dabei frei und nimmt
sich aus
dem Lichte des Verstandes allzeit nur soviel, als sie ganz gut
vertragen und
verdauen (verarbeiten) kann. Und so
entwickelt sich dann aus einem recht gebildeten
Verstande ein wahrer, voller und lebendiger Glaube, durch den der Geist
in der
Seele eine gerechte Nahrung bekommt und dadurch stets stärker und
mächtiger
wird. Dies kann ein jeder Mensch sogleich wahrnehmen, indem seine Liebe
zu Mir
und zum Nächsten stets stärker und mächtiger wird. Aber, wie
schon erwähnt, wo bei dem Menschen der Verstand
oft ganz unentwickelt ist und er bloß den Glauben allein hat, der
gewisserart
in seiner Einzelstehung (Isolation) nur ein Gehorsam des Herzens und
dessen
Willens ist, so muß dieser mit aller Vorsicht behandelt werden, auf daß
er
nicht zu einem barsten Wahne erstarre oder auf die gräßlichsten Abwege
(Fanatismus, Machtmissbrauch) gerate, wie dies bei allen Heiden und
auch in dieser Zeit bei sehr
vielen nur zu augenscheinlich der traurige Fall ist. Ich sage
euch, seid emsig in allem und sammelt euch eine
rechte Kenntnis in allen Dingen! Prüfet alles, das euch vorkommt, und
behaltet
davon, das gut und wahr ist, so werdet ihr dann ein leichtes haben, die
Wahrheit zu erfassen und den früher toten Glauben zu beleben und ihn zu
einer
wahren Leuchte des Lebens zu machen. (1Thess.5,21) Ich sage
dir und dadurch auch allen: Wollt ihr aus Meiner
Lehre für euer Leben einen wahren Nutzen ziehen, so müßt ihr sie
vorerst
verstehen und dann erst der Wahrheit gemäß danach handeln! Du
hast die Schrift des Matthäus gelesen und darin Meine
Bergpredigt; da lehrte Ich die Jünger beten und zwar mit dem Anrufe:
„Unser
Vater!“ Wer
solches Gebet zwar im Herzen betet, erfasst es aber
nicht im rechten Verstande, der ist wie ein Blinder, der die Sonne lobt
und
preist, sie aber dennoch trotz ihres allermächtigsten Lichtes nicht
sieht und
sich von ihr auch keine Vorstellung machen kann. Er sündigt dadurch
natürlich
nicht; aber es ist ihm (solches blinde Tun) auch zu nichts nütze in der
Wahrheit; denn er bleibt dabei dennoch in der gleichen
(geistigen)Finsternis. Darum, so
ihr eines Menschen Herz wahrhaft fürs Leben bilden
wollt, so vergesset nicht zuvor recht zu bilden den Verstand, sonst
machet ihr
aus ihm nur einen blinden Verehrer der Sonne, was zu nichts nütze ist.
GEJ.4_165,6-7
Ein
rechter Himmelsbote geht von Gemeinde zu Gemeinde und sagt: "Der
Friede sei mit euch; das Reich Gottes ist nun nahe zu euch gekommen!"
Wird
der Bote angenommen, so bleibe und predige er; wird er aber nicht
angenommen
von einer Gemeinde, die zu sehr der Welt und des Teufels ist, so ziehe
er
weiter und schüttle sogar zuvor den Staub von seinen
Füßen! Denn solch eine
Gemeinde ist auch das nicht wert, daß ein rechter Himmelsbote
ihren Staub an
seinen Füßen weitertrüge.
Es
soll aber diese Meine Lehre niemandem aufgedrungen werden,
sondern ein oder mehrere Glieder sollen zuerst vernehmen die
überschwenglich
großen Vorteile Meiner Lehre aus den Himmeln (für den
Geist).
Wollen die Glieder die Lehre
hören, so werde sie ihnen gepredigt in kurzer und bündiger Rede; wollen
sie
aber das nicht oder zeigen sie wenig Lust dazu, dann ziehe der
Himmelsbote nur
gleich wieder ab, – denn Schweinen sollen die kostbaren Perlen nimmer
zum Fraße
vorgeworfen werden!
GEJ.1_223,9
Meine
Lieben, so man lehrt, muß man sehr behutsam zu Werke gehen; man
muß nicht sogleich mit der ganzen Tür ins Haus fallen und wie bei einer
Mahlzeit nicht alle Speisen auf einmal auftragen, sondern man tritt
leise ins
Haus und pocht fein an eine Tür, die in ein oder das andere Gemach
führt; und
so man eine Mahlzeit gibt, da trägt man erst dann eine zweite Speise
auf den
Tisch, wenn die Gäste die erste bereits verzehrt haben; sonst wird man
als
Besucher eines Hauses als unartig und keck verschrieen und wird im
besuchten
Hause als ein frecher Eindringling wenig oder nichts ausrichten, und
der
Gastgeber wird seinen Gästen alle Eßlust benehmen, so er ihnen auf
einmal einen
ganzen Haufen von allerlei Speisen auf den Tisch setzen würde; aber so
in
rechter guter Ordnung werden die Gäste bei frischer Eßlust erhalten,
und diese
werden am Ende den Gastgeber loben, daß er sie also vortrefflich
bewirtet hat!
GEJ.06_178,11-12
Denn
Ich sage es euch, daß es da auf gar vieles ankommt, um sich
zu vergewissern, mit welches Geistes Kindern man es als ein Lehrer zu
tun hat,
und mit welchen Reben in Meinem Weinberge; denn dasselbe Wort kann die
besten,
aber auch die schlechtesten Folgen haben, so man es dem Charakter des
Anhörers
entweder gemäß oder nicht gemäß vorträgt. Die
schwachen kleinen Kinder dieser Erde glauben, wie schon gesagt,
alles bald und leicht, was man ihnen zum Glauben vorstellt, und
benötigen der
Erklärung erst hintennach, wenn sie sich einen großen Vorrat an
Glaubenssätzen
angeeignet haben. Es ist daher bei ihnen wohl sehr darauf zu achten,
daß ihnen
ja stets die reinste Wahrheit gepredigt wird, – und wehe dem, der die
Kleinen
der Erde mit allerlei falschen Lehren und Beispielen ärgern möchte, wie
Ich
euch solches schon einmal in einem kleineren Bilde in Galiläa gezeigt
habe!
Aber bei den Kindern von oben ist die Erklärung entweder schon zum
voraus oder
doch mindestens mit der Lehre zugleich zu geben, ansonst sie nicht
leichtlich
etwas als eine volle Wahrheit annehmen werden.
GEJ.10_189,3-1
Ein wahrer
Weiterverbreiter Meiner Lehre muß sein wie ein äußerst erfahrener,
gefügiger und überaus geschickter Arzt. Ein Arzt aber kommt
zum Beispiel in einen Ort, dahin er gerufen wird zu vielen Kranken, die
da behaftet sind mit Gicht und allerlei Fiebern. Nun denkt sich der
Arzt: "Derlei Kranke habe ich schon viele behandelt und ihnen mit
diesen oder jenen Arzneien geholfen, und diese Kranken hier leiden an
denselben Krankheiten; ich werde ihnen daher dieselben Arzneien geben,
und sie werden gesund werden!" Und der Arzt tut das - und sehet, die
Kranken werden, statt besser, immer schlimmer auf seine Arzneien,
verlieren das Vertrauen zu ihm und suchen sich einen andern Arzt! Der
Arzt wird darüber ärgerlich und sagt bei sich: "Diese meine Arzneien
haben schon so vielen geholfen; warum denn gerade diesen nicht?" und
zieht ärgerlich nach Hause. Und es kam
bald der zweitgerufene Arzt. Er war aber klüger als der erste,
erkundigte sich zuvor, wie der Kranke gelebt hatte, was für Speisen er
zu sich genommen, und von welchen Krankheiten er schon von Jugend auf
geplagt ward. Und so erkundigte er sich noch um Verschiedenes, um das
sich ein weiser Arzt zu erkundigen hat, und richtete demnach auch seine
Arzneien ein: für einen Kranken das, für einen andern wieder ganz etwas
anderes. Und sehet, der Arzt, der sich diese Mühe nahm, heilte bald im
ganzen Orte die Kranken, da er es verstand, seine Arzneien nach den
verschiedenen Naturen und Eigenschaften seiner Kranken einzurichten.
Und
wie ein Arzt nur auf diese Weise - so es nicht gar zu spät an der Zeit
ist - glückliche Heilungen an den Kranken bewerkstelligen kann,
ebenalso auch ein wahrer Seelenarzt bei den vielen seelenkranken
Menschen auf dieser Welt, von denen eine Seele leichtgläubig, eine
andere hartgläubig, eine andere hochmütig, eine andere geizig,
selbstsüchtig und dergleichen noch vieles mehr ist. Kommt nun der
Seelenarzt zu solchen Seelen und fängt alsogleich an, ganz steinstarr
seine von Mir überkommene Lehre solchen verschiedenartigen Seelen
vorzupredigen, so wird er damit wenig Nutzen stiften.
Wer da
nicht versteht, mit den Weinenden zu weinen, mit den
Lachenden zu lachen, mit den Heiteren selbst heiter und mit den Ernsten
selbst
ernst zu sein, der ist noch nicht geschickt zur Ausbreitung Meines
Reiches auf
Erden und gleicht in dieser Hinsicht einem Landmanne, der beim
Aufackern eines
Feldes wohl seine Hände an den Pflug legt, aber seine Blicke immer
hinter sich
richtet, um zu sehen, wie sich die Furchen legen; dabei vergißt er aber
den
Pflug, der seitwärts ging wegen Mangels rechter Aufmerksamkeit des
Pflügers,
und diesem bleibt dann nichts übrig, als den Pflug zurückzuziehen bis
an die
Stelle, wo er noch geradeaus ging, um daselbst wieder von neuem
anzufangen zu
pflügen.
Und so ist
es mit den Lehrern, die alle Menschen – welchen
Charakters und von welchen Natureigenschaften sie auch immer sein mögen
– auf
ganz eine und dieselbe Art in was immer unterrichten wollen. Einige von
diesen
Menschen werden etwas von diesem Unterrichte fassen, weil der
Unterricht gerade
für ihre Fähigkeiten getaugt hatte; die andern aber werden, unwissend
und
ungeschickter als sie vorher waren, den Lehrer verlassen.
Und so ist
denn auch hier bei der Ausbreitung Meiner Lehre wohl
darauf zu sehen, von welcher Beschaffenheit diejenigen sind, denen ihr
Meine
Lehre vorprediget, ansonst ihr wenig Nutzen stiften werdet.
Der
Leichtgläubige wird bald alles glauben, – besonders, wenn
ihr die Lehre noch mit irgendeinem Wunderzeichen bekräftigt; aber dabei
denket
euch das: Wer gar zu leicht etwas Neues annimmt, der läßt es auch
ebenso leicht
wieder fahren, als wie leicht er es angenommen hat, besonders so ihn
eine
Versuchung dazu nötigt. Mit einem Hartgläubigen werdet ihr zwar viel
mehr
Arbeit haben, – aber habt ihr ihn einmal gewonnen, so wird er auch bei
dem
verbleiben, was er angenommen hat. Darum müßt ihr euch bei ihm auch
mehr Mühe
nehmen als bei den Leichtgläubigen. Diesen aber trauet nicht, weil sie
so gern
und ohne viel Mühe eure Lehre angenommen haben. Denn so ihr wieder zu
ihnen
kommen werdet, werden sich vielleicht kaum die Hälfte noch bei eurer
Lehre
halten (befinden), die andere Hälfte aber zu ihrem alten, faulen
Glauben
zurückkehren oder irgendeinem andern falschen Propheten anhangen.
Darum seid zwar
vollkommen einig in dem, was Meine Lehre
betrifft, – aber was den Vortrag betrifft, so sehet euch die Menschen
zuvor an,
welches Geistes Kinder sie sind, und fanget danach erst
an, ihnen Mein
Evangelium zu predigen, und ihr werdet da allenthalben gute Wirkungen
hervorbringen!
Gedenket
dabei auch des alten römischen Sprichwortes, nach
welchem aus einem höchst plumpen und faulen Holzklotze keine Gottheit
geformt
werden kann, und daß die sanfte und furchtsame Taube noch niemals einen
Aar aus
ihren Eiern gebrütet hat! Daher seid denn auch – was Ich euch schon
öfter
gesagt habe – klug wie die Schlangen, dabei aber dennoch voll Sanftmut
gleich
den Tauben!
Das
Lehramt ist eines der schwersten Ämter; aber wohl dem, der
ein solches Amt tüchtig zu verwalten versteht!“
GEJ.3_225,9-10+17
In
der eigentlichen Welt werden die Meinen keine glänzenden
Triumphe feiern; denn alle Menschen dieser Erde sind nicht lediglich
Meine
Kinder, sondern Kinder des Fürsten der Lüge, Nacht und Finsternis.
Diese lieben
Mein Licht nicht und werden jene nicht lieben, die Mein Licht zu ihnen
bringen
werden; aber daran sollen sich die Meinen nicht stoßen, denn für sie
ist der
Triumph in Meinem Reiche vorbehalten!
Ich sage es euch, daß ihr um Meines Namens willen von der
eigentlichen Welt zu allen Zeiten werdet irgendeine Verfolgung und
Mißachtung
zu erdulden haben; aber es wird dann drüben in Meinem Reiche die Sache
ein ganz
umgekehrtes Gesicht bekommen, dessen ihr völlig versichert sein könnet,
und
eure Willensmacht wird auch diesseits noch die Widersacher mit großer
Schande
bedecken, und ihr werdet frohlocken im geheimen um Meines Namens
willen! Denn
ihr wisset wer Ich bin und was Ich allein euch geben kann; die Welt, die arge
Widersacherin des Lichtes und Meiner Liebe, weiß es nicht
und wird es auch
nicht zu wissen bekommen!
Ihr werdet von nun an nicht zu denken haben, was ihr irgend in
Meinem Namen reden sollet; denn zur rechten Zeit wird es euch ins Herz
und in
den Mund gelegt werden.
GEJ.9_148,9-14
Ich
lobe euren Eifer; doch merket euch das zu eurem gerechten
Eifer noch hinzu: In der Klugheit des menschlichen Geistes liegt stets
eine
größere Kraft denn in seiner Faust; und wo der gewisse Ernst für sich
wenig
oder nichts ausrichtet, da wirkt die Liebe und ihre Geduld und Sanftmut
Wunder.
Der volle Ernst im eigenen Herzen und dessen Mut beherrsche euch
selbst; eure
Waffe gegenüber den Menschen aber bestehe stets nur in der Liebe,
Sanftmut und
Geduld, und ihr werdet auf diesem Wege, den Ich Selbst vor den Menschen
wandle,
mehr ausrichten als mit dem puren Feuereifer und seinem diamantenen
Ernste!
Furcht sollet ihr wahrlich vor den Weltmenschen nicht haben, die
in ihrem Grimme wohl euren Leib töten, aber eurer Seele nichts Weiteres
mehr
anhaben können; fürchten sollet ihr allein nur Den, der ein wahrer Herr
über
Leben und Tod von Ewigkeit her ist!
Doch wo ihr sehen werdet, daß ihr mit der Liebe und der rechten
Weisheit mit den zu verfinsterten Menschen nichts ausrichten möget,
denen
kehret den Rücken und ziehet von dannen, und ihr werdet schon wieder
Menschen
finden, mit denen ihr in Meinem Namen gute Geschäfte machen werdet.
Bekennen
sollet ihr Mich vor allen Menschen, da auch Ich euch
bekenne vor Meinem Vater; aber aufdringen sollet ihr Mich den
Weltfinsterlingen
nicht und ihnen, als den Weltschweinen, auch nicht vorwerfen Meine
Perlen! Denn
Ich sage es euch: Mein Wort ist nur ein rechter Lebensdünger für den
Weizen und
Meine Lehre ein wahrer Dünger für des Weinberges edle Reben; aber für
das
Unkraut der Erde habe Ich keinen Lebensdünger, – denn dieses ist nur
da, auf
daß es zertreten und verbrannt werde und mit seiner Asche dünge den
gemeinen
Boden der Erde.
Wer zum Leben da ist auf der Erde, der soll durch Mein Wort zum
Leben erweckt werden; wer aber da ist durch seinen eigenen Willen und
Starrsinn
für den Tod, der soll auch in den Tod übergehen. Wer auferstehen will
zum Leben
aus dem Grabe seiner Materie, der erstehe; wer aber fallen will, der
falle!
Den Teufeln das Evangelium predigen, hieße Öl ins Feuer gießen;
darum seid denn auch ihr allzeit wohl klug gleich den Schlangen, aber
dabei
dennoch so sanft wie die Tauben, und ihr werdet so gar sehr tüchtige
Arbeiter
in Meinem Weinberge des Lebens.
GEJ.6_59,4-9+11
Jesus: Es
gibt hier Menschen, die so von
Zeit zu Zeit über geistige Dinge und Verhältnisse recht gerne
stundenlang
plaudern, dabei mitunter auch recht erbaut werden und voll guter Dinge
und
Vorsätze sind; sowie sie aber dann wieder nach Hause in ihre
altgewohnten
Weltgeschäfte kommen, da ist alles wie abgeschnitten! Ist ihnen nur irgend
etwas in die Quere gekommen, so werden sie bei allem früher
empfangenen
geistigen Troste voll der drückendsten weltlichen Sorgen und wollen
sich gar
nicht mehr erinnern an die gehabten rein geistigen Tröstungen. Wozu
waren diese
dann gut?! Und so,
siehst du, Mein Simon
Juda, waren auch deine guten Unterredungen mit deinem alten Freunde!
Siehe, er
denkt schon jetzt nicht mehr daran, weil ein Handelsmann aus Kana zu
ihm
getreten ist und die beiden nun einen ganz vorteilhaften Kauf von
verschiedenen
Handelsartikeln abzumachen haben! Er weiß recht wohl, daß Ich Selbst
hier bin,
und hätte auch zu Mir hereinkommen können, um sich mit Mir Selbst zu
besprechen
über Meine von ihm für so außerordentlich erklärten Fähigkeiten. Ich
hätte ihn
wahrlich nicht zur Türe hinausgewiesen! Aber nein, da steht der
Kaufmann aus
Kana viel höher, und du darfst nun gar keine Angst haben, daß er noch
etwas
Weiteres über Mich mit dir besprechen werde! Daher sind
solche Menschen noch
gar lange nicht tauglich und geschickt fürs Reich Gottes. Sie gleichen
jenen
Ackerbauleuten, die beim Pflügen ihre Augen nicht nach vorwärts,
sondern nach
rückwärts richten und daher nach vornehin nicht sehen können, wie der
Ochse
zieht den Pflug, und ob dieser wohl die rechten Furchen schneidet und
aufwirft.
Solche Leute sind darum noch lange nicht tauglich zum Reiche Gottes lk.09,62 . Es ist
auch besser, solche Leute
stehen zu lassen, wo sie auch stehen mögen, weil sie mit allen Zeichen
und mit
lichtvollsten Worten von ihren Weltsorgen nicht abwendig zu machen
sind. Ich sage
euch auch das: So ihr
dereinst als vollendete Jünger Meine Lehre den Menschen in Meinem Namen
werdet
zu predigen anfangen, da habet darauf acht: Wird man euch irgendwo in
einem
Orte oder in einem Hause wohl aufnehmen, so bleibet daselbst und
unterrichtet
die Menschen wohl und gut, und taufet sie dann in Meinem Namen mit
Wasser, wie
es Johannes getan hat, und Ich werde sie dann taufen mit Meinem Geiste
von oben
her! Wo man
euch aber nicht aufnehmen
wird oder nur also, wie dein alter Freund nun deine Worte aufgenommen
hat, da
schüttelt sogar den Staub von euren Füßen, der an einem solchen Orte
oder in
einem solchen Hause an ihnen klebend ward, auf daß von ihnen ja nichts
Weltliches an euch haften bleibt! Denn
ihr wisset, daß Mein Reich nicht von dieser Welt
ist, sondern geschaffen werden muß durch die Erkenntnis und durch die
Beachtung
Meines Wortes im Innern des Menschen. Aber es ist die Erschaffung
dieser
inneren, geistigen Lebens- und Himmelswelt so lange hin stets eine
schwierige
Sache, solange an einem Menschen noch irgend etwas Weltsinnliches
haftet. Ich meine
unter dem erwähnten
Staube an euren Füßen (Matth.
10,14; lk.10,11)
aber nicht etwa den natürlichen Zimmerstaub oder den Staub auf den
Straßen,
sondern der Staub, den Ich meine, das sind jene weltklugen Reden
solcher
Menschen, die deinem alten Freunde ganz ähnlich sind. Sie klingen recht
artig,
freundlich und dem Weltverstande ganz angemessen; aber sie sind dennoch
nichts
als ein leerer Staub, weil sie nur Welttümliches befürworten und selbst
darin
von einem Wahrheitsernste keine Spur vorhanden ist. Wie aber der leere,
nichtige Staub der Straßen keinem Wanderer zu etwas nütze werden kann,
so auch
derlei weltstaubige Reden solcher reichen und weltklugen Bürger. Was aber
der Straßen- und
Gassenstaub dem irdischen Wanderer ist, das ist der eitle, weltkluge
Wortstaub
dem Lebenspilger auf Meinen euch gezeigten Lebenswegen. Er trübt leicht
die
innere Sehe und kann sogar sehr erstickend auf das wahre, innere,
geistige
Seelenleben einwirken. Und mindestens verzögert er bei aller
angewandten Vorsicht
doch den geistigen Fortschritt! Darum sagte Ich, daß ihr auch sogar den
Staub,
der an euren Füßen kleben geblieben ist, abschütteln sollet, auf daß
gar nichts
Welttümliches an euch sei; denn wahrlich sage Ich euch: Solange an
einer Seele
noch ein welttümliches Atom klebt, kann sie nicht völlig in Mein Reich
eingehen; denn alles Welttümliche ist das für die Seele, was das Gift
für den
Leib ist. Ein kleinster, kaum sichtbarer Tropfen von einem starken
Gifte kann
dem Leibe den Tod geben, und ebenso kann auch ein Atom Welttümlichkeit
eines
Menschen Seele ganz verderben oder wenigstens derart zu Schaden
bringen, daß
sie dann lange zu tun haben wird, um völlig geheilt zum ewigen Leben zu
erstehen. Die Erfahrung wird euch darüber die vollste Bestätigung geben.
GEJ.6_65,8-15
Jesus:
Sehet, mit dem eigentlichen Himmelreiche, das da ist "ein
Reich der Wahrheit, des Lichtes und der Liebe", was Ich euch schon bei
verschiedenen Gelegenheiten gezeigt habe, hat es folgende wahrste
Bewandtnis:
Dieses Reich ist nicht ein äußeres Schaugepränge und kommt in den
Menschen nicht
mit irgend äußeren Zeichen und Attributen, sondern es entwickelt sich
ganz
innen in euch, ist dann in euch, wächst in euch, durchdringt euch und
wird also
zu eurer Wohnstätte und eurer allerseligkeitvollsten Welt.
Aber hier
gleicht das Himmelreich einem Säemann, der den
guten Samen ausstreute. Da fiel einiges auf einen Weg; von dem ward ein
Teil
von den Vögeln der Luft aufgezehrt und ein Teil von den Wanderern
zertreten. Da
ging der Same also nicht auf und brachte auch keine Frucht. Ein Teil
aber fiel
auf steinigen Grund. Es ging zwar anfangs, solange die Steine einige
Feuchtigkeit in sich hatten, auf, konnte aber keine Nährwurzeln in den
Stein
treiben; die Feuchtigkeit langte zur größeren Ernährung des Halmes auch
nicht
aus, und so vertrocknete es und brachte auch keine Frucht. Ein anderer
Teil
aber fiel unter Dornen und Gestrüpp. Der ging anfänglich zwar sehr gut
auf,
aber als er sich völlig hätte entwickeln sollen, da ward er von den
Dornen und
dem wilden Gestrüppe überwachsen, verkümmerte dann und brachte auch
keine
Frucht. Nur ein Teil fiel auf ein gutes Erdreich, ging auf und brachte
eine
reichliche Frucht. Und sehet,
also steht es nun auch mit dem Himmelreiche auf
dieser Erde! Ich Selbst bin der Säemann, und Mein Wort ist der gute
Same, aus
dem für jeden das Himmelreich als Frucht erwachsen soll. Wo es auf
gutes
Erdreich fallen wird, da wird es auch bringen eine hundertfältige
Frucht; aber
so es fallen wird auf die Wege dieser Welt oder auf Steine oder
zwischen Dornen
und wildes Gestrüpp, da wird es keine Frucht bringen. Unter den
Menschen aber,
die Ich mit dem Wege verglich, sind zu verstehen die eigentlichen
Weltmenschen,
wie wir heute deren mehrere bei unserem Wirte gesehen haben. Die
Wanderer auf
dem Wege, die den Samen zertreten, sind ihre Handels- und Gewinnsmühen,
und
ihre nach allen Richtungen fliegenden Handelsgedanken sind die
bezeichneten
Vögel, die auch den noch nicht zertretenen Samen auffressen, damit ja
keine
Frucht zum Vorscheine kommen könne. Diese Art Menschen sind, wie schon
gesagt,
die eigentlichen Schweine, denen man Meine Perlen nicht zum Fraße
vorwerfen
soll. Unter den
Steinen aber sind diejenigen Weltweisen zu
verstehen, die zwar alles mit einer gewissen Gier aufnehmen, - da sie
aber
innerlich in allerlei Weltirrtümlichkeiten begründet sind und
gewisserart
versteinert in ihrem Gemüte, so hat der neue Same in ihnen zuwenig der
belebenden Feuchtigkeit und zuwenig weichen und fugbaren Bodens zur
Aufnahme
der Nährwurzeln. So dann kommt der Wind und eine Dürre, so dorrt der
kleine
Halm bald ab, und da er keine Wurzeln hat, so wird er vom Winde auch
bald vom
Platze hinweggeweht. Oder, so da über einen solchen Menschen irgendeine
Versuchung kommt, da sagt er alsbald: "Ich habe es gleich anfangs
gewußt,
daß an der Sache nichts daran sein kann! Da ist die Verheißung, die in
Erfüllung gehen sollte, - und anstatt der Erfüllung muß ich leiden!
Darum fort
mit allen solchen neuen Lehren!" Das ist also der Stein. Wer
sind denn hernach die Dornen und das wilde Gestrüpp? Das
sind jene recht gutmütigen Weltbürger, die Mein Wort mit recht vielen
Freuden
aufnehmen und es eine Zeitlang auch recht emsig pflegen. Aber es kommen
mit der
Zeit allerlei Sorgen und dazu auch allerlei leere Bekümmernisse und
Furcht und
Ängste. Diese ersticken das lebendige Wort in ihren Herzen, daß es dann
auch
keine Frucht bringen kann. Und so
haben wir nur einen kleinen Teil von Menschen, die
mit dem wahrhaft guten Erdreiche zu vergleichen sind. Diese nehmen das
Wort an
und setzen es sogleich gläubig ins Werk. Und da bringt dann der Same
die
reichliche Frucht, und diese Frucht ist dann das eigentliche
Himmelreich im
Menschen und hat kein äußeres Schaugepränge. Aber dieses Reich wird
sich dann
über den Menschen, der es in sich aus Meinem Worte geschaffen hat,
ausbreiten
und ihm geben alle Seligkeit, Licht, Wahrheit, alle Weisheit und Macht
über
alle Kreatur. Ihr sollet
daraus aber auch das ersehen, wohin ihr Mein Wort
zu säen habt; denn wohin ihr es säet, da soll es auch Früchte tragen!
Vor allem
muß es fallen in ein gutes Erdreich. Wenn es da reiche Zinsen abwerfen
wird,
dann werden die Kaufleute, die Weltweisen und die besorgten Weltbürger
schon
von selbst kommen und sich bei euch für ihren Acker den Samen erkaufen.
- Habt
ihr das nun auch ganz wohl verstanden?
GEJ.
8_163,4-10
J esus:
Ihr aber und eure wahren Nachkommen sollen nicht darauf
achten, so sie auch den Ruf aus dem Munde der falschen Propheten
vernehmen
werden, nach dem Christus hier oder dort sei. Denn Ich werde nie mehr
in einem
Tempel, aus Menschenhand erbaut, Wohnung nehmen, sondern nur im Geiste
und in
der Wahrheit derer, die Mich suchen, bitten, an Mich allein glauben und
Mich
also auch über alles lieben werden; ihr Herz wird Mein
wahrer Wohntempel sein,
und in diesem werde Ich auch zu ihnen reden, sie lehren und ziehen und
führen. Sagte darauf Simon Juda: Herr, wir erkennen nun
daraus wohl
Deine Ordnung, die neben (wegen) der vollsten Willensfreiheit der
Menschen der Erde
auch keine andere Richtung nehmen kann, als wie Du sie uns nun und
schon auch
zu andern Malen, wenn auch nicht so offen, dargestellt hast; aber
für die
Menschheit schauen da im allgemeinen noch lange keine goldenen
Lebensfrüchte
heraus! Aber weil die Sache schon einmal so sein muß, um endlich
diese Erde zu
einer wahren Lebensschule Deiner Kinder umzugestalten, so sei es denn
auch
also, wie Deine Weisheit es zulassen wird!
Wir aber werden alles aufbieten, um soviel als möglich des
lebendigen Wortsamens in das Herzenserdreich der Menschen zu streuen,
auf daß
sich daraus ehest die größten (geistigen) Kämpfe zwischen Licht und
Finsternis unter den
Menschen entwickeln mögen. Alle Gräber sollen sich öffnen, und sogar
den Toten
soll Dein Evangelium gepredigt werden, und das Meer soll die Toten, die
es
verschlungen hat, an das große Licht herausliefern! Ich meine hier
nicht die
Gebeine und ihr schon lange verwestes Fleisch, sondern die Seelen; auch
diesen
soll Dein Wort im Geiste verkündet werden!
Sagte Ich: Du hast gut und recht geredet. Was hier nun auf
der Materiewelt geschieht, das wird der bis jetzt auch noch sehr
verkümmerten
Geisterwelt wahrlich nicht vorenthalten werden. Aber es gibt nun gar
viele
Menschen, die bei lebendigem Leibe in den Gräbern ihrer Lebensnacht im
tiefen
Grunde des großen Wahnmeeres (weltlicher Illusionen) begraben sind;
diesen werdet ihr wohl das
Evangelium predigen, und es werden da denn auch viele aus ihren alten
Gräbern
an das Licht des Lebens hervorgehen, und das gewisse (Weltsinn-)Meer
wird seine Gefangenen
losgeben.
Wenn das geschehen wird in großer Allgemeinheit, dann wird
auch der große und allgemeine Erlösungstag allen Bewohnern der Erde
hell zu
tagen anfangen. Aber die Arbeit ist groß und schwer, und der rechten
Arbeiter
gibt es noch wenige; darum strebet vor allem auch danach, daß ihre Zahl
bald
eine große werde! Jeder Arbeiter in Meinem Lebensweinberge wird auch
nach
seinem Fleiße und Eifer einen großen Lohn zu gewärtigen haben. Hier auf
dieser
Erde wird er zwar stets nur ein magerer sein für euren Leib, wie er es
bisher
war, aber ein desto größerer und fetterer für Seele und Geist.
Denn die Güter dieser Erde sind nur ein Schein und gleichen
denen auf ein Haar, die so mancher Mensch in einem Traume
besitzt..... Aber diese vergehen, und nach dem Vergehen wird
alles nur als ein Schein vor den
geöffneten Augen des lebendigen Geistes dastehen, der allein allem
Scheine erst
eine Realität wird zu geben im wahrsten Stande sein.
Darum trachte ein jeder vor allem nur nach den Besitztümern
des Geistes, welcher ist das Licht, die Wahrheit und das Leben in der
Seele!
Was der Leib in rechter Mäßigkeit bedarf, das wird auf dieser Erde
jedem treuen
Arbeiter in Meinem Weinberge schon ohnehin wie von selbst hinzufallen;
denn Ich
weiß es sicher wohl am besten, was dem Menschen auch in jeder
leiblichen Beziehung not tut.
GEJ.6_176,10
Endlich
in gar später Zeit werden abermals knapp vor einem
großen Gerichte Seher erweckt und zugelassen werden, welche die kurze,
schwere
Mühe haben, die sehr unrein gewordene Lehre zu reinigen, auf daß sie
behalten
und nicht von der heller denkenden Menschheit als ein alter
Priestertrug
verworfen werde. Diese dritten Arbeiter in Meinem Weinberge werden
nicht durch
große Wundertaten, sondern allein durch das reine Wort und durch die
Schrift
wirken, ohne eine andere auffallende Offenbarung zu bekommen als nur
die des
inneren, lebendigen Wortes im Gefühl und in den Gedanken in ihrem
Herzen, und
sie werden voll des klaren und vernunftvollen Glaubens sein und werden
sonach
ohne Wunderwerke die verdorrten Menschenreben Meines Weinberges
aufrichten und
werden von Mir denn auch denselben Lohn bekommen, den ihr als die
Arbeiter des
ganzen Tages bekommen werdet; denn sie werden es um sehr vieles
schwerer haben,
fest und ungezweifelt an das zu glauben, was über tausend Jahre vor
ihnen hier
geschah.
Ich
sage es euch:
Es werden nicht die in das Reich Gottes eingehen, die da zu Mir sagen
werden: Herr, Herr!, sondern nur die, welche den erkannten
Willen Meines Vaters im Himmel tun werden!
Es ist nicht genug, daß da jemand glaubt, daß Ich Christus,
der Gesalbte Gottes bin, sondern er muß auch tun, was Ich gelehrt habe,
sonst nützt ihm der Glaube nichts.
Denn ohne die Werke ist der stärkste Glaube tot und gibt keiner Seele
das ewige Leben. - Das merket euch alle wohl und tuet danach, so werdet
ihr leben! GEJ.6_163,7
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In keiner Religion steht der Aspekt der Erlösung
und
Erlösungsbedürftigkeit so im Mittelpunkt wie im
Christentum. Wenn Jesus Seinen Jüngern damals den Missionsauftrag
mit den Worten "Gehet
hin in alle Welt und lehret alle
Völker und machet sie zu meinen Jüngern" gab, so
beinhaltet
dieser Auftrag auf der einen Seite die Notwendigkeit der
Aufklärung und Unterweisung (lehret alle Völker) und
danach die Notwendigkeit der Verwirklichung der Erkenntnisse und
Wahrheiten im täglichen Leben (und machet sie zu Meinen
Jüngern). Das heißt, macht sie zu Meinen Nachfolgern auf dem
von mir vorgegangenen und vorgelebten Weg zurück in die
Lebensordnung oder Ordnungsgesetze Gottes, um hierdurch mehr und mehr
zu einem wahren Mensch und Kinde Gottes zu werden.
Dieser
Weg ist in seiner Art einzigartig und vor allen Dingen für
jeden Menschen beschreitbar, während die Forderungen des
alttestamentarischen Gesetzes (dem heute noch die nichtchristlichen
Religionen unterliegen) nur für wenige,
willensstarke
Menschen erfüllbar waren und sind. Da dieser
Gesetzesweg kaum noch von irgend jemand vollzogen werden
konnte,
musste auch ein neuer, für alle gangbarer Weg eröffnet
werden. Dies geschah durch den Messias Jesus Christus.
Er
erfüllte auf der einen Seite die Forderungen des
Gesetzes vollkommen aus Liebe zu den Menschen, um auf der anderen Seite
dann diese Liebe über
das Gesetz zu stellen und zum neuen
Königsweg zurück an das Vaterherz Gottes zu eröffnen.
Er war
der Erstgeborene in dieser neuen Schöpfung
aus
der Liebe (denn die alte Schöpfung stand unter dem
unverrückbaren Gesetz) und alle die IHM nachfolgen werden
dadurch zu Bürgern einer neuen, wenn auch vorerst rein geistigen
Schöpfung (Mein Reich
ist nicht von dieser Welt).
Diese neue Schöpfung ist jedoch ganz real im Geiste eines
Nachfolgers Jesu spürbar, sichtbar und existent.
Darum kann es auch nur ein Merkmal geben, an welchem man die wahren
Kinder Gottes erkennen kann - die Liebe (Daran sollen
alle erkennen dass ihr Meine Jünger seid, weil ihr die Liebe unter euch
habt !).
Der Beweggrund für unsere
Berufung und Missionsarbeit kann also
nur eine tiefgründige, ehrliche Liebe zu Gott und zu unseren
Mitmenschen sein. Unser Auftrag ist es, den Menschen ihre Bestimmung
und hohe Berufung wieder bewusst zu machen, nämlich Söhne und
Töchter Gottes zu werden und zu sein und ihnen den Weg zu diesem
Ziel zu öffnen. Es geht also nicht darum einen Menschen für
eine Kirche, Sekte oder Gemeinde zu gewinnen, um die Mitgliederliste
aufzustocken, sondern es geht einzig darum, den Menschen die
Zusammenhänge des geistigen und physischen Lebens zu vermitteln
und ihnen das Gesetz von Ursache und Wirkung klar vor Augen zu stellen.
Denn das Gesetz "was du säst das wirst du ernten" wird in
naher Zukunft unser unweigerlicher und gerechter Richter
sein.
Alles was wir uns und der Natur angetan haben und immer noch antun,
wird wieder auf uns zurückfallen.
Wir sind berufen Lichtträger
Gottes zu sein in einer Zeit der
Dunkelheit. Berufen, einen Kampf zu kämpfen, der nicht gegen
Fleisch und Blut geht, sondern gegen den Geist der Verfinsterung
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